HTTPS: Microsoft verschiebt Ende von TLS 1.0 und 1.1

Wie bereits Mozilla für seinen Firefox-Browser und Google für den Chrome-Browser, will nun auch Microsoft das offizielle Ende der veralteten Verschlüsselungsprotokolle TLS 1.0 und 1.1 für seinen Browser verschieben. Als Grund dafür nennt der Hersteller(öffnet im neuen Fenster) die "aktuellen globalen Umstände" und meint damit offensichtlich die Coronakrise beziehungsweise die Covid-19-Pandemie.
Bereits im Sommer 2018 wurde ein Standardisierungsvorschlag bei der IETF eingereicht , um das Ende von TLS 1.0 und 1.1 offiziell zu standardisieren. Die großen Browserhersteller hatten sich vor geraumer Zeit darauf geeinigt, die veralteten TLS-Versionen im Frühjahr 2020 zu deaktivieren. Mozilla hatte dies mit Firefox 74 umgesetzt , musste diese Änderung kurz nach der Veröffentlichung aber wieder zurückziehen und hat die veralteten Protokolle entsprechend wieder aktiviert. Mozilla begründete dies damit, dass der Zugriff auf wichtige Regierungsseiten, die offenbar noch das veraltete TLS verwenden, weiter erhalten bleiben soll.
Google wollte dem Ende des alten TLS kurze Zeit nach der Firefox-Veröffentlichung mit Chrome 81 folgen. Die Veröffentlichung des Browsers wurde jedoch wegen der Verbreitung des Coronavirus ausgesetzt – TLS 1.0 und 1.1 funktionieren entsprechend in Chrome weiterhin. Das gilt so auch für Microsofts neuen Edge-Browser, der auf dem Chromium-Code von Google basiert.
Microsoft will nun TLS 1.0 und 1.1 in seinem neuen Edge-Browser frühestens mit der Version 84 umsetzen – und damit nicht vor Juli 2020. Für Chrome plant Google die Deaktivierung derzeit für Version 83. Für die anderen Microsoft-Browser – Internet Explorer 11 und Edge auf Basis von EdgeHTML – soll die veraltete Verschlüsselung darüber hinaus erst am 8. September 2020 deaktiviert werden.
Der Hersteller weist darüber hinaus darauf hin, dass die Protokolle von Nutzern danach weiterhin wieder aktiviert werden können, empfiehlt aber, so schnell wie möglich auf neuere Versionen zu migrieren.



