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Huawei Freebuds 5i im Test: Gelungene Alternative zu Airpods Pro 2 kostet nur 100 Euro

Huawei bietet mit den neuen Freebuds 5i eine überzeugende Alternative zu den Airpods Pro 2 . Sie übertreffen die Apple-Stöpsel in einigen Punkten und sind dabei viel günstiger.
/ Ingo Pakalski
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Huaweis Freebuds 5i im Test (Bild: Ingo Pakalski/Golem.de)
Huaweis Freebuds 5i im Test Bild: Ingo Pakalski/Golem.de

Huawei hat die Freebuds 5i mit Active Noise Cancellation (ANC) vorgestellt und bereits vor der offiziellen Produktankündigung hatte Golem.de die Möglichkeit, die neuen Huawei-Stöpsel zu testen. In Anbetracht der überzeugenden Leistung der teureren Freebuds Pro 2 hatten wir die Hoffnung, dass Huawei beim preiswerteren Modell nicht zu viele Eigenschaften einspart. Diese Hoffnung hat sich im Test zum Großteil bestätigt und die neuen Freebuds 5i sind vor allem zu einem Preis von 100 Euro ein echter Geheimtipp.

Zu unseren Testkriterien: Bei einem guten ANC-Hörstöpsel erwarten wir nicht nur, dass sie gut klingen und Außengeräusche spürbar reduzieren. Sie müssen bequem im Ohr sitzen und das auch, wenn sie lange getragen werden. Wir brauchen eine gute Steuerung mit Lautstärkeregulierung, beim Laufen darf kein Schritthall auftreten, Bluetooth-Multipoint sollte unterstützt werden und bei der Telefonie sollten Umgebungsgeräusche für andere nicht zu laut zu hören sein. Außerdem sollte das ANC-Produkt nicht windempfindlich sein und eine Mikrofonsteuerung am Stöpsel haben.

Die Freebuds 5i mussten gegen die Crème de la Crème im Bereich der Bluetooth-Hörstöpsel antreten: die Freebuds Pro 2 von Huawei , die Quiet Comfort Earbuds II von Bose mit einer besonders hohen ANC-Leistung sowie die Airpods Pro 2 von Apple , die als einzige Android nicht in Form einer App unterstützen.

Optisch kaum ein Unterschied zwischen Freebuds 5i und Freebuds Pro 2

Insbesondere haben wir die Freebuds 5i mit den teureren Freebuds Pro 2 verglichen. Kommen wir zunächst zur Optik: Die Freebuds 5i ähneln den Freebuds Pro 2 enorm, beide setzen auf ein Design, bei dem ein kurzer Stiel nach unten aus dem Ohr ragt. In dem Stiel ist die Steuerung enthalten. Anders als bei den Freebuds Pro 2 gibt es beim neuen Modell ausschließlich eine Sensorsteuerung – und nicht die tolle Mischung aus Knopf- und Sensorsteuerung, die Apple für die Airpods Pro 2 übernommen hat.

Der Tragekomfort der beiden Huawei-Produkte ist identisch. Wie bei den Airpods Pro 2 oder den neuen Bose-Stöpseln werden die Freebuds 5i nicht ins Ohr gedreht, sondern eher ins Ohr gehängt. Das sorgt auch bei den neuen Freebuds-Stöpseln für ein ausgesprochen gutes Tragegefühl – wir können die Stöpsel mehrere Stunden tragen, ohne dass es unangenehm wird oder gar schmerzt. Das Tragegefühl ist wichtig, denn was nützt etwa ein toller Klang eines Stöpsels, wenn schon nach einer Stunde die Ohren wehtun? Den Freebuds 5i liegen Aufsätze in drei Größen bei, sie sollten damit für die meisten Ohrformen passen.

Die Freebuds 5i werden auch unter einer Mütze nicht schmerzhaft ins Ohr gedrückt, bei Kopfbewegungen gibt es keine unangenehmen Geräusche. Beides macht bei Hörstöpseln vieler anderer Hersteller Probleme. Die Huawei-Hörstöpsel sind nach IP54 zertifiziert, so dass sie gegen Spritzwasser geschützt sind und auch bei Regen getragen werden können.

