Huawei: US-Justizminister schlägt Kauf von Nokia oder Ericsson vor
US-Justizminister William Barr schlägt vor, dass die USA und ihre Verbündeten die Kontrollmehrheit an Nokia oder Ericsson übernehmen sollten, um einen starken internationalen Konkurrenten gegen Huawei aufzubauen. "Wenn wir unser großes Markt- und Finanzpotenzial hinter eines oder beide dieser Unternehmen stellen, wird dies zu einem weitaus gewaltigeren Konkurrenten und beseitigt die Bedenken für ihr Durchhaltevermögen", sagte Barr laut einem Bericht der britischen Financial Times(öffnet im neuen Fenster) in einer Rede auf einer Think-Tank-Konferenz von CSIS zu China in Washington. "Wir und unsere engsten Verbündeten müssen diesen Ansatz unbedingt aktiv in Betracht ziehen", betonte Barr.
Nokia-Konzernchef Rajeev Suri räumte am 6. Februar ein, dass sein Unternehmen vor großen Herausforderungen bei der Cash-Generierung stehe. Die Marktkapitalisierung von Nokia lag im Oktober 2019 bei rund 29 Milliarden US-Dollar, der von Ericsson bei 27 Milliarden US-Dollar.
Die US-Regierung ist in der Frage zerstritten. Lawrence Kudlow, der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, erklärte vor wenigen Tagen, man wolle 5G auf Standardhardware mit selbst entwickelter Software errichten, womit Open RAN gemeint sein dürfte. Unternehmen wie Microsoft, Dell und der Telekommunikationskonzern AT&T seien Teil der Bemühungen, sagte Kudlow.
Barr sagte hingegen über Open RAN: "Das Problem ist, dass es sehr ferne Zukunftsmusik ist. Der Ansatz ist völlig ungetestet und würde viele Jahre in Anspruch nehmen, um erfolgreich zu sein." Open RAN sei, wenn überhaupt, dann in einem Jahrzehnt marktreif. Lisa Porter, verantwortlich für Forschung und Entwicklung im Verteidigungsministerium, setzte sich im Dezember 2019 ebenfalls für den Einsatz von Open RAN ein.
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