US-Boykott und Rens Unterstützung der KP Chinas

So eng der Kontakt mit den Kunden ist, so reduziert ist der Kontakt mit der Öffentlichkeit. Ren mag keine öffentlichen Auftritte. Erst die US-Kampagne und der darauffolgende Boykott durch die Trump-Regierung brachten ihn vermehrt in die Medien. Ren hat immer betont, dass sein Unternehmen nicht für China spioniere. "Ich liebe mein Land weiterhin. Ich unterstütze die Kommunistische Partei Chinas. Aber ich werde niemals irgendetwas tun, um einer anderen Nation zu schaden", sagte er im Januar 2019.

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Über das Unternehmen, das den Beschäftigten gehört - natürlich mehrheitlich dem höheren Management -, sagte im Jahr 2017 ein damaliger ranghoher Deutscher im internationalen Huawei-Management: "Hintertüren, so etwas wäre ein absolutes No-Go. Wir haben intern Planspiele, was wir tun würden, wenn uns jemand so etwas fälschlich unterjubelt, um uns zu schaden."

Laut dem umstrittenen 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, und seiner Regierung ist Huawei ein verlängerter Arm des chinesischen Staats und seiner Geheimdienste. Einen Beweis dafür blieben die USA bisher schuldig. Zuletzt wurde von einer US-Delegation in London behauptet, Beschäftigte von Huawei seien gleichzeitig chinesische Geheimdienstagenten. Ein zuvor im Wall Street Journal veröffentlichter Artikel zu Huawei über staatliche Hilfen in Höhe von 75 Milliarden US-Dollar basiert nach Angaben des Konzerns "auf falschen Informationen und unzureichenden Argumenten". Auch die Militärzugehörigkeit von Ren ist immer wieder ein Thema für die USA.

Huawei soll laut Interpretation der US-Regierung durch das im Jahr 2017 verabschiedete chinesische National Intelligence Law gezwungen sein, auch im Ausland die nationale Geheimdienstarbeit zu unterstützen und daran mitarbeiten zu müssen. David Wang, Deputy Chef von Huawei Deutschland, sagte im Dezember 2018, es gebe keine Rechtsgrundlage dafür, dass chinesische Firmen im Ausland Daten für die Regierung in Peking sammeln müssen, weil sie den dortigen Gesetzen unterlägen.

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Der Konflikt mit den USA ist dabei nicht neu: Huawei hat dreimal versucht, US-amerikanische Technologieunternehmen zu kaufen, was von den US-Behörden mit Verweis auf die nationale Sicherheit blockiert wurde. Dabei handelte es sich um den Netzwerkausrüster 3Com im Jahr 2008, die Motorola-Mobilfunksparte im Jahr 2010 und den Server-Entwickler 3Leaf Systems im Jahr 2011.

Doch nach dem Amtsantritt Trumps im Januar 2017 eskalierte die Auseinandersetzung in dem von den USA begonnenen Handelskrieg gegen den Rivalen China. Wären die Übernahmen erfolgreich verlaufen, wäre Huawei vielleicht schon ein vertrauenswürdiger Partner der USA und seiner Geheimdienste und würde dem Patriot Act und aktuell dem Cloud Act folgen, der den US-Behörden weitreichende Zugriffe auf die Daten von US-Cloud-Providern auch im Ausland gibt.

Ren ist schließlich ein bekennender Fan der USA. Er holte sich von IBM Hilfe für modernes Management, viele der jungen Beschäftigten hätten eine Denkweise wie Programmierer im Silicon Valley. Von seiner ersten US-Reise berichtet Ren: "Ich war tief beeindruckt vom US-amerikanischen Innovationsgeist." Er mag die harte Arbeit unter rauen Bedingungen im Silicon Valley. "Auch in Garagen", sagt er. Dieser Geist lebt laut Ren noch heute im Silicon Valley.

Ren sagte der ARD: "Ich glaube nicht, dass US-Politiker für die USA repräsentativ sind. Meine Ambitionen für die USA bleiben unverändert und ich hasse keinen US-Politiker." Warum auch? Wenn sie auf Huawei einschlügen, brächten sie den Konzern dazu, härter zu arbeiten, betont Ren. Eine seiner größten Ängste ist laut einem Insider, dass seine Beschäftigten nicht hart genug arbeiten.

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