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Huawei Watch GT 3 Pro im Test: Sportliche Smartwatch im Erholungsmodus

Die Hardware ist toll, aber in Sachen Software hat sich bei der Watch GT 3 Pro von Huawei zu wenig getan – trotz einer neuen Metrik.
/ Peter Steinlechner
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Huawei Watch GT 3 Pro (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
Huawei Watch GT 3 Pro Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

Nach etwas weniger als zwei Jahren hat Huawei eine neue Version seines Smartwatch-Spitzenmodells veröffentlicht. Die Uhr mit einem Durchmesser von 46 mm trägt den Namen Watch GT 3 Pro. Es ist gar nicht so einfach, sie vom Vorgänger ( Test auf Golem.de ) zu unterscheiden.

Das Gehäuse sieht fast gleich aus, das AMOLED-Touchdisplay ist mit einen Durchmesser von 36,32 mm (1,43 Zoll) nur minimal größer – der Vorgänger war 35,3 mm (1,39 Zoll) groß. Die Auflösung beträgt nun 466 x 466 Pixel statt 454 x 454 Pixel. Ohne Datenblatt wäre uns das nicht aufgefallen.

Ein sichtbarer Unterschied: An der Seite befinden sich eine dreh- und drückbare Krone oben sowie eine simple Taste unten – beim Vorgänger war auch dort eine drehbare Krone. Welche Prozessoren verbaut sind, sagt Huawei nicht. Die Uhr verarbeitet Eingaben ähnlich flott wie der Vorgänger, es gibt nie Ruckler oder Wartezeiten.

Als Betriebssystem kommt erneut das von Huawei selbst programmierte HarmonyOS zum Einsatz (Version 2.1.0.359). Zum Betrieb muss die Uhr mit einem Smartphone über Bluetooth gekoppelt werden, was bei uns auf Anhieb geklappt hat.

Die benötigte App heißt Huawei Health; sie steht für iOS und Android zur Verfügung. Nur unter Android haben wir Zugriff auf einen neuen Store mit kostenlosen Apps für die Watch 3 Pro.

Momentan finden wir dort allerdings so gut wie nichts, das wir freiwillig auf eine Uhr herunterladen wollten. Es gibt gerade mal drei Dutzend Apps. Das Angebot reicht von extrem simplen Spielen über mäßig sinnvolle Reiseanwendungen bis hin zu einem Liebestest und einem Taschenrechner.

Die hauseigenen Apps von Huawei decken neben Benachrichtigungen, Stoppuhren und Timern vor allem Sport und Gesundheit ab. Neben der sehr guten Schlafanalyse, dem Schrittzähler und einer Auswertung von Körperstress finden wir auch eine ganz neue Metrik.

Die ermittelt in rund 30 Sekunden unsere "arterielle Steifigkeit" , vereinfacht gesagt also die Flexibilität unserer Adern. Eine EKG-Funktion soll später nachgeliefert werden, Blutdruckmessung soll es nur mit den asiatischen Modellen geben. Auch kontaktloses Bezahlen (Wallet) ist hierzulande noch nicht möglich.

Um unter anderem unsere arterielle Steifigkeit zu verbessern, können wir mit der Smartwatch natürlich Sport machen. Das Wearable unterstützt gängige Aktivitäten wie Gehen, Laufen, Radfahren, Schwimmen und Wandern. Beim Tragen fühlt sich die Uhr besonders hochwertig an.

Das GPS-Modul erscheint uns genauer als beim Vorgänger. Wir wissen aber nur, dass es GPS, Glonass, Galileo, Beidou und QZSS unterstützen soll – Zugriff auf Optionen haben wir nicht.

Die Herzfrequenzmessung liefert im Einsatz fast immer die gleichen Werte wie Referenzgeräte von Garmin und Apple, aber das war schon beim Vorgängermodell so. Fast unverändert ist auch die extrem laute computergenerierte Stimme, die uns beim Sport mit Informationen über Tempo und Puls versorgt. Schade: Nach wie vor gibt es nur englische Sprachausgabe.

