Die Schattenseiten der offenen Bauweise
Vor allem in Telefonaten kann es vorkommen, dass wir in einer lauteren Umgebung die Gegenseite nicht gut hören können, selbst mit der maximalen Lautstärke. Das ist ein typisches Open-Ear-Problem und keine Freeclip-Besonderheit. Weder die Freeclip noch Openfit und Link Buds haben eine Mikrofonsteuerung direkt am Gerät. In Anbetracht der guten Telefonieleistung der Freeclip und der Link Buds ist das in beiden Fällen bedauerlich.
Die Freeclip nutzen Bluetooth 5.3; zu den unterstützten Bluetooth-Codecs gehören SBC und AAC sowie die beiden Huawei-spezifischen Codecs LC3 und L2HC für eine höhere Auflösung. Im Unterschied zu anderen Huawei-Hörstöpseln fehlt diesmal eine LDAC-Unterstützung. Es gibt Bluetooth-Multipoint, um die Freeclip an bis zu zwei Geräten parallel nutzen zu können. Wir können also nahtlos zwischen den Geräten wechseln und etwa beim Schauen eines Videos auf dem Tablet einen Anruf am Smartphone annehmen.
Erfreulicherweise können wir bei einer Multipoint-Verbindung auf beiden Geräten die App nutzen. Derzeit ist Technics der einzige Hersteller, der sogar drei parallele Geräteverbindungen bei Bluetooth-Multipoint erlaubt. Huawei kennt als Besonderheit die Möglichkeit, bei aktiviertem Bluetooth-Multipoint ein bestimmtes Gerät zu priorisieren, um den Verbindungsaufbau zu beschleunigen.
Sonderbare Entscheidungen rund um Bluetooth-Multipoint
Bei Bedarf lässt sich Bluetooth-Multipoint abschalten. Allerdings agieren die Freeclip dann besonders rabiat und übernehmen eine bestehende Bluetooth-Verbindung. Alle Einstellungen rund um Bluetooth-Multipoint stehen nur in der Android-App zur Verfügung, der iPhone-App fehlen sie. Immerhin ist Multipoint standardmäßig aktiv, so dass sich die Funktion mit einem iPhone problemlos nutzen lässt.
Huawei bietet bei den Freeclip eine Ohrerkennung: Sobald wir einen oder beide Mini-Kopfhörer vom Ohr nehmen, unterbricht die Musikwiedergabe. Sie wird fortgesetzt, sobald wieder beide am Ohr hängen. Das funktioniert an sich prima, allerdings dürfen sie nicht länger als drei Minuten vom Ohr genommen werden, dann wird die Musikwiedergabe nicht fortgesetzt – für uns eine unnötige und unpraktische Beschränkung, die es auch bei anderen Huawei-Produkten gibt. Es wird Zeit, dass Huawei daran etwas ändert. Die Ohrerkennung kann bei Bedarf deaktiviert werden.
Tolle App für Freeclip
Konfiguriert werden die Freeclip in Huaweis AI-Life-App für Android und iOS. Derzeit ist die Installation der AI-Life-App unter iOS einfacher als unter Android, weil die AI-Life-App nur abseits des Play Store zu bekommen ist. Am einfachsten ist die AI-Life-App über die Huawei-Webseite herunterzuladen und zu installieren. Praktischerweise hat die Android-Version der App ein integriertes Update-System.
Die Huawei-App benötigt erfreulicherweise weder eine GPS-Aktivierung noch ein Nutzerkonto. Sie ist schnell gestartet und verbindet sich zügig mit den Freeclip. Das alles ist lobenswert, weil nicht selbstverständlich. Die App ist gut strukturiert; der Ladestand der Freeclip sowie des Ladeetuis wird sehr genau in Einerschritten angezeigt – sehr vorbildlich.
In der App gibt es keinen Equalizer, aber einige Modi zur Anpassung des Klangs. Außerdem lassen sich in der App die Funktionen für die Steuerung bedingt anpassen. Wir können die Audiolatenz verringern und bei Bedarf den Ladeton für das Etui abschalten. Für Letzteres müssen sich die Freeclip im Ladeetui befinden.
Firmware-Updates werden ungewöhnlich schnell installiert sind und werden manuell gesteuert. Zudem können wir die Freeclip aus der App heraus piepen lassen, falls sie verlegt wurden; für Android-Nutzer ist eine zuschaltbare Lautstärke-Erhöhung vorhanden. Letzteres fehlt – wie die Bluetooth-Multipoint-Einstellungen – in der iOS-Version der App. Generell fehlt uns eine Möglichkeit, die Ansagen des Produkts auf Deutsch zu stellen oder die Ansagen bei Bedarf ganz abschalten zu können.
Freeclip haben eine gute Akkulaufzeit
Wie bei klassischen Hörstöpseln gehört ein Ladeetui dazu, das angenehm klein und kompakt ist. Die Freeclip werden mittels Magnetkraft gehalten – wie es auch von ähnlichen Produkten bekannt ist. Beim Ablegen müssen wir nicht darauf achten, sie auf die richtige Seite zu legen – sehr angenehm. Das Ladeetui hat eine USB-C-Buchse und drahtloses Laden wird unterstützt.
Für die Freeclip nennt Huawei eine Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden, diesen Wert erreichen wir bei moderater Lautstärke. Wenn wir uns viel in lauten Umgebungen aufhalten, verringert sich die Akkulaufzeit um rund eine Stunde. Ist der Akku der Freeclip leer, können wir nach fünf Minuten Ladezeit wieder für eine Stunde Musik hören – ein gutes Ergebnis. In zehn Minuten gibt Huawei drei Stunden Wiedergabe an, in unserem Fall gingen die Freeclip aber nach etwas mehr als 2 Stunden schon wieder aus.
Das Ladeetui hat so große Reserven, dass wir die Freeclip-Akkus knapp viermal aufladen können und eine Gesamtakkulaufzeit von 36 Stunden erreichen. Das ist ein ordentlicher Wert.
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Bei Knochenschall hätte ich jetzt nicht erwartet, dass die Umgebung etwas hört. Aber wenn...
Ich nutze die freebuds schon ein paar Monate, mit dem Klang bin ich zufrieden und die...
Du meinst man sollte lieber keine Wahl haben und einfach viel mehr verbieten? Eine sehr...
im Vergleich zu den anderen Open-Ear-Produkten ist der Klang mit den Freeclip in jedem...
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