Vom Militär in die Wirtschaft

Mit der Verkleinerung der Armee im Jahr 1982 verlor Ren seinen Job. Seine Einheit sei ein "gemischtes Korps" gewesen und somit eines von denen, die als erstes aufgelöst wurden, berichtete Ren.

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China ging gerade zum Kapitalismus über, als Ren direkt von der Armee zur Wirtschaft wechselte. In der Armee hatte man zu Maos Zeiten das Motto "Dem Volk dienen". "Ich hatte das Gefühl, dass alle Unternehmen ihr Geld mit Betrug erlangten. Warum sollte ein Produkt, das für 10 Yuan gekauft wurde, für 12 Yuan verkauft werden?", sagte Ren der ARD.

Zunächst arbeitete er in der Logistik der Shenzhen South Sea Oil Corporation. Huawei sei nicht gegründet worden, "weil ich pleite war, sondern weil ich entlassen wurde", erklärte Ren. "Ich musste mir einen anderen Job suchen. Ich fand heraus, dass Shenzhen die Menschen ermutigte, Technologieunternehmen aufzubauen. Ich dachte, das könnte ich auch probieren."

1988 wurde Ren Chief Executive Officer von Huawei und hat seitdem den Titel inne. Zu Beginn bestand Huawei nur aus ein oder zwei Personen. Da er es sich nicht leisten konnte, einen Lkw für den Warenversand zu mieten, musste Ren selbst Säcke mit IT-Produkten im Bus und zu Fuß befördern. Man verkaufte Technik anderer Firmen. "Allmählich wuchs unsere Belegschaft auf 10 bis 20 an. Wir haben oft selbst Güter von Lastwagen abgeladen. Wie Hafenarbeiter haben wir Holzkisten abgeladen und ins Lager gebracht. Wann immer Kunden nach Waren fragten, luden wir sie auf und lieferten sie aus", erinnert sich Ren.

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Wolfgang Hirn schreibt in seinem Buch Chinas Bosse: Unsere unbekannten Konkurrenten, dass Huawei als eine Handelsfirma mit zwölf Beschäftigten gestartet sei, laut dem Gründer waren es noch weniger. Als Ren Huawei gründete, war er bereits 44 Jahre alt. "Sie verkauften zunächst Schalteinrichtungen für Telekomfirmen, ein paar Jahre später stellten sie sie selbst her. Sie waren zunächst von schlechter Qualität, hatten aber günstige Preise, und Huawei bot einen sehr guten Service. Und Huawei ging in Gegenden Chinas, die die ausländischen Konkurrenten wie Ericsson oder Motorola mieden", schreibt Hirn.

Ren berichtet selbst über die Zeit um den März 2000: "Als die IT-Blase platzte, waren wir auch mit einer großen Krise konfrontiert und standen kurz vor dem Zusammenbruch. Wir konnten nur minderwertige Teile kaufen, um unsere Produkte herzustellen und an Kunden zu verkaufen." Doch das sollte sich bald ändern.

Der Servicegedanke von Huawei ist heute laut mehreren deutschen Netzbetreibern legendär, niemand hält die Telekommunikationstechnik der Chinesen noch für minderwertig: Für jeden wichtigen Kunden in Deutschland unter den Telekommunikationsbetreibern hat Huawei ein Team von 250 bis 300 Experten, die jeden möglichen Wunsch der Firma erkennen sollen, bevor er formuliert wird. "Die kennen die Netze besser als der Betreiber selbst", sagte uns ein Unternehmens-Insider bei Huawei.

Der frühere Telekom-Technikchef Bruno Jacobfeuerborn erklärte Golem.de im Jahr 2017: "Wenn ich die anderen Netzausrüster bei Problemen kontaktiere, schicken sie mir einen Link auf das Handbuch. Huawei setzt sofort 30 Experten in ein Flugzeug, die das Problem am nächsten Tag lösen."

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 Huawei-Gründer Ren Zhengfei: Der Milliardär, der im Regen auf ein Taxi wartetUS-Boykott und Rens Unterstützung der KP Chinas 
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