Freebuds 5i bieten eine Lautstärkesteuerung

Die Sensorsteuerung der Freebuds 5i ist zum Großteil gelungen, wir haben keine Probleme, dass Gesten falsch erkannt werden. Ein Doppeltipp dient zur Musik- und Anrufsteuerung und mit einem langen Drücken wechseln wir zwischen ANC-Betrieb und Transparenzmodus. Bei Bedarf kann auch nur ein Stöpsel genutzt werden.

Dabei wird der entsprechende Modus angesagt, allerdings nur auf Englisch und das Ganze ist nicht abschaltbar. Die Belegung lässt sich zum Teil anpassen, um zumindest am Stöpsel etwa einen Titelsprung nach vorne durchführen zu können. Aufgrund der wenigen Sensorgesten ist die Steuerung der Freebuds 5i nicht so umfassend wie bei den Freebuds Pro 2.

Für die Lautstärkeregelung setzt Huawei auch beim neuen Modell auf eine Wischgeste über den Stiel. Allerdings gibt es einen Unterschied zu den Freebuds Pro 2: Beim neuen Modell befindet sich der Sensorbereich nicht auf der Stielseite, die nach vorne zeigt, sondern außen am Stiel. Das führt dazu, dass die Freebuds 5i gerne mal ungewollt aus dem Ohr gedrückt werden, wenn die Lautstärke verändert wird.

Um das zu verhindern, müssen wir die Stöpsel mit einem anderen Finger festhalten. Daran haben wir uns zwar schnell gewöhnt, es bleibt aber eine Komforteinbuße gegenüber den Freebuds Pro 2, die für uns eine besonders gute Steuerung liefern. Apple hat sie für die Airpods Pro 2 mittlerweile übernommen. Leider fehlt auch den neuen Huawei-Stöpseln wieder ein Befehl, um das Mikrofon in einem Telefonat abschalten zu können.

Bei der Klangqualität reichen die Freebuds 5i nicht ganz an die Konkurrenz heran. Gemessen am Preis ist das aber mehr als tolerabel.

Freebuds 5i liefern eine gute Klangqualität

Im Klangvergleich mit den Freebuds Pro 2 schneiden die Freebuds 5i minimal schlechter ab. Beide Stöpsel liefern angenehm ausgeprägte Höhen mit präsenten Stimmen und einen intensiven Mittenbereich. Unterschiede gibt es bei der Bassintensität, hier liegen die Freebuds Pro 2 vorne; das fällt besonders bei moderner Popmusik auf. Den Unterschied können wir mit Softwarehilfe aber fast ganz abstellen, denn es gibt einen Bassverstärker für die Freebuds 5i, mit dem sie mehr Bass als die Freebuds Pro 2 liefern. Dabei ist der Bass für unseren Geschmack sogar etwas zu präsent – bei bassintensiver Popmusik passt es aber.

Klanglich dicht beieinander sind die Freebuds 5i auch im Vergleich mit den Airpods Pro 2, wobei die Bassintensität der Apple-Stöpsel ebenfalls höher ist. Gegen die Quiet Comfort Earbuds II müssen sich die Huawei-Stöpsel deutlicher geschlagen geben: Die Bose-Stöpsel spielen druckvoller und überzeugen außer mit einem angenehm intensiven Tiefbass auch mit einer sehr guten Klarheit.

Auch wenn die Freebuds 5i im direkten Vergleich mit der Konkurrenz etwas schlechter abschneiden, liefern sie noch immer einen guten Klang mit vielen Details und einer angenehmen Räumlichkeit. Im Hinblick darauf, dass die Huawei-Stöpsel deutlich preiswerter sind als etwa die Konkurrenz von Apple oder Bose, haben die Huawei-Stöpsel in dieser Disziplin ein vorzügliches Preisleistungsverhältnis.

