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Huawei: Telekom wird Sicherheitsfragen aller Antennen selbst lösen

Die Telekom wird die Steuerungssoftware an allen Antennenstandorten künftig selbst entwickeln und betreiben. Das betrifft nicht nur Huawei .
/ Achim Sawall
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Telekom-Chef Tim Höttges spricht am 23. Februar 2024 in Bonn. (Bild: Deutsche Telekom)
Telekom-Chef Tim Höttges spricht am 23. Februar 2024 in Bonn. Bild: Deutsche Telekom

Die Telekom will offenbar die Steuerungssoftware für alle Mobilfunkantennen - unabhängig vom Hersteller - künftig In-House entwickeln - womit es keine Grundlage mehr für ein Huawei-Verbot gäbe. "Es gibt hier verschiedene Entwicklungen. Die rechtliche Bewertung liegt natürlich zunächst im Innenministerium" sagte Telekom-Sprecher Stephan Broszio Golem.de am 27. Februar 2024.

Golem.de hatte gefragt, ob damit aus Sicht der Telekom auch die kritische Funktion des RAN-Managements nicht mehr chinesischer Herkunft sei, so dass es für eine diskutierte Untersagung noch genutzter chinesischer Komponenten keine Rechtsgrundlage gebe, da es sich durchweg um nicht-kritische Komponenten im Sinne des Paragraf 9b des BSI-Gesetzes handele.

Bislang war explizit von der Steuerungssoftware die Rede, die möglicherweise von Bundesministerien untersagt werden sollte.

Konzernchef Tim Höttges hatte am 23. Februar bei der Bilanzpressekonferenz der Telekom erklärt(öffnet im neuen Fenster) : Im Kernnetz und im IP-Aggregationsnetz nutze man keine chinesischen Komponenten. "Wenn es um die Antennentechnik geht, dann benutzen wir heute eine Multi-Vendoren-Strategie. Das heißt, wir setzen hier Schwerpunkt Deutschland auf Huawei und Ericsson."

Wartungen dürften laut Höttges nur noch durch die Telekom, nicht von den Vendoren durchgeführt werden.

Zusätzliche Anbieter mit Open RAN

Höttges sagte: "Die Konfiguration von jeder einzelnen Antenne werden wir durch eigene Software, durch eigene Infrastruktur, sicherstellen. Und zudem arbeiten wir an der Open-RAN-Technologie, das heißt, wir wollen diese wenigen Anbieter, die wir heute für Antennen-Technologie weltweit haben, erweitern und deswegen eine neue Open-RAN-Technologie, die uns ermöglicht, mit zusätzlichen Anbietern zu arbeiten."

Man habe gerade neue Firmen qualifiziert, dies seien Nokia, Fujitsu aus Japan und Mavenir aus den USA, die zukünftig auch als alternative Antennenträger beziehungsweise für das sogenannte RAN-Management zur Verfügung stünden. "Das wird jetzt zur vollen Marktreife entwickelt, dafür brauchen wir noch etwas Zeit."

Mit Blick auf chinesische Hersteller betonte Höttges: "Nochmal, wir haben keine Indikationen dafür, dass es irgendwelche Sicherheitsrisiken gibt."


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