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Auch gibt es weiterhin keine Möglichkeit, unsere Aktivitäten direkt zu Strava zu exportieren. Stattdessen können wir die Daten zu Adidas Running weiterleiten und sie von dort mit Tricks dann auch auf Strava bringen – allerdings geht das nur mit Gehen, Laufen und Radfahren.

Die entsprechenden Funktionen sind noch nicht sehr stabil, teils haben in der Huawei-App etwa die Routendaten gefehlt, die dann aber bei Strava wieder auftauchten.

Daten als GPX exportieren funktioniert gut

Wenn wir in der Huawei-App diese Daten haben, können wir sie ganz unkompliziert als GPX exportieren. Hier ist der Hersteller sogar etwas besser als einige seiner Wettbewerber. Neben Adidas gibt es noch einen weiteren Partner: Wir können etwa Wanderrouten in Komoot erstellen und diese halbwegs unkompliziert auf die Watch GT 3 Pro übertragen.

Das hat im Test gut geklappt. Wir sehen die Strecke dann als Linie (also ohne Kartendaten) auf dem Display und erhalten Abbiegehinweise. Für einfache Wanderungen ist das gar nicht so schlecht, bei komplizieren Touren würden wir immer komplette Kartendaten haben wollen.

Huawei gibt für den 530 mAh großen Akku im Smartwatchmodus (unter anderem mit Pulsmessung) eine Laufzeit von 14 Tagen an – zwei Tage mehr als beim Vorgängermodell. Wir sind in der Praxis mit GPS-Aktivitäten und viel Herumgespiele auf sieben bis acht Tage gekommen. Das ist für ein derartiges Wearable immer noch sehr gut.

Die Gestenaktivierung klappt gut. Nur mit halberhobenen Händen ist sie uns etwas zu nervös, etwa bei der Verwendung einer Tastatur. Dann geht ständig das Zifferblatt an (kann man aber deaktivieren).

Davon abgesehen ist die Bedienung gut, wenn auch nicht super elegant: Uns sind die Menüs etwas zu verschachtelt. Das Abdecken des Displays schaltet dieses nur aus, wenn wir sowieso schon das Zifferblatt sehen.

Huawei Watch GT 3 Pro: Verfügbarkeit und Fazit

Die Huawei Watch GT 3 Pro ist in mehreren Versionen und Ausstattungsvarianten erhältlich. Neben dem getesteten Modell mit einer Größe von 46 mm gibt es eine mit 43 mm. Die ist aber nicht aus Titan, sondern aus einem weißen Keramikgehäuse gefertigt.

Die günstigste GT 3 Pro kostet rund 370 Euro, die teuerste rund 600 Euro. Die hier vorgestellte Version mit Edelstahlband liegt bei rund 500 Euro. Alle Modelle sind IP68-zertifiziert und wasserdicht bis 5 ATM, laut Huawei ermöglichen sie ausdrücklich auch freies Tauchen bis zu einer Tiefe von 30 m.

Fazit

In einem Punkt gefällt uns die Watch GT 3 Pro vom ersten Moment an: Titangehäuse und Edelstahlband fühlen sich so hochwertig an wie kaum eine andere Smartwatch. Das relativ dünne Wearable liegt wunderbar am Arm, der Tragekomfort ist klasse.

Auch die interne Hardware überzeugt. Die Akkulaufzeit geht für ein derartiges Gerät mehr als in Ordnung, die vom GPS-Modul und dem Herzfrequenzsensor ermittelten Daten sind noch eine Spur genauer als beim Vorgänger – auch hier ist die GT 3 Pro vorne dabei.

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Leider hat Huawei die letzten beiden Jahre nicht genutzt, um Firmware und Ökosystem auf ein ähnliches Niveau zu heben. Weder die App noch die Uhr selbst schaffen es, Gesundheits- und Sportfunktionen sinnvoll zu verknüpfen. Die Bedienung wirkt stellenweise unausgereift, der Export von Daten ist teils Glückssache.

Für sehr versierte Sportler und Smartwatchnutzer sind Wearables von Garmin und Apple besser geeignet. Wer eine hochwertige Uhr am Handgelenk tragen will, aber sonst von allem nur ein bisschen und schon gar kein Ökosystem haben möchte, greift zur Huawei Watch GT 3 Pro.


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