Kanada: Netzbetreiber benennen Ericsson und Nokia für 5G

Die beiden führenden kanadischen Mobilfunkbetreiber Telus und Bell (BCE)(öffnet im neuen Fenster) haben angekündigt, ihr 5G-Netz mit Ericsson und Nokia auszubauen. Das bedeutet aber nicht automatisch eine Entscheidung gegen Huawei. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) antwortete Telus nicht auf Anfragen, ob Huawei weiterhin 5G-Ausrüster sein könne. Netzbetreiber setzten häufig auf eine Multi-Vendor-Strategie und damit auf mehrere Ausrüster.
Von den drei großen kanadischen Anbietern hat Telus die stärkste Bindung zu Huawei, da ein Großteil seines 4G-Netzwerks von dem chinesischen Ausrüster kommt. Im Februar betonte Telus(öffnet im neuen Fenster) , die Einführung von 5G mit Huawei-Ausrüstung voranzutreiben.
Telus erklärte, in den nächsten drei Jahren 40 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung von Technologien zur Unterstützung des 5G-Rollouts bereitzustellen. Angaben zum Auftragsvolumen für Ericsson und Nokia wurden nicht gemacht.
BCE, die Muttergesellschaft von Bell, gab am Dienstagmorgen bekannt, mit dem schwedischen Ausrüster Ericsson zusammenzuarbeiten, um das 5G-Netzwerk auszubauen. Im Februar wurde der Ausbau von Bell mit Nokia erklärt. Auch Bell verwendet Huawei-Ausrüstung in seinem bestehenden Netzwerk.
Bell gilt in Kanada als einer der offensivsten Verteidiger der Zusammenarbeit mit Huawei, trotz der nicht bewiesenen Spionagevorwürfe aus den USA.
"Wir arbeiten mit mehreren Anbietern zusammen, um unser 5G-Netzwerk aufzubauen – genau wie bei unserem erfolgreichen Aufbau von 4G LTE, zu dem Cisco, Ericsson, Huawei, Nokia und andere gehörten" , schrieb Bell-Sprecher Marc Choma in einer E-Mail an BNN Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) . "Huawei war in der Vergangenheit ein zuverlässiger und innovativer Partner, und wir würden in Betracht ziehen, mit ihnen bei 5G zusammenzuarbeiten, wenn die Regierung die Teilnahme zulässt."
Die wichtigsten Mobilfunkbetreiber in dem US-Nachbarstaat Kanada sind Bell, Telus, Rogers und Freedom Mobile (Shaw). Huawei betreibt dort eine wichtige Forschungsstätte. Die kanadische Regierung unter Justin Trudeau hat noch keine Entscheidung zu Huawei getroffen.