Huawei: Open RAN vor "verschiedenen technischen Herausforderungen"

Open RAN muss sich an den professionellen Standards in der Branche messen lassen. Yu Yang, President für Single RAN bei Huawei, erklärte am 27. Februar 2024 auf dem Mobile World Congress in Barcelona zum Thema Open RAN: "Egal welche Technologie eingesetzt wird, sie muss die beste TCO (Total Cost of Ownership), Energieeffizienz und Leistung für die Netzbetreiber bieten. Wir glauben, dass Open RAN-Ausrüstung vor verschiedenen technischen Herausforderungen steht."
Huawei äußerte sich bisher sehr ungern zum Thema Open RAN, dem Versuch der Netzbetreiber, zusammen mit US-amerikanischen und japanischen Herstellern professionelle Mobilausrüstung durch einfache Hardware und Entkopplung der Funktionen zu ersetzen.
Eric Zhao, Vice President & Chief Marketing Officer Huawei Wireless Solution, ergänzte, dass 5G Netze sich zu 5.5G entwickeln werden. "Die Netzwerke müssen sich zu UWB und Multi Channel Direction entwickeln. Deshalb brauchen wir spezialisierte und effiziente Baseband Chips."
Bei stark steigender Leistung dürfe der Energiebedarf nicht ansteigen. "Das ist die größte Herausforderung im Moment." Ohne es auszusprechen, ging es Zhao darum, darzustellen, das Open RAN dies in weit absehbarer Zeit nicht leisten könne.
Zu einem O-RAN-Feldtest in Plauen mit Nokia und Mavenir(öffnet im neuen Fenster) äußerte sich der damalige Chief Technology Officer von Vodafone Gerhard Mack am 9. November 2021 im Bundesverkehrsministerium relativ kritisch . Open RAN stehe noch am Anfang, daher wolle sich Vodafone "nicht zu früh festlegen" , sagte Mack. O-RAN sei auch "kein Selbstläufer" , räumte er ein.
Viele kritische Stimmen zu Open RAN von den Betreibern
Mack betonte, man wolle nicht, dass sich bei Open RAN "wieder ein Oligopol bildet" . Weiter bestehe durch Open RAN "die Gefahr, dass unsere zwei großen Hersteller verlieren" , sagte Mack mit Blick auf die europäischen Konzerne Ericsson aus Schweden und Nokia aus Finnland. Es gebe bei Open RAN "sehr viele amerikanische Anbieter und nicht sehr viele europäische. Eine Verschiebung der Gewichte nach Nordamerika wollen wir nicht" , sagte Mack. Der Manager verließ Vodafone im März 2022.
Tanja Richter, Netz-Chefin bei Vodafone Deutschland, erklärte im Oktober 2022: "Unser Pilotprojekt wird eines der ersten Open-RAN-Systeme in Deutschland sein, das offene Schnittstellen verwendet und auf Hardware und Software von mehreren Anbietern aufbaut, die vollständig austauschbar und interoperabel sind." Dies fördere die Innovationen und verbessere das Kundenerlebnis.
Viele wichtige Open-RAN-Ausrüster kommen aus den USA . Open RAN ist hardwareseitig zudem abhängig von Intel, dessen x86-Technik fast allen Servern zugrunde liegt. Außerdem setzen alle Open-RAN-Systeme auf die Cloud von US-Anbietern wie Amazon Web Services, die Google Cloud Platform oder Microsoft Azure. Rakuten aus Japan ist der führende Automatisierer oder Integrator in der Branche.
In Mobilfunknetzen auf dem Land gebe es mit Open RAN noch Probleme mit der Energieeffizienz und der Performance der Antennen, erklärte ein Telekom-Manager im April 2022.
Es sei "fraglich, ob die Open-RAN-Technologie für einen bundesweiten Rollout in Deutschland tauglich ist" , sagte auch Jochen Bockfeld , Vice President Network Core & Service bei Telefónica Germany, am 21. Juni 2022. "Wir bei der Telefónica halten es für eine sehr nützliche und erforderliche Erweiterungstechnik für lokale Netzabdeckung, für Private Networks und Private Networks Campus Solutions."
Offenlegung: Golem.de nahm auf Einladung von Huawei an der Veranstaltung teil. Die Kosten für Anreise und Übernachtung wurden zur Gänze von Huawei übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.



