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Huawei Watch im Hands On: Kompakte Smartwatch mit rundem Saphirglas

MWC 2015
Huawei hat seine erste Smartwatch vorgestellt. Sie zeichnet sich durch ihr Aussehen aus: Äußerlich gleicht sie eher einer normalen Armbanduhr als andere Smartwatches.
/ Ingo Pakalski
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Huawei zeigt erste Smartwatch Watch (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Huawei zeigt erste Smartwatch Watch Bild: Martin Wolf/Golem.de

Sie sieht mehr nach einem Schmuckstück und weniger nach Smartphone-Zubehör aus: Huaweis Einstand in den Smartwatch-Markt hinterlässt einen positiven Eindruck, wozu auch der Einsatz eines runden Uhrengehäuses beiträgt. Bisher auf dem Markt verfügbare Smartwatches sind oft klobiger mit recht dicken Uhrengehäusen und so großen Displays, dass sie an schlankeren Handgelenken unschön aussehen.

Huawei Watch – Hands on (MWC 2015)
Huawei Watch – Hands on (MWC 2015) (00:58)

Huawei schlägt einen ähnlichen Weg wie Motorola ein, das sich ebenfalls auf Smartwatches mit rundem Gehäuse konzentriert. Allerdings hat das Huawei-Gehäuse einen Durchmesser von 42 mm, während die Motorola-Uhr mit 46 mm deutlich größer ist und damit auch um einiges wuchtiger aussieht. Die Gehäusedicke liegt auf dem Niveau bisheriger Smartwatches, bleibt also deutlich dicker als herkömmliche Armbanduhren.

Auch das Gehäusedesign orientiert sich an klassischen Armbanduhren, die üblicherweise mindestens eine Drehkrone aufweisen. Diese ist meist mittig am rechten Gehäuserand an der Drei-Uhr-Position untergebracht. Bei der Huawei-Uhr ist es ein Druckknopf, er ist weiter nach oben gewandert und befindet sich an der Zwei-Uhr-Position. Dadurch soll er sich besser drücken lassen. Mit einem Druck auf den Knopf wechselt der Nutzer zum Startbildschirm mit dem Uhren-Ziffernblatt.

Saphirglas und kratzfester Edelstahl

Generell hat sich Huawei stark von der Schmuckindustrie inspirieren lassen. Die Uhr ist aus kaltgeschmiedetem, rostfreiem Edelstahl, der zudem kratzfest und korosionssicher sein soll. Das Uhrendisplay wird durch Saphirglas vor Beschädigungen wie Kratzer geschützt. Diese Techniken werden in der Schmuckindustrie verwendet, um Abnutzungsspuren zu verhindern.

Smartwatch mit Fitness-Tracking-Funktionen

Huawei will die Smartwatch mit mehr als 40 verschiedenen Ziffernblättern zur individuellen Anpassung auf den Markt bringen. Die Smartwatch läuft mit Googles Android Wear – ohne ein damit verbundenes Smartphone ist die Watch nicht sinnvoll nutzbar.

Auf der Gehäuserückseite hat Huawei einen Pulsmesser eingebaut, um die Herzfrequenz zu messen und die Uhr so zur Überwachung sportlicher Aktivitäten zu verwenden. Zudem gibt es einen sechsachsigen Bewegungssensor, der ebenfalls für die Protokollierung sportlicher Aktivitäten verwendet werden kann. Die Uhr soll erkennen, ob der Nutzer läuft, rennt, Fahrrad fährt, wandert oder schläft.

Smartwatch-Display mit hoher Auflösung

In der Smartwatch steckt ein 1,4 Zoll großer Amoled-Touchscreen mit einer Auflösung von 400 x 400 Pixeln – eine höhere Auflösung als andere Smartwatches mit rundem Display. An das Uhrengehäuse sollen sich herkömmliche Armbänder mit einer Breite von 18 mm anbringen lassen.

Intern hat die Smartwatch einen nicht namentlich genannten Prozessor von Qualcomm, der mit einer Taktrate von 1,2 GHz läuft. Es gibt 512 MByte Arbeitsspeicher und 4 GByte Flash-Speicher. Die Verbindung zu einem Smartphone mit mindestens Android 4.3 erfolgt über Bluetooth 4.1. Ein Modem hat die Uhr nicht. Zur Akkulaufzeit machte der Hersteller keine Angaben, und es ist nicht einmal bekannt, welche Kapazität der eingebaute Akku hat.

Markteinführung Mitte des Jahres

Huawei will die Uhr Mitte 2015 in den Farben Gold, Silber und Schwarz auf den Markt bringen. Zum Preis liegen noch keine Angaben vor. Die Ausstattung lässt allerdings vermuten, dass sie deutlich teurer wird als die Modelle anderer Hersteller – möglicherweise wird sie mehr als 300 Euro kosten.

Fazit

Huaweis erste Smartwatch hinterlässt einen guten Eindruck. Das Gehäuse und die Verarbeitung sind hochwertig und die Ausstattung geht über das hinaus, was bei anderen Herstellern üblich ist. Das gilt zwar nur für das Display, aber die höhere Auflösung ist ein Pluspunkt, denn Inhalte werden angenehm scharf dargestellt.

Optisch macht Huaweis Watch ordentlich was her. Es ist angenehm, dass sie weniger wie Smartphone-Zubehör und mehr nach einer klassischen Armbanduhr aussieht. Damit könnte es Huawei gelingen, den Smartwatch-Markt zu beleben. Allerdings gibt es noch viele Unklarheiten.

Denn leider bleibt bei Huaweis Produktvorstellung vieles offen: So steht und fällt der Erfolg der Uhr auch mit dem Preis. Auch fällt auf, dass sich der Hersteller nicht zur Akkulaufzeit äußert. Da nicht einmal die Kapazität des eingebauten Akkus bekannt ist, lässt sich hier lediglich eine grobe Länge abschätzen. Auch das Huawei-Modell muss – wie andere Android-Wear-Uhren – vermutlich schon nach wenigen Tagen wieder aufgeladen werden.


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