Für Hubble wurde kein Ersatz gebaut

Sollte Hubble endgültig ausfallen, gibt es keinen Ersatz für das Teleskop. Das 10 Milliarden US-Dollar teure James Webb Space Telescope (JWST) wird zwar als Nachfolger bezeichnet, ist aber ein völlig anderes Instrument. Es soll Ende 2021 starten, sobald zuletzt aufgetretene Probleme mit der Abtrennung der Nutzlastverkleidung der Ariane 5 aus dem Weg geräumt sind.

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Das JWST wurde für Beobachtungen im nahen und mittleren Infrarotbereich optimiert, während Hubble hauptsächlich UV- und visuell sichtbares Licht beobachtet. Wie schon der mit Gold beschichtete Spiegel von JWST andeutet, sind es sehr unterschiedliche Teleskope. Am ehesten kann das für 2024 geplante chinesische Weltraumteleskop Xuntian mit 2 m Spiegeldurchmesser als Hubble-Nachfolger gelten.

Xuntian ist zwar für Himmelsdurchmusterung optimiert, durch die sechs modularen Instrumentenplattformen gibt es aber auch Möglichkeiten für andere Beobachtungen. Das Teleskop soll im gleichen Orbit wie die chinesische Raumstation fliegen. Sie kann sich dem Teleskop zu Wartungsarbeiten und zum Austausch der Instrumente nähern und es einfangen, ohne dafür ein eigenes Raumschiff starten zu müssen.

Spionage und Missmanagement

Hubble basiert auf der KH-11-Kennan-Serie von Spionagesatelliten, von denen seit 1976 zwanzig Stück gebaut wurden. Diese Herkunft ist auch der Grund für den nur 2,4 m großen Hauptspiegel, obwohl ursprünglich ein 3 m großer Spiegel für das Teleskop vorgesehen war.

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Das chinesische Teleskop Xuntian erinnert mit seinem 2-m-Spiegel sehr an diese Bauweise und kann deshalb als Demonstration der Fähigkeiten chinesischer Spionagesatelliten gelten.

Der Bau von Weltraumteleskopen ist historisch von hohen Kosten und Missmanagement geprägt. Das James Webb Telescope sollte ursprünglich 500 Millionen US-Dollar kosten, das Budget stieg auf 10 Milliarden US-Dollar. Die Kosten von Hubble werden ebenso auf rund 10 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Gründe sind ähnlich: Verzögerungen in der Entwicklung, Verzögerungen beim Start, leicht vermeidbare Fehler in der Herstellung der Spiegel und die teure Wartung mit vier Spaceshuttle-Missonen.

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Obwohl die Beobachtungszeit mit Weltraumteleskopen immer knapp ist und sich immer wieder gezeigt hat, dass es nur einen Bruchteil der Kosten verursacht, erfolgreiche Missionen zeitnah zu kopieren, wurden alle Weltraumteleskope bislang nur als Einzelstücke angefertigt.

Kopien sind günstiger als Einzelexemplare

Die Kosteneinsparungen entstehen durch die wegfallenden Entwicklungskosten und Lerneffekte beim Bau des ersten Exemplars. Ersatzteile für alle Bestandteile einer Weltraummission werden ohnehin angefertigt, meistens existiert zur Fehlerdiagnostik auch eine vollständige Kopie am Boden. Die Kopien können dabei mit wissenschaftlichen Instrumenten und Veränderungen in der Struktur an andere Aufgaben angepasst werden.

Die Esa demonstrierte den Effekt eindrucksvoll mit der 1 Milliarde Euro teuren Raumsonde Rosetta. Aus ihr entstanden mit Mars Express und Venus Express zwei modifizierte Kopien für 150 Millionen und 85 Millionen Euro. Venus Express musste vor der Mission für die viel größere Sonneneinstrahlung im Venusorbit speziell angepasst werden.

Aber auch die Nasa hat viele Missionen zu geringen Mehrkosten paarweise gestartet, wie etwa Pioneer 10 und 11, Viking 1 und 2, Voyager 1 und 2, die Marsrover Spirit und Opportunity sowie viele Mondmissionen.

Der Autor meint dazu: Die Tatsache, dass im Jahr 2021 das einzige Weltraumteleskop seiner Art mit einer CPU betrieben wird, die mit Technik der 1970er Jahre auf einer Platine aus einzelnen ICs zusammengelötetet wurde, ist längst kein Grund mehr für Stolz auf die alte Technik.

Es ist ein Zeichen dafür, wie wenig Bedeutung der Funktion des Weltraumobservatoriums als Instrument für die Wissenschaft tatsächlich beigemessen wurde. Sonst wäre es vor Jahrzehnten durch modernere Technik ersetzt worden. Das Gleiche gilt auch für das durch Vernachlässigung kollabierte Radioteleskop Arecibo.

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 Hubble: Uralttechnik ohne Ersatz versagt im Orbit
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Frank... 29. Jun 2021 / Themenstart

Es ist Technik, die keinerlei Flexibilität oder Autonomie zulässt. Das Teleskop muss...

EGMU 28. Jun 2021 / Themenstart

Als man den Computer 2001 mittels Spaceshuttle ausgetauscht hat, hätte das transportieren...

Cold fire 26. Jun 2021 / Themenstart

erste Hälfte: da wurde teilweise alte bewährte technologie verbaut die nun uralt ist und...

smonkey 22. Jun 2021 / Themenstart

Natürlich stören die die erdgebundene Astronomie. Entsprechend groß war ja auch der...

4ndreas 22. Jun 2021 / Themenstart

Die Gesamtkosten des Shuttle Programms sind laut Wikipedia 211 Mrd. Dollar bei 135 Flüge...

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