Abo
  • Services:
Anzeige
Der Speedport Hybrid der Telekom - eines von vielen Geräten, deren private Schlüssel nicht mehr privat sind
Der Speedport Hybrid der Telekom - eines von vielen Geräten, deren private Schlüssel nicht mehr privat sind (Bild: Telekom)

HTTPS/SSH: Embedded-Geräte von 50 Herstellern benutzen unsichere Keys

Der Speedport Hybrid der Telekom - eines von vielen Geräten, deren private Schlüssel nicht mehr privat sind
Der Speedport Hybrid der Telekom - eines von vielen Geräten, deren private Schlüssel nicht mehr privat sind (Bild: Telekom)

Zahlreiche Embedded-Geräte, darunter Router, Kameras, Telefone und vieles mehr, nutzen in der Firmware hardcodierte Schlüssel für HTTPS- und SSH-Verbindungen. Die Schlüssel werden in Kürze öffentlich bekannt sein, die verschlüsselten Verbindungen bieten damit kaum noch Schutz.

Anzeige

Zahlreiche Hersteller von Embedded-Geräten haben offenbar in Sachen Kryptographie ziemlich geschlampt. Bei einem Forschungsprojekt gelang es Stefan Viehböck von der Firma SEC Consult, über 500 private Schlüssel für HTTPS- und SSH-Verbindungen zu extrahieren. Diese privaten Schlüssel kommen auf neun Prozent der im Internet erreichbaren HTTPS-Hosts und sechs Prozent der SSH-Hosts zum Einsatz. Die Sicherheitslücke betrifft etwa 50 verschiedene Hersteller, darunter nahezu alle bekannten Homerouter-Hersteller und auch die Deutsche Telekom. Neben Routern wurden auch IP-Kameras, Modems, VoIP-Telefone und andere Embedded-Geräte untersucht.

580 private Schlüssel gefunden

SEC Consult hat die Firmware-Images von mehr als 4.000 Embedded-Geräten untersucht. Bei korrekt arbeitenden Geräten sollten in der öffentlich verfügbaren Firmware selbst keine privaten kryptographischen Schlüssel vorhanden sein. Trotzdem fanden sich insgesamt 580 private Schlüssel. Die extrahierten Schlüssel wurden anschließend mit Daten von internetweiten Scans abgeglichen. Für 230 der Schlüssel fanden die Forscher zugehörige HTTPS- und SSH-Hosts, die diese Schlüssel als Server-Keys nutzten.

Forschungsprojekte, die darauf aufmerksam machten, dass zahlreiche Geräte denselben Schlüssel benutzen, gab es bereits mehrere. So hat etwa im Februar der Betreiber der Suchmaschine Shodan darauf hingewiesen, dass teilweise Zehntausende von IPs denselben SSH-Schlüssel benutzen. Auch frühere Forschungsarbeiten der Kryptographin Nadia Heninger und internetweite Scans der Universität Michigan wiesen darauf hin, dass zahlreiche Hosts dieselben Keys verwenden.

Private Schlüssel erlauben Zuordnung zu Geräteherstellern

Allerdings gibt es manchmal auch legitime Gründe, für mehrere Hosts denselben Schlüssel zu verwenden. So verteilen manche Webseitenbetreiber ihre Seiten auf mehrere Server und nutzen überall dasselbe Zertifikate. Solange alle Server unter der Kontrolle desselben Betreibers sind, ist das kein grundsätzliches Problem. Daher kann man von mehrfach genutzten Schlüsseln nicht direkt auf Sicherheitsrisiken schließen. Das Forschungsprojekt von SEC Consult unterscheidet sich daher von früheren, ähnlichen Forschungsarbeiten, weil die Forscher Zugriff auf die privaten Schlüssel hatten. Da die Schlüssel aus den jeweiligen Firmwareimages extrahiert wurden, ließen sich diese auch den jeweils verantwortlichen Geräteherstellern zuordnen.

Praktisch alle relevanten Produzenten von Homeroutern sind in der Liste der betroffenen Hersteller enthalten: ZyXEL, D-Link, Linksys, Netgear, TP-Link und viele weitere. Auch die Deutsche Telekom und Vodafone haben demnach Geräte mit unsicheren Schlüsseln ausgeliefert.

