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Huawei: Mit mehr Forschung und Entwicklung gegen US-Sanktion

Huawei will mehr Geld für Forschung und Entwicklung ausgeben und neue Bereiche erobern, um gegen die US-Sanktionen und weitere Unsicherheiten zu bestehen.
/ Achim Sawall
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Ken Hu von Huawei (Bild: Huawei / Screenshot: Golem.de)
Ken Hu von Huawei Bild: Huawei / Screenshot: Golem.de

Huawei wird in einer schwierigen Situation weiter seine Investitionen erhöhen. "Wir glauben, dass wir nur durch Non-Stop-Innovation am Ball bleiben können" , sagte der rotierende Vorsitzende Ken Hu am 26. April 2022 auf dem jährlichen Analyst Summit des Unternehmens in Shenzhen(öffnet im neuen Fenster) . "Wir machen sehr starke Investitionen in Forschung und Entwicklung" .

In den vergangenen fünf Jahren habe Huawei seine jährlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung fast verdoppelt, im Jahr 2021 auf 21,7 Milliarden US-Dollar (142 Milliarden Yuan). Das waren 22 Prozent des Umsatzes. Von 107.000 Beschäftigten sei die Hälfte im Bereich Forschung und Entwicklung tätig, berichtete Hui.

Geopolitische Konflikte, die COVID-19-Pandemie, der potenzielle Anstieg der Rohstoffpreise und schwankende Wechselkurse würden das Jahr 2022 für den weiterhin von US-Sanktionen betroffenen Technologiekonzern noch herausfordernder machen, betonte Hu. Im Jahr 2021 brach der Umsatz um 28,6 Prozent ein. Doch der Gewinn stieg um rund 76 Prozent.

Ken Hu: Unberechtigte Sanktionen aus den USA

"Wegen der unberechtigten Sanktionen gegen Huawei haben wir Schwierigkeiten, an bestimmte fortschrittliche Komponenten heranzukommen" , betonte Hu. "Deswegen sind wir nicht in der Lage, eine führende Position in bestimmten Technologien zu erhalten." Daher konzentriere sich der Konzern auf Bereiche wie Systemtechnik, Konnektivität, Rechenleistung und Cloud. Auch wolle Huawei für die Automobilindustrie eine größere Rolle spielen.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte der damalige US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt und Huawei auf die sogenannte Entity-Liste gesetzt. US-Präsident Joe Biden setzte den Kurs fort. Durch das Nutzungsverbot von US-Technologie für Huawei kann der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan keine Chips mehr für Huawei Hisilicon produzieren. Weltweit ist jeder Auftragshersteller, der Chip-Maschinen aus den USA benutzt, von dem Verbot betroffen. Beweise für eine Zusammenarbeit von Huawei mit den chinesischen Geheimdiensten oder für Hintertüren in den Produkten haben aber weder Trump noch Biden jemals vorgelegt. Das ist der Bundesregierung in Deutschland bekannt, wo Huawei weiterhin der führende Telekommunikationsausrüster ist.


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