Huawei eliminiert Schritthall bei den Freebuds 5i

Ausgesprochen angenehm finden wir, dass die Freebuds 5i keinen Schritthall verursachen. Wenn die Aufsätze der Stöpsel zu sehr abdichten, kann das einen Druck im Ohr erzeugen, der zu Schritthall führt. Wir hören dann jeden einzelnen Schritt beim Laufen als dumpfes Auftreten – das ist nicht nur unangenehm, sondern stört auch den Musikgenuss. Die meisten Hersteller von Bluetooth-Hörstöpseln unternehmen nichts dagegen, die Freebuds 5i heben sich damit positiv von vielen Konkurrenzprodukten ab.

Die Freebuds 5i sind mit Active Noise Cancellation (ANC) versehen, damit sollen störende Umgebungsgeräusche gedämmt werden. Der primäre Einsatzzweck sind Flugreisen, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Spazieren an einer viel befahrenen Straße kann ANC Störgeräusche verringern. Wir haben wie üblich getestet, wie stark die Stöpsel Störgeräusche dämmen, ohne dass wir dabei Musik hören. Es ging uns darum, die ANC-Leistung beurteilen zu können.

Freebuds 5i haben eine gute ANC-Leistung

Die Freebuds 5i zeigen eine ähnliche ANC-Leistung wie die Freebuds Pro 2. Damit liefern die neuen Huawei-Stöpsel eine gute Leistung, können aber nicht mit der Spitze mithalten. Deutlich besser als die Freebuds 5i schneiden die Airpods Pro 2 ab, die Geräusche spürbar stärker verringern als die Huawei-Konkurrenz. Apple hat die ANC-Leistung der Airpods Pro 2 deutlich angehoben, die Airpods Pro der ersten Generation liegen auf dem Niveau der Huawei-Produkte.

Nochmal deutlich übertroffen werden die Airpods Pro 2 von den Quiet Comfort Earbuds II von Bose. Sie haben derzeit die mit Abstand höchste ANC-Leistung aller Bluetooth-Hörstöpsel. Mit keinem anderen Stöpsel können wir so viel Stille erzeugen wie mit dem Bose-Produkt, das sogar auf dem Niveau der besten ANC-Kopfhörer liegt. Auch wenn die Freebuds 5i hier nicht ganz vorne mitspielen, ist die ANC-Leistung ausreichend, damit wir Musik nicht lauter drehen müssen, wenn es viel Krach um uns herum gibt.

Die ANC-Technik der Freebuds 5i ist dabei nicht ganz so rauscharm wie bei den Freebuds Pro 2. Sobald wir damit Musik hören, stört es aber nicht mehr. In der zugehörigen App können wir wie bei den Freebuds Pro 2 zwischen drei ANC-Stufen wählen. Die Justage benötigen wir jedoch nicht, wir wollen bei einem ANC-Gerät eine möglichst effektive Geräuschreduzierung. Der Unterschied zwischen den einzelnen Stufen fällt ohnehin ausgesprochen gering aus. Die ANC-Automatik der Freebuds Pro 2 gibt es bei den Freebuds 5i nicht, sie fehlt uns allerdings auch nicht.

Freebuds 5i sind windempfindlich

Einer der größten Nachteile der Freebuds 5i ist die starke Windempfindlichkeit: Sobald uns ein wenig Wind um die Nase bläst, hören wir das als lautes Pfeifen im Hörstöpsel, das stört den Musikgenuss. ANC-Produkte sind für solche Windprobleme anfällig, wenn Hersteller keine Gegenmaßnahmen treffen. Solche Maßnahmen gibt es bei den Freebuds Pro 2, sie fehlen aber beim 5i-Modell.

Im Unterschied zu den Freebuds Pro 2, den Airpods Pro 2 und den Quiet Comfort Earbuds II verändert sich der Klang bei den Freebuds 5i, wenn wir ANC abschalten: Er verschlechtert sich spürbar. Das gleiche Problem gibt es im Transparenzmodus. Da wir davon ausgehen, dass die Stöpsel beim Musikhören die ganze Zeit mit aktiviertem ANC laufen, halten wir die Einschränkungen in der Praxis für gering.

Wer allerdings weiß, dass er bei aktiviertem Transparenzmodus viel Musik hört, wird mit den Freebuds 5i nicht zufrieden sein. Wer den Transparenzmodus hingegen nur nutzt, um etwa Ansagen zu lauschen oder sich mit anderen zu unterhalten, wird die Beschränkung nicht bemerken, wenn dabei ohnehin keine Musik läuft.

Transparenzmodus der Freebuds 5i klingt natürlich

Der Transparenzmodus der Freebuds 5i klingt recht natürlich, wir bemerken keinen gravierenden Unterschied zwischen Transparenzmodus und gar keinen Stöpseln im Ohr. Die bei den Freebuds Pro 2 vorhandene Stimmenverstärkung gibt es nicht, sie brachte uns aber ohnehin kaum etwas. Die Musik wird weder leiser gemacht noch angehalten, wenn wir den Transparenzbetrieb aktivieren. Wie im ANC-Betrieb sind die Freebuds 5i im Transparenzbetrieb entsprechend windempfindlich und schneiden schlechter ab als die Freebuds Pro 2.

Es ist schade, dass Huawei bei den Freebuds 5i nichts gegen die Windgeräusche unternommen hat. Denn bei Anrufen schneiden die Freebuds 5i sogar draußen außergewöhnlich gut ab.

Freebuds 5i liefern hervorragende Anrufqualität

Anders als bei vielen Konkurrenzprodukten werden Störgeräusche bei Telefonaten für die andere Seite von den Freebuds 5i soweit ausgeblendet, dass sie nur leise wahrnehmbar und wir weiterhin gut zu verstehen sind. Es gibt damit eine ebenso vorzügliche Anrufqualität bei Telefonaten wie mit den Freebuds Pro 2.

Wenn wir mit den Freebuds 5i eine Straße entlanglaufen und ein Auto an uns vorbeifährt, ist das für die andere Seite nur leise im Hintergrund zu hören. Damit schlagen die Freebuds 5i die Airpods Pro 2 und die Bose-Stöpsel deutlich. Allerdings stört auch bei Telefonaten die Windempfindlichkeit der Freebuds 5i. Die andere Seite hört es dann pfeifen, in dieser Disziplin schneiden die Apple-Stöpsel besser ab.

Auch drinnen sind wir mit der Anrufqualität der Freebuds 5i ausgesprochen zufrieden: Wenn wir dabei etwa auf einer Tastatur tippen, ist das für andere nicht hörbar. Hier sind die Freebuds 5i besser als die Airpods Pro 2 und die Bose-Konkurrenz. Wenn wir beim Telefonieren mit Geschirr klappern, ist das bei den Freebuds 5i zwar für die andere Seite zu hören, aber so stark gedämpft, dass wir weiterhin gut verstanden werden – auch hier liegen die Huawei-Stöpsel vor der Apple-Konkurrenz. Bei vielen Konkurrenzprodukten dürfen wir bei einem Telefonat nichts nebenher machen, das Geräusche verursacht, weil sie viel zu stark verstärkt werden.

Freebuds Pro 2 haben Telefon-Tuning

Die Freebuds Pro 2 haben für die Telefonie noch eine spezielle HD-Option, die es bei den Freebuds 5i nicht gibt. Damit lassen sich Umgebungsgeräusche noch effizienter verringern und wir sind damit für die Gegenseite noch besser zu verstehen. Selbst ohne HD-Option liefern die Freebuds 5i aber eine in diesem Segment besonders gute Sprachqualität. Wie erwähnt, fehlt den Freebuds 5i eine Möglichkeit, das Mikrofon während eines Telefonats am Stöpsel abschalten zu können. Dieses Manko teilen die Stöpsel mit den meisten Konkurrenzprodukten, es bleibt trotzdem ein Ärgernis.

Die Freebuds 5i schlagen die Airpods Pro 2 nicht nur bei der Anrufqualität bei Telefonaten, sondern auch bei den Bluetooth-Funktionen. Sie arbeiten mit Bluetooth 5.2, zu den unterstützten Bluetooth-Codecs gehören SBC, AAC sowie LDAC. Letzteres fehlt den Apple- und Bose-Produkten.

Freebuds 5i erlauben zwei Bluetooth-Verbindungen

Die Freebuds 5i gehören zu den wenigen Bluetooth-Hörstöpseln am Markt, die Bluetooth-Multipoint unterstützen. Wir können also zum Beispiel ein Smartphone und ein Tablet parallel betreiben. So können wir nahtlos zwischen den Geräten wechseln und etwa beim Schauen eines Videos auf dem Tablet einen Anruf am Smartphone annehmen. Diese Mehrgerätenutzung funktioniert mit beliebigen Bluetooth-fähigen Geräten und kann bei Bedarf deaktiviert werden – zumindest auf Android-Geräten.

Huawei bietet die AI-Life-App zur Konfiguration ihrer Kopfhörer-Produkte sowohl für Android als auch für iOS an. Im Test fiel uns eine sonderbare Beschränkung in der Huawei-App für iOS auf: Die Einstellungen zur Konfiguration der Bluetooth-Multipoint-Funktion fehlte in der App komplett – das gilt auch für die Freebuds Pro 2.

Auf Nachfrage von Golem.de erklärte Huawei, dass es sich dabei um "eine Restriktion von Seiten Apples handelt" . Daher ist davon auszugehen, dass diese Beschränkung bestehen bleibt. Unklar ist aber, weshalb andere Hersteller wie etwa Sony diese Funktionen für Kopfhörer auch in der iOS-App anbieten können.

Gute App für Freebuds 5i

Derzeit ist die Installation der AI-Life-App unter iOS einfacher als unter Android, weil die AI-Life-App in der aktuellen Version nur abseits des Play Store zu bekommen ist. Am einfachsten ist es, die AI-Life-App für Android über die Huawei-Webseite(öffnet im neuen Fenster) herunterzuladen und zu installieren. Dafür muss man der Installation der App zustimmen und der App erlauben, Updates zu installieren. Danach aktualisiert sich die App bei Bedarf selbst, das ist angenehm. Dadurch ist es ohne großen Aufwand möglich, die App auf Amazons Fire Tablets zu installieren, während andere Hersteller diese Plattform meist nicht unterstützen.

Die Huawei-App benötigt erfreulicherweise weder eine GPS-Aktivierung noch ein Nutzerkonto. Sie ist sehr schnell gestartet und verbindet sich zügig mit den Stöpseln. Das alles ist bei der Konkurrenz leider nicht selbstverständlich und daher entsprechend lobenswert. Die App ist gut strukturiert und wir können darin den ANC-Modus ändern oder die Ohrerkennung umschalten.

Huawei bietet für die Freebuds 5i eine Ohrerkennung und sobald wir mindestens einen Stöpsel aus dem Ohr nehmen, unterbricht die Musikwiedergabe. Sie wird fortgesetzt, wenn wieder beide Stöpsel im Ohr stecken. Allerdings dürfen sie nicht länger als drei Minuten aus dem Ohr genommen werden, dann wird die Musikwiedergabe nicht fortgesetzt – eine für uns unnötige und unpraktische Beschränkung. Die Ohrerkennung kann bei Bedarf deaktiviert werden.

Einen richtigen Equalizer gibt es nicht, wir können den Bass oder die Höhen bei Bedarf anheben. Wir sehen in der App den Ladestand von Stöpseln und Ladeetui; es steht ein Passtest zur Verfügung, mit dem sich prüfen lässt, ob die Stöpsel korrekt im Ohr sitzen. Es lassen sich Firmware-Updates vornehmen, die schnell installiert und bei Bedarf nur manuell vorgenommen werden. Zudem können wir die Stöpsel aus der App heraus piepsen lassen, falls sie verlegt wurden.

Freebuds 5i liefern eine gute Akkulaufzeit

Die Freebuds 5i erreichen eine Akkulaufzeit von sechs Stunden und schlagen damit die Freebuds Pro 2, die gerne etwas mehr Reserven haben dürften. Mit dem Ladeetui sind mit den Freebuds 5i bis zu 28 Stunden möglich – auch hier gibt es mehr Reserven als bei den Freebuds Pro 2. Das Ladeetui der neuen Freebuds ist angenehm klein und hat eine USB-C-Buchse zum Aufladen. Drahtloses Aufladen über Qi-Technik ist nicht möglich, aber bei dem Preis durchaus verzichtbar.

Die Freebuds 5i lassen sich bequem im Ladeetui ablegen und wieder entnehmen. Dabei werden die Stöpsel mit Magnetkraft gehalten, damit sie nicht versehentlich herausfallen können. Der Umgang mit dem Ladeetui ist angenehm.

Huawei Freebuds 5i: Verfügbarkeit und Fazit

Huawei bietet die Freebuds 5i(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 100 Euro. Wir haben die Freebuds 5i in Nebula Black getestet, es gibt sie auch in Ceramic White und Isle Blue. Zum Vergleich: Die Freebuds Pro 2(öffnet im neuen Fenster) kosten regulär 200 Euro. Im Handel gibt es die Freebuds Pro 2 bereits für um die 140 Euro . Die Airpods Pro 2(öffnet im neuen Fenster) kosten regulär 300 Euro; im Handel sind die Airpods Pro 2 für um die 260 Euro zu bekommen.

Fazit

Für einen Listenpreis von 100 Euro sind die Freebuds 5i ein echter Geheimtipp: Sie sitzen unfassbar bequem im Ohr, haben einen tollen Klang ohne Schritthall, eine hohe ANC-Leistung, eine lange Akkulaufzeit, eine gute Steuerung mit Lautstärkeregulierung sowie eine bessere Telefoniequalität als etwa die Airpods Pro 2. Zudem ist Bluetooth-Multipoint vorhanden, das bei der Apple-Konkurrenz ganz fehlt. Beim Thema Windempfindlichkeit bleiben die neuen Huawei-Stöpsel jedoch hinter der Apple-Konkurrenz zurück.

Wer knapp 50 Euro mehr investiert, bekommt derzeit von Huawei die Freebuds Pro 2, die in einigen Punkten mehr leisten als die Freebuds 5i. Die Freebuds Pro 2 klingen schöner, haben eine bessere Steuerung und sind dabei nicht windempfindlich. Außerdem liefern sie eine viel bessere Steuerung und sind derzeit die Bluetooth-Hörstöpsel mit der besten Sprachqualität bei Anrufen.

Wie bei den Freebuds Pro 2 fehlt uns bei den Freebuds 5i vor allem eine Mikrofonsteuerung direkt am Stöpsel und beide könnten bei der ANC-Leistung noch zulegen. Wer Wert auf eine möglichst hohe ANC-Leistung legt, bekommt diese derzeit von Bose: Die Quiet Comfort Earbuds II liefern die mit Abstand größte ANC-Leistung im Bereich der Bluetooth-Hörstöpsel. Einer der größten Nachteile der Bose-Stöpsel ist die fehleranfällige Zusammenarbeit mit der Bose-App.

Huawei schlägt mit den Freebuds 5i viele etablierte Konkurrenten wie Jabra, Sony oder Sennheiser, indem sie für 100 Euro ein überzeugendes Gesamtpaket liefern. Die wesentliche Einschränkung ist die Windempfindlichkeit beim Einsatz draußen. Bei der Konkurrenz müssen sich Käufer teils auf viel mehr Kompromisse einlassen, wie etwa Schritthall oder eine fehlende Lautstärkeregelung – und das zu einem deutlich höheren Preis.


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