SEC Consult listet zahlreiche Einzelbeispiele auf. Teilweise wurden dieselben Zertifikate samt privatem Schlüssel von verschiedenen Firmen genutzt. Ein Zertifikat, das auf eine Person namens "Daniel" ausgestellt wurde, fand sich in den Geräten von acht verschiedenen Herstellern. Das Zertifikat stammt aus einem SDK der Firma Broadcom. Ähnliches galt für ein Zertifikat aus einem SDK der Firma Texas Instruments. Beide Zertifikate fanden sich auf mehreren Hunderttausend HTTPS-Hosts. Etwa 80.000 Festplatten aus der Goflex-Reihe der Firma Seagate nutzten identische Zertifikate und Keys sowohl für HTTPS- als auch für SSH-Verbindungen. Diese NAS-Geräte haben ein Feature, das versucht, über UPnP eine Portweiterleitung zu schalten. Das dürfte der Grund sein, warum das Gerät so häufig im Netz erreichbar ist. Auch eine Unterteilung nach betroffenen Providernetzen nahmen die Forscher vor. Im Netz des US-Providers Centurylink fanden sich mehr als 500.000 betroffene Geräte.

Neben der Tatsache, dass die Geräte eigentlich keine öffentlich bekannten privaten Schlüssel nutzen sollten, ist auch die Tatsache, dass so viele Geräte im Internet erreichbar sind, schon fragwürdig. Die Konfigurationsinterfaces von DSL-Routern und ähnlichen Geräten sollten im Normalfall nur im lokalen Netz erreichbar sein. In einigen Fällen dürfte es sich um Fernadministrationsinterfaces handeln, etwa wenn ein Internet-Zugangsprovider in der Lage sein möchte, automatisch Updates auf die Geräte seiner Kunden aufzuspielen.

Empfehlungen für Gerätehersteller und ISPs 

eye home zur Startseite
decaflon 29. Nov 2015

Wann soll denn diese gute alte Zeit mit dem "Qualitätsjournalismus" gewesen sein? Ich...

1ras 28. Nov 2015

Hab mich schon gefragt, wann es mal zum Thema wird. Einem SSH-(Host)Key kann man nur...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ASYS Automatisierungssysteme GmbH, Dornstadt bei Ulm
  2. Schaeffler Autom. Afterm. GmbH & Co. KG, Langen
  3. Klinkhammer Förderanlagen GmbH, Nürnberg
  4. über Ratbacher GmbH, Raum Mannheim


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€/69,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 4,99€
  3. (-43%) 22,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Cloud Native Con

    Kubernetes 1.6 versteckt Container-Dienste

  2. Blizzard

    Heroes of the Storm 2.0 bekommt Besuch aus Diablo

  3. APT29

    Staatshacker nutzen Tors Domain-Fronting

  4. Stellenanzeige

    Netflix' führt ausgefeilten Kampf gegen Raubkopien

  5. Xbox One

    Neue Firmware mit Beam und Erfolgsmonitoring

  6. Samsung

    Neue Gear 360 kann in 4K filmen

  7. DeX im Hands On

    Samsung bringt eigene Desktop-Umgebung für Smartphones

  8. Galaxy S8 und S8+ im Kurztest

    Samsung setzt auf lang gezogenes Display und Bixby

  9. Erazer-Serie

    Medion bringt mehrere Komplett-PCs mit AMDs Ryzen heraus

  10. DJI

    Drohnen sollen ihre Position und ihre ID funken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Android O im Test: Oreo, Ovomaltine, Orange
Android O im Test
Oreo, Ovomaltine, Orange
  1. Android O Alte Crypto raus und neuer Datenschutz rein
  2. Developer Preview Google veröffentlicht erste Vorschau von Android O
  3. Android O Google will Android intelligenter machen

Buch - Apple intern: "Die behandeln uns wie Sklaven"
Buch - Apple intern
"Die behandeln uns wie Sklaven"
  1. iPhone Apple soll A11-Chip in 10-nm-Verfahren produzieren
  2. WatchOS 3.2 und TVOS 10.2 Apple Watch mit Kinomodus und Apple TV mit fixem Scrollen
  3. Patentantrag Apple will iPhone ins Macbook stecken

Lithium-Akkus: Durchbruch verzweifelt gesucht
Lithium-Akkus
Durchbruch verzweifelt gesucht
  1. Super MCharge Smartphone-Akku in 20 Minuten voll geladen
  2. Brandgefahr HP ruft über 100.000 Notebook-Akkus zurück
  3. Brandgefahr Akku mit eingebautem Feuerlöscher

  1. Und nach 1,5 Jahren auch wieder Schrott wegen Akku

    McWiesel | 21:01

  2. Was wurde eigentlich aus der Sprachverfremdung?

    Ovaron | 21:01

  3. Re: Erinnert sich noch jemand an die Five Pence...

    Makatu | 21:01

  4. Re: Wieviel Strom kostet das?

    Arsenal | 21:00

  5. Was wurde eigentlich aus der Kinect?

    Ovaron | 21:00


  1. 18:40

  2. 18:19

  3. 18:01

  4. 17:43

  5. 17:25

  6. 17:00

  7. 17:00

  8. 17:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel