Huawei: "In einigen Ländern gibt es zu viele Netzbetreiber"

Huawei gibt den Netzbetreibern Ratschläge für einen erfolgreichen Ausbau der Infrastruktur. Andere kritisieren, dass die Netze nicht ohne das Volk geplant werden könnten.

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Bei der ITU-Veranstaltung in Durban
Bei der ITU-Veranstaltung in Durban (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Laut einem Positionspapier von Huawei sind zu viele Netzbetreiber nicht gut für die Entwicklung der Telekommunikationsinfrastruktur eines Landes. "Wir haben herausgefunden, dass es in einigen Ländern zu viele Netzwerkbetreiber gibt. Wir meinen: 2 bis 4 bringen eine gute Wettbewerbssituation", sagte Edward Zhou, Vice President Global Public Affairs bei Huawei Technologies am 11. September 2018 auf der ITU Telecom World in Durban. Ein Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bringe immer eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts, ergab das Positionspapier "Telco Investment Innovation and Competition in ICT Infrastructure" des Netzwerkausrüsters.

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"Das Ziel ist, die Digitalisierung zu jeder Person, jedem Haushalt und jeder Organisation zu bringen in einer voll vernetzten intelligenten Welt," sagte Jianjun Zhou (Joe Deng), Vice President der Carrier Business BG für Emerging Markets bei Huawei Technologies, während der Veranstaltung.

Weltweit könnten laut der Studie bisher 3,4 Milliarden Menschen nicht an der Kommunikation teilhaben, 930 Millionen davon in Afrika. 870 Millionen Menschen hätten weltweit keinen Zugang zum Mobilfunk, 660 Millionen davon leben in Afrika. Keinen Breitbandzugang hätten global 1,1 Milliarden Haushalte, 242 Millionen seien davon in Afrika betroffen.

Internet so wichtig wie Wasser

Houlin Zhao, der Chef der UNO-Organisation ITU (International Telecommunication Union) betonte, dass er sehr froh sei, "dass Huawei hier überall auftritt. In Tansania baute Huawei das Netzwerk mit sehr guter und kostengünstiger Technik auf, brachte aber auch den Technikern dort das Wissen für den Netzwerkbetrieb bei". Die afrikanischen Märkte sollten sich im Telekommunikationsbereich entwickeln, in einigen Bereichen könnten sie sogar führend werden.

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Siyabonga Cwele, Minister für Telekommunikation und Post Südafrikas, sagte: "Breitband ist genauso wichtig wie Wasser, aber wir brauchen nicht nur Infrastruktur, sondern auch Online-Dienste etwa für Gesundheit und Arbeit, damit die Nachfrage nach Breitband steigt" Viel mehr Glasfaserverbindungen seien nötig, dass Festnetz spiele eine wichtige Rolle, und Afrika benötige eine Technologie, die Glasfaser, ADSL und Wireless verbinde.

Sonia Jorge, von der Alliance for Affordable Internet (A4AI) führte aus, das bei der Versorgung der Entwicklungsländer nur sehr langsame Fortschritte gemacht würden. "Das Internet ist aber ein öffentliches Gut und ein Grundrecht für alle."

Das Volk gehört mit an den Tisch

Sie kritisierte, dass die einfachen Leute nicht auf der ITU-Veranstaltung seien. "So könnt ihr die Probleme nicht verstehen, das Volk gehört mit an den Tisch." Der Ausbau der Telekommunikation laufe weiter meist nur in den bevölkerungsreichen Gebieten und den Handelszonen, weil es sich dort schneller rechne. Das Volk werde leider bei der Planung der Internet-Infrastruktur herausgehalten.

Die Organisation, in der Huawei, Google, Facebook, Cisco, Intel und Microsoft engagiert sind, fordere einen Preis von 1 GByte für 2 Prozent des Durchschnittseinkommens (1for2) der jeweiligen Länder. "Ein bezahlbares Internet für jeden ist das Ziel, bei dem die Nutzerdaten und die Meinungsfreiheit geschützt werden", forderte Jorge.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Huawei an der ITU Telecom World in Durban/ Südafrika teilgenommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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