Abo
  • Services:
Anzeige
Zertifikate für Subdomains von myfritz.net - damit lassen sich Fritzbox-Anwender leicht finden.
Zertifikate für Subdomains von myfritz.net - damit lassen sich Fritzbox-Anwender leicht finden. (Bild: Screenshot / crt.sh)

HTTPS: Fritzbox bekommt Let's Encrypt-Support und verrät Hostnamen

Zertifikate für Subdomains von myfritz.net - damit lassen sich Fritzbox-Anwender leicht finden.
Zertifikate für Subdomains von myfritz.net - damit lassen sich Fritzbox-Anwender leicht finden. (Bild: Screenshot / crt.sh)

Die Fritzbox bietet in der jüngsten Firmware ein neues Feature: Kunden können sich automatisch Let's Encrypt-Zertifikate für den AVM-eigenen DynDNS-Dienst myfritz.net erstellen lassen. Das hat aber Konsequenzen, über die sich vermutlich nicht alle Kunden im Klaren sind.

Das Web bewegt sich in Richtung HTTPS. Browserhersteller warnen inzwischen immer häufiger, wenn Daten über unsichere HTTP-Verbindungen übertragen werden. Ein Problem, das dabei zunehmend dringender wird, sind Embedded-Geräte mit Webinterfaces.

Anzeige

Die Hersteller können entweder unsicheres HTTP anbieten - oder HTTPS mittels selbstsignierter Zertifikate. Letzteres führt zu unschönen Fehlermeldungen. In vielen Fällen haben Hersteller in der Vergangenheit sogar identische Zertifikate mit identischen privaten Schlüsseln auf allen Geräten ausgeliefert, was natürlich besonders unsicher ist.

AVM, der Hersteller der vor allem in Deutschland beliebten Fritzbox-Router, geht jetzt einen neuen Weg: Für das Webinterface, das auch von außen erreichbar ist, kann man jetzt automatisch ein Zertifikat mittels des ACME-Protokolls von Let's Encrypt erstellen lassen. Dies gilt dann für eine Subdomain des AVM-eigenen Dienstes myfritz.net, der Hostname zeigt dynamisch immer auf die aktuelle IP des Routers.

Zur Zeit steht die Funktion in der Beta-Firmware 6.98 der Fritzbox 7490 zur Verfügung. Damit kann man das Webinterface von außen erreichen - ohne Fehlermeldung, abgesichert mit einem korrekten TLS-Zertifikat.

Hostnamen sind öffentlich

Doch die neue Funktion führt zu etwas, das manche Anwender überraschen dürfte: Alle Zertifikate von Let's Encrypt werden automatisch in den öffentlich zugänglichen Logs des Certificate-Transparency-Systems eingetragen. Damit kann man sich eine Liste der verwendeten Hostnamen ausgeben lassen, etwa über die Zertifikatssuchmaschine crt.sh. Da die Liste der Zertifikate rasant anwächst, dauert die Suche ein wenig. Der crt.sh-Service bietet auch eine PostgreSQL-API an, über die man die Hostnamen aus der Datenbank abfragen kann.

Für Angreifer bietet das eine einfache Möglichkeit, die Hostnamen von Tausenden Fritzboxen schnell herauszufinden. Wenn nun beispielsweise eine Sicherheitslücke im Webinterface oder in der SIP-Funktion bekannt wird, könnte ein Angreifer sehr schnell sehr viele Geräte übernehmen.

Hilft ein zufälliger Port wirklich?

"Sicherheitsmodelle sollten unserer Meinung nach auch weitreichender sein als das reine 'Verstecken' bzw. Versuchen, nicht gefunden zu werden", erklärte Doris Haar von AVM auf unsere Anfrage. "Übrigens, Fritzbox vergibt zufällige Ports für HTTPS. Der Domainname allein reicht also nicht, um Fritzbox-HTTPS-Interfaces zu finden."

Dass generell das Verstecken von Hosts keine gute Strategie ist, um Sicherheit zu gewährleisten, ist sicher richtig. Die zufällig vergebenen HTTPS-Ports dürften allerdings wenig helfen. Sie führen allenfalls dazu, dass ein Angreifer einige Minuten länger benötigt, um entsprechende Portscans durchzuführen.

Neben dem HTTPS-Webinterface ist offenbar auf vielen der Geräte auch der SIP-Port geöffnet. Eine Sicherheitslücke hier könnte also ebenfalls ausgenutzt werden.

Viele Anwender verwenden ihre Fritzbox anscheinend auch, um den HTTPS-Port 443 direkt an dahinter stehende Server weiterzuleiten. So fanden wir nicht wenige Owncloud-Installationen, die so erreichbar sind.

Wie sicher sind Fritzbox-Geräte?

Trotz dieser Nebeneffekte kann man durchaus der Ansicht sein, dass die automatische Zertifikatserstellung sinnvoll ist. Allerdings wäre es vermutlich eine gute Idee, wenn AVM seine Kunden darauf hinweist, dass dies dazu führt, dass ihre Hostnamen künftig öffentlich bekannt sind.

Die entscheidende Frage dürfte allerdings sein: Wie gut sind die Fritzboxen gegen Angriffe aus dem Netz geschützt? Man kann gewisse Zweifel daran haben. Generell ist die Sicherheit von Embedded-Geräten wie Routern oft nicht gut, AVM betreibt bisher nicht einmal ein Bug-Bounty-Programm.


eye home zur Startseite
GodsBoss 19. Dez 2017

Der Vorposter sprach von HTTP-Servern generell, nicht einer speziellen Implementierung...

Themenstart

coastbrot 19. Dez 2017

kresches?! Ehrlich jetzt?

Themenstart

ThomasSV 19. Dez 2017

Selbst wenn dem so wäre (was ich gar nicht für so zwingend halte: das Wissens über solche...

Themenstart

Tuxgamer12 18. Dez 2017

Musst eben manuell deine selbst signierten Zertifikate zu den jeweiligen Browsern...

Themenstart

Niyak 18. Dez 2017

Moment mal, es ist doch absolut üblich, dass Bugs nicht sofort publiziert werden...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Comline AG, Dortmund
  2. OPERATIONAL SERVICES GMBH & CO. KG, Frankfurt
  3. Voith Digital Solutions GmbH, Ulm
  4. über serviceline PERSONAL-MANAGEMENT MÜNCHEN GMBH & CO. KG, München


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-53%) 6,99€
  2. (-60%) 5,99€
  3. (-11%) 39,99€

Folgen Sie uns
       


  1. 20.000 neue Jobs

    Apple holt Auslandsmilliarden zurück und baut neuen Campus

  2. Auto-Entertainment

    Carplay im BMW nur als Abo zu bekommen

  3. Fehlende Infrastruktur

    Große Skepsis bei Elektroautos als Dienstwagen

  4. Tim Cook

    Apple macht die iPhone-Drosselung abschaltbar

  5. Nintendo Labo

    Switch plus Pappe

  6. Apple

    Messages-App kann mit Nachricht zum Absturz gebracht werden

  7. Analog

    Kabelnetzkunden in falscