Huawei Matebook im Test: Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz

Mit dem auf dem MWC 2016 vorgestellten Matebook betritt Huawei einen Markt, auf dem aktuell unter anderem die Surface-Geräte von Microsoft, Geräte von Dell oder auch Samsungs Galaxy Tabpro S vertreten sind. Für Huawei sind Detachables Neuland – entsprechend gespannt waren wir im Vorfeld auf das Matebook, die Tastatur und das Zubehör. Im Test überzeugt das Matebook in vielerlei Hinsicht, wenngleich an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht. Für einen wirklichen Surface-Pro-Konkurrenten fehlt letztlich noch ein Stück – auch, was die Preisgestaltung betrifft.

Das Display ist mit 12 Zoll vergleichbar groß wie das des Surface Pro 4 (12,3 Zoll), die Auflösung liegt bei 2.160 x 1.440 Pixeln. Dank des 3:2-Formats lassen sich Texte im Hochkantformat sehr angenehm lesen, da der Bildschirm in dieser Lage nicht so schmal wie der eines 16:9-Tablets ist. Bildschirminhalte werden bei einer Pixeldichte von 216 ppi ausreichend scharf angezeigt, wenngleich bei näherer Betrachtung bereits Pixelränder sichtbar sind.













Helles, blickwinkelstabiles Display
Mit einer durchschnittlichen maximalen Helligkeit von 418 cd/qm ist das Display verhältnismäßig hell. Auch bei starkem Sonnenlicht lassen sich Inhalte gut ablesen. Die Helligkeit nimmt – im Querformat betrachtet – von oben nach unten ab, jedoch nur um durchschnittlich acht Prozent, was für den Nutzer nicht wahrnehmbar ist. Eher bemerken dürften Nutzer die für unseren Geschmack etwas zu kalt eingestellte Farbtemperatur; diese lässt sich allerdings über das Einstellungsprogram Monitormanage konfigurieren, das über einen Rechtsklick auf dem Desktop erreichbar ist.
Die Farbwiedergabe ist, nach der vorgenommenen Farbkorrektur, kräftig, aber neutral; der Kontrast ist gut. Das Display ist blickwinkelstabil, die Helligkeit nimmt nicht nennenswert ab, wenn wir schräg auf den Bildschirm schauen. Insgesamt ist Huawei ein gutes Display gelungen; sowohl beim Arbeiten als auch beim Filmeschauen hat uns der Bildschirm gefallen.
Lautstärkewippe mit flinkem Fingerabdrucksensor
Das Gehäuse des Tablets ist aus Metall und sehr gut verarbeitet. Am oberen Rand sind zwei Lautsprecher verbaut, die Stereoklang bieten. Sie klingen recht gut, allerdings sind die Bässe etwas dünn. Interessant ist die Konstruktion der Lautstärkewippe am rechten Rand des Tablets: Zwischen deren beiden Tasten ist ein Fingerabdrucksensor eingebaut. Dieser zählt zu den schnellsten und zuverlässigsten Sensoren, die wir bisher testen konnten. Aufgrund der umfassenden Registrierung der Finger werden diese in nahezu jeder Position auf dem Sensor erkannt. Außerdem lässt sich das Matebook auch direkt über den Fingerabdrucksensor aus dem Standby wecken – eine praktische Sache.
Kopfhörer und ein USB-Stecker – sonst nichts
Anschlüsse hat das Matebook nur zwei: einen Klinkenanschluss für Kopfhörer und eine USB-3.0-Typ-C-Buchse. An diese wird sowohl das Ladekabel angeschlossen als auch Zubehör. Huawei legt ein kleines Adapterkapel Typ-C-Stecker auf Micro-USB-Stecker sowie einen Adapter Micro-USB-Buchse auf Typ-A-Buchse bei. Damit lassen sich externe Laufwerke, aber auch Eingabegeräte an das Tablet anschließen.













Problematisch am einzelnen Anschluss: Ohne zusätzliche Adapter können Nutzer nur entweder ein Gerät an das Tablet anschließen oder das Stromkabel. Bei einem Android-Tablet ist so etwas verschmerzbar, bei einem Windows-Gerät, das dank mitgelieferter Tastatur und ausreichend Rechenleistung als Notebook-Ersatz durchgeht, finden wir den einzelnen Anschluss aber nicht gut. Huawei bietet separat eine kostenpflichtige Docking-Station an, die die Anschlussprobleme löst – mehr dazu später.
Tastatur-Cover mit großem Touchpad
Dem Matebook liegt beim Kauf ein Tastatur-Cover aus Kunstleder bei. Nach der Vorstellung des Gerätes auf dem MWC 2016 war zunächst unklar, ob Huawei sein Tablet gleich mit der ansteckbaren Tastatur ausliefert oder nicht. Mittlerweile steht aber fest, dass das Keyboard direkt beim Kauf des Gerätes mit dabei ist . Die Tastatur hat Chiclet-Tasten, vom Aufbau her entspricht sie einer herkömmlichen Tastatur ohne Nummernblock. Die F-Tasten sind über die Fn-Taste erreichbar, standardmäßig ist die obere Tastaturreihe mit Zusatzfunktionen wie der Helligkeitssteuerung des Displays und der Tastaturbeleuchtung (in vier Stufen) und den Bildlauftasten belegt. Der Anschlag ist etwas weicher als der der Tastatur des Surface Pro 4.
Tippen lässt es sich dennoch gut auf der Tastatur, wie wir beim Schreiben dieses Tests feststellen konnten: Der komplette Text wurde auf dem Matebook und der ansteckbaren Tastatur verfasst. Etwas genauer als etwa bei der Tastatur des Thinkpad X1 Tablets von Lenovo müssen wir dennoch tippen, da aufgrund des weichen Anschlags schlampiges Tippen eher dazu führt, dass wir angrenzende Tasten mitdrücken.
Unterhalb der Tastatur ist ein großes Touchpad eingebaut, das größer als das des Surface Pro 4 und des Thinkpad X1 Tablets ist. Die Oberfläche ist sehr glatt, weshalb Finger sehr leicht darauf gleiten. Das Touchpad kann auch geklickt werden, den Druckpunkt empfinden wir als sehr angenehm. Was die Genauigkeit und Ansprache betrifft, können wir nicht meckern.
Tastatur-Cover mit Anfangsschwierigkeiten
Dass Huawei im Bereich der Convertibles noch nicht viel Erfahrung hat, merken wir an der Verbindung des Tastatur-Covers mit dem Tablet: Die Tastatur ist zwar fest mit dem Tablet verbunden und löst sich beim Anheben auch nicht; die Leiste, auf der das Matebook sitzt, ist allerdings so steif, dass sie aufgrund des leichten Winkels, in dem das Tablet steht, die eigentliche Tastatur leicht anhebt.













Dadurch liegt das Keyboard nicht plan auf und gibt bei jedem Anschlag leicht nach. Tippen können wir dennoch problemlos, eine feste Oberfläche, wie sie etwas das Thinkpad X1 Tablet oder auch die Surface-Modelle mit planer Tastatur haben, ist uns aber lieber. Versuche, das Kunstleder am Gelenk weicher zu bekommen, um eine planere Lage der Tastatur zu erreichen, sind gescheitert.
Tastatur lässt sich nicht anwinkeln
Auch schade finden wir, dass die Tastatur sich nicht anwinkeln lässt. Microsoft hat bei den aktuellen Surface-Modellen einen derartigen Mechanismus eingebaut. Beim Tastatur-Cover des Matebook wäre für eine vergleichbare Lösung mit Magneten genügend Platz, sie fehlt aber.
Magneten spielen beim Cover an anderer Stelle eine Rolle: Das Matebook lässt sich – ins Cover gesteckt – in zwei Winkeln aufstellen, die durch ein Verschieben des rückseitigen Ständers ausgewählt werden. Der Ständer hält mit Hilfe von Magneten am Tablet und stützt es. In der steileren Grundposition ist das durchaus stabil, in der zweiten Position hingegen sollten Nutzer nicht allzu fest auf den Touchscreen drücken. Ansonsten können die Magnete den Ständer nicht halten und die Konstruktion fällt in sich zusammen – etwas stärkere Magneten hätten hier sicherlich geholfen.
Standkonstruktion weniger stabil als bei Konkurrenzgeräten
Zwar gefällt uns, dass das Tablet keinen eingebauten Ständer hat und dadurch mit 7 mm sehr dünn ist, insgesamt ist die Standkonstruktion aber weitaus instabiler als beim Surface Pro 4 oder dem Thinkpad X1 Tablet und bietet auch nur zwei Stufen. Auf dem Schoß lässt sich das Matebook dennoch relativ kippelfrei verwenden, da der hintere Auflagebereich der Standkonstruktion recht breit ist. Von der Verarbeitung her ist das Tastatur-Cover sehr gut, wenngleich unsere Variante aus braunem und beigen Kunstleder sicherlich Geschmackssache sein dürfte.
Insgesamt ist das Tastatur-Cover absolut nutzbar, an einigen Stellen sollte Huawei beim nächsten Modell aber etwas nachbessern. Stärkere Magnete und ein weniger steifer Übergang zur Tastatur würden die drängendsten Probleme unserer Meinung nach schon beseitigen. Die Standkonstruktion ist erstaunlich schoßfest, besonders im Vergleich zum Surface Pro 4, insgesamt aber doch wackeliger.
Lüfterlos dank Core-m-Prozessoren
Huawei hat das Matebook bei seiner Vorstellung auf dem MWC 2016 in sechs Versionen präsentiert. Dabei nutzt der Hersteller Intels Core-M-Prozessoren mit Skylake-Architektur, verwendet werden die m3-, m5- und m7-Modelle mit unterschiedlichen Speicherkonfigurationen. Erhältlich sind bisher allerdings nur zwei Modelle: Das m3-Modell mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 128-GByte-SSD und das Gerät mit m5-6Y57-Prozessor, 8 GByte RAM und 256-GByte-SSD; dieses liegt uns auch als Testgerät vor.













Vorteil der Core-m-Prozessoren ist ein lüfterloses Design mit dennoch ansprechender Leistung. Diese kommt zwar nicht an die entsprechenden Pendants der Core-i-Serie heran, reicht aber für die meisten Alltagsanwendungen und auch für eine Reihe rechenintensiverer Prozesse. Bei Anwendungsszenarien wie Videoschnitt oder CAD-Bearbeitung müssen sich Nutzer eines Matebooks aber auf Wartezeiten einstellen; hierfür ist Huaweis Detachable-Reihe schlicht nicht so gut geeignet.
Leistungsmäßig ein guter Büro-Laptop
Als Ersatz für ein Notebook im Büroalltag hingegen macht unser Testgerät hinsichtlich der Leistung bei uns einen sehr guten Eindruck. Textverarbeitung, E-Mails, im Internet surfen, aber auch Bildbearbeitung funktionieren auf dem Gerät dank seiner Prozessorausstattung problemlos.
In unserem Testgerät kommt als SSD eine Sandisk X400 mit Sata-6-GBit/s-Anbindung zum Einsatz. Sie kommt auf eine sequenzielle Lesegeschwindigkeit von 556 MByte/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 502 MByte/s. Damit schreibt die SSD des Matebooks schneller als die des Surface Pro 4, liest dafür aber langsamer. Im Alltag kann sich das in einem etwas langsameren Start mancher Anwendungen zeigen, für viele Nutzer dürften die Geschwindigkeitsunterschiede aber kaum spürbar sein.
Die restliche Ausstattung des Matebooks ist hochwertig: WLAN beherrscht das Tablet nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 4.1. Mit Mobilfunkmodem gibt es das Matebook nicht. Als Kamera hat das Gerät nur eine Frontkamera mit 5 Megapixeln und Fixfokus eingebaut, die sich für Videotelefonie eignet. Eine rückseitige Kamera hat das Matebook nicht.
Optionaler Digitizer mit Laserpointer
Optional gibt es für das Matebook einen Digitizer, der 70 Euro kosten soll und besonders bei der Bildbearbeitung hilfreich ist. Der Matepen genannte Stift besteht aus Metall und Kunststoff und hat eine dickere Spitze als der Stift des Surface Pro 4 und des iPad Pro. Dennoch lassen sich mit dem Stift auch handschriftliche Notizen anfertigen. Dank 2.048 Druckstufen eignet sich der Stift auch für den kreativen Einsatz, etwa um zu zeichnen. Eine Erkennung des Aufsetzwinkels hat er nicht, dies bietet aber auch Microsofts Digitizer im Gegensatz zum Apple Pencil nicht.
Der Matepen hat drei Knöpfe: Zwei im vorderen Bereich und einen am Ende des Stifts. Der vordere Knopf aktiviert den Radiermodus, der mittlere entspricht der rechten Maustaste. Der Knopf am Ende schaltet einen Laserpointer ein. Dieser ist im hinteren Ende des Matepen untergebracht und erzielt in Innenräumen eine erstaunliche Reichweite: Wir können bei einem Abstand von über 20 Metern den kleinen roten Punkt noch deutlich an der Wand gegenüber erkennen.
Matepen soll 100 Stunden Akkulaufzeit haben
Geladen wird der Matepen über einen Micro-USB-Anschluss, der sich hinter dem Laserpointer verbirgt. Um ihn zu erreichen, müssen wir das hintere Ende des Stifts abziehen. Eine Akkuladung soll Huawei zufolge für eine Nutzung von bis zu 100 Stunden ausreichen.
Insgesamt ist der Matepen eine interessante Ergänzung zum Matebook, insbesondere auch für Business-Anwender. Er eignet sich für handschriftliche Notizen und kann das Halten von Präsentationen erleichtern. Dass Huawei dennoch – anders als Microsoft bei seinen Surfaces – lieber das Tastatur-Cover beilegt und nicht den Matepen, finden wir sinnvoll. Eine Tastatur dürfte für die Mehrheit der Nutzer praktischer sein als ein Eingabestift.
Echtes Notebook erst mit Matedock
Damit das Matebook wirklich als Laptop-Ersatz dienen kann, reicht der eine USB-C-Anschluss am Tablet nicht aus. Um mehrere Peripheriegeräte, die Stromversorgung und einen externen Monitor anzuschließen, benötigen Nutzer einen Docking-Adapter. Huawei bietet für 100 Euro das Matedock an, das eine Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten hat.













Das Matedock kommt in einem kleinen Kunstleder-Etui, in dem noch der Matepen und die dem Tablet beiliegenden Adapter Platz finden. Das eigentliche Dock ist dem Etui entnehmbar, es wird mit Magneten gehalten. Mit 101,9 x 57,7 x 18,1 mm passt der Docking-Adapter in die Handinnenfläche, die Anschlüsse befinden sich an der vorderen und hinteren Seite. Das Matedock wird mit einem fest angebrachten USB-C-Kabel am Matebook befestigt. Dieses Kabel wirkt robust, bei einem Kabelbruch muss wohl dennoch das ganze Dock ausgetauscht werden.
Zahlreiche sinnvolle Anschlüsse
Als Anschlüsse stehen zwei USB-3.0-Buchsen, eine Ethernet-Buchse, ein HDMI-Ausgang und ein VGA-Ausgang zur Verfügung. Dieser ist insbesondere bei älteren Beamern hilfreich. Der HDMI-Ausgang liefert maximal eine 1080p-Auflösung bei 60 Hz. Einen Anschluss für das Netzkabel gibt es ebenfalls, um bei der Nutzung des Matedocks das Tablet weiterhin mit Strom versorgen zu können. Die beiden USB-Anschlüsse bieten zwei Ladestromstärken: Der obere Anschluss versorgt Geräte mit 0,5 Ampere, die untere Buchse mit 0,9 Ampere.
Das Matedock ist praktisch und vor allem klein und daher leicht zu transportieren. Wer das Matebook als Notebook-Ersatz verwenden möchte, ist auf eine derartige Docking-Lösung angewiesen; ein Laptop mit nur einem USB-Anschluss hat unserer Meinung nach nicht das Zeug, tatsächlich ein Notebook ersetzen zu können.
Auch beim Etui des Matedocks zeigen sich kleine Kinderkrankheiten, die Huawei bei der Planung offenbar nicht bedacht hat. Gut finden wir, dass sich im Etui neben den beiden Adaptern sogar noch das Netzkabel des Tablets problemlos unterbringen lässt. Probleme gibt es jedoch, wenn der Matepen in die vorgesehene Schlaufe im Etui gesteckt wird: Dann hält der magnetische Verschluss der Hülle nicht mehr und das Etui geht andauernd auf. Dies mag Meckern auf hohem Niveau sein, passt aber ins Bild eines nicht ganz zu Ende gedachten Produktes, wie wir es auch vom Tastatur-Cover gewonnen haben.
Längere Akkulaufzeit als das Surface Pro 4
Im Productivity-Test des Powermarks erreicht das Matebook eine sehr gute Akkulaufzeit von über 7,5 Stunden bei einer Restladung von 18 Prozent. Das Surface Pro 4 schafft im gleichen Test eine Stunde weniger bei einer verbliebenen Ladung von 20 Prozent. Der Laufzeitunterschied liegt maßgeblich daran, dass der Core-m-Prozessor im Matebook weniger hoch taktet. Als Tausch für die leicht längere Akkulaufzeit müssen Nutzer Einbußen in der Leistungsfähigkeit hinnehmen.
