Huawei & KI: Chinesische GPU soll Nvidias A100 eingeholt haben

Künstliche Intelligenz ist ein Thema, mit dem Chinas Regierung das Land an die Weltspitze bringen will. Eines der ältesten Unternehmen in diesem Bereich ist iFlytek, 1999 gegründet und mit Millionen US-Dollar subventioniert(öffnet im neuen Fenster) .
Aktuell arbeitet das Unternehmen an seinem Sprachmodell Large Language Model (LLM) mit Namen Starfire (Xinghuo), dessen Version 2.0 Mitte August 2023 veröffentlicht wurde(öffnet im neuen Fenster) . Es soll OpenAIs ChatGPT zumindest auf Chinesisch übertreffen, den Beweis will iFlytek am 24. Oktober 2023 antreten.
Nicht nur bei KI wollen chinesische Unternehmen zur Weltspitze aufgeschlossen haben, auch die Hardware, auf der sie läuft, soll annähernd auf Augenhöhe sein. Laut iFlyteks aktuellem Aufsichtsratsvorsitzenden Liu Qingfeng nutzt man eine chinesische GPU auf dem Niveau von Nvidias Beschleuniger A100 .
Eine entsprechende Aussage zitiert das chinesische IT-Magazin IT Home(öffnet im neuen Fenster) via Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) . Die namenlose GPU hat ausgerechnet das von US-Sanktionen stark betroffene Huawei entwickelt.
Für Liu ist die chinesische GPU ein wichtiger Schritt: Chinesische Unternehmen seien dadurch nicht mehr durch die Rechenleistung beschränkt - bei den Algorithmen sei man bereits gleichauf. Huawei hat bereits einen KI-Beschleuniger produziert: Den 2018 vorgestellten Ascend 910 - schon damals entwickelt mit dem Ziel, Nvidia zu schlagen. Zwar kam er auch 2019 auf den Markt , kurz darauf folgten allerdings die ersten US-Sanktionen gegen Huawei.
Die machten es dem Unternehmen unmöglich, eigene Chips etwa bei TSMC fertigen zu lassen, weshalb der Ascend 910 seitdem auf Eis lag. Nun scheinen die Pläne wieder aktuell zu sein, möglicherweise dank fortgeschrittener 7-nm-Fertigung beim Auftragsfertiger SMIC. Denn ausländische Foundries fallen weiterhin aus.
Zwei gegen die Sanktionen
Wie Huawei ist auch iFlytek Ziel von US-Sanktionen. Die Software des Unternehmens soll zur Überwachung der Uiguren in der Provinz Xingjiang genutzt(öffnet im neuen Fenster) werden, weshalb das US-Handelsministerium iFlytek auf dessen Entity List(öffnet im neuen Fenster) führt.
Das erklärt, warum das Unternehmen nach einer Alternative zu Nvidias GPUs sucht: Nvidia darf iFlytek nicht einmal die leistungsbeschränkten Exportvarianten A800 und H800 verkaufen.
Dennoch verspricht iFlytek für LLM Starfire viel: Es könne Text erzeugen, Sprache verstehen, Fragen beantworten und logische Schlüsse ziehen, Programmcode erzeugen und habe "mathematische und multimodale Fähigkeiten" . Im ersten Halbjahr 2024 will iFlytek es gegen GPT-4 antreten lassen, das aktuell leistungsfähigste Modell von OpenAI.



