Hudimm: Asrocks neue Speichermodule sind günstiger, aber langsamer
Die Speicherkrise treibt immer seltsamere Blüten: Nach dem Comeback von DDR3 und Sodimm-Adaptern stellt Asrock nun Hudimm vor(öffnet im neuen Fenster). Der Name, Half Unbuffered Dual Inline Memory Module, verrät nicht direkt, was die Module anders machen. Aber sie sollen günstiger sein als normale DDR5-Module, deren Preis sich in den vergangenen Monaten vervielfachte.
Asrocks Lösung, die Teamgroup als Fertigungspartner umsetzt: Einfach die Anzahl der Speicherchips halbieren. Möglich macht Hudimm, dass DDR5, anders als frühere Standards, die 64 Datenleitungen in zwei Kanäle mit je 32 Bit aufteilt. Was eigentlich das Routing der Leiter vereinfachen soll, nutzt Asrock, um die Hälfte Speicherchips wegzulassen. Das senkt zwar die Kosten, wenn Chips höherer Kapazität verbaut werden, halbiert allerdings auch die Anbindung der Module auf 32 Bit.
Was theoretisch einfach klingt, braucht in der Praxis einen entsprechend flexiblen Speicher-Controller und die Hilfe des Prozessorherstellers. Intel unterstützt für die Chipsätze der Serien 600 bis 800 Asrocks Konzept, das der Hersteller nach eigenen Angaben zum Patent angemeldet hat. Auch die kompakteren Sodimms sollen mit halbierter Chip-Bestückung angeboten werden. Gedacht sind sie für Asrocks Deskmini-Serie.
Um Hudimm nutzen zu können, ist ein Bios-Update erforderlich. Ob auch andere Mainboard-Hersteller und AMD die halbierten Module unterstützen, ist aktuell offen – ebenso wie Preis und geplante Modulkapazitäten.
Nur sinnvoll zur Kapazitätssteigerung
Ob sich die Nutzung von Hudimms rechnet, hängt stark von den genutzten Anwendungen ab. Insbesondere Office-Anwendungen profitieren von einer höheren Speicherbandbreite verhältnismäßig wenig. Allerdings könnte der 32-Bit-Betrieb den Speicher-Controller ineffizienter arbeiten lassen, worauf von Asrock gezeigte Benchmark-Daten zumindest hindeuten.
Die Halbierung der Bandbreite scheint sich durchaus deutlich auf die Speicherbandbreite auszuwirken: Asrock zeigt Benchmark-Daten von Aida64 für eine Mischbestückung mit einem Hudimm- und einem regulären 64-Bit-Udimm. Theoretisch sollte in der Mischbestückung die Speicherbandbreite, verglichen zum Single-Channel Betrieb des 64-Bit-Moduls, um 50 Prozent steigen. Praktisch ist die Kombination allerdings nur marginal schneller – zwischen 1,4 und 5,8 Prozent.
Vergleichsdaten mit einem und zwei Hudimms fehlen leider. Hudimm erscheint damit eher als günstigere Variante, um bestehende Systeme mit zusätzlicher Speicherkapazität aufzurüsten.
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