Verfügbarkeit und Fazit
Das Matebook ist aktuell in zwei Varianten erhältlich. Das Modell mit Core-m3-Prozessor, 4 GByte Arbeitsspeicher und 128-GByte-SSD kostet 870 Euro, die von uns getestete Version mit Core-m5-Prozessor, 8 GByte RAM und 256 GByte Flash-Speicher ist für 1.180 Euro zu haben. Beiden Tablets liegt das Tastatur-Cover bei.













Interessant ist natürlich ein Vergleich der Preise mit den Konkurrenzgeräten, allen voran Microsofts Surface Pro 4. Dieses ist als Ausstattungsvariante mit Core-M-Prozessor lediglich mit einem Core-m3-Prozessor zu haben und kostet ohne Tastatur, aber mit Digitizer bei Microsoft 900 Euro – ist also etwas teurer als das entsprechende Matebook mit Tastatur. Ein Surface mit leistungsfähigerem Core i5, 8 GByte RAM und 256 GByte SSD kostet inklusive Stift hingegen 1.240 Euro; rechnet man noch 120 Euro für das Type-Cover drauf, erhalten Käufer für insgesamt 180 Euro Aufpreis zum Preis des Core-m5-Matebooks also einen weitaus leistungsfähigeren Laptop-Ersatz, als es das Matebook ist.
Verglichen mit Lenovos Thinkpad X1 Tablet ist das Matebook deutlich günstiger: In Lenovos Onlineshop kostet das Gerät mit gleichem Core-m5-Prozessor, 8 GByte RAM, 256-GByte-SSD und Tastatur fasst 1.600 Euro.
Fazit
Das Matebook ist für Huawei ein gelungener Einstieg in den Detachable-Markt. Das Tablet ist in leistungsfähigen Versionen zu haben und bietet als Ersatz für einen Büro-Laptop die Leistungsfähigkeit, die man braucht. Lobenswert ist, dass sich Huawei entschieden hat, das Tastatur-Cover direkt mitzuliefern; dafür liegt der aktuelle Preis etwas über dem bei der Präsentation angegebenen Listenpreis.
Das Tablet ist hervorragend verarbeitet, hat einen tollen Bildschirm und einen sehr guten Fingerabdrucksensor. Einziger Wermutstropfen: Ohne Adapter für die einzige USB-Buchse wird es mit dem Status als Notebook-Ersatz schwierig, da es zu wenige Anschlüsse gibt.
Am Tastatur-Cover merken wir, dass Huawei im Bereich der Detachables noch nicht viel Erfahrung hat: Die Standkonstruktion mit Magneten ist nicht immer stabil, zudem liegt die Tastatur nicht plan auf, weswegen sie beim Tippen immer etwas nachgibt. Das Matebook ist natürlich dennoch nutzbar, ärgerlich sind diese Kleinigkeiten aber schon. Der Vorteil der nur durch das Cover realisierten Standkonstruktion ist, dass das Matebook sehr viel dünner als das Surface Pro 4 und auch besser auf dem Schoß nutzbar ist. Dafür lässt es sich nur in zwei Winkeln nutzen.
Betrachten wir das Gebotene angesichts des verlangten Preises, so erscheint uns das Matebook als Notebook-Ersatz verglichen mit den leistungsfähigeren Core-i-Varianten des Surface Pro 4 als zu teuer. Für das Core-i5-Pendant unseres Test-Matebooks zahlen Nutzer mit Tastaturcover insgesamt zwar 180 Euro mehr; dafür bekommen sie aber auch einen besseren Ständer, eine etwas bessere Tastatur, einen Digitizer und gleich mehrere Anschlussmöglichkeiten, ohne einen Adapter kaufen zu müssen. Den benötigen Nutzer des Matebook unserer Meinung nach zwingend, wenn sie das Gerät wirklich als Laptop nutzen wollen – womit der Preisunterschied auf nur noch 80 Euro schwindet. Berücksichtigen wir auch noch die zusätzlichen Kosten für den Matepen, liegt die Preisdifferenz sogar nur noch bei 10 Euro.
Wer einen richtigen Laptop-Ersatz sucht, ist mit dem Surface Pro 4 besser bedient. Das Matebook eignet sich eher für Nutzer, die ein gutes Windows-10-Tablet suchen und ab und zu etwas schreiben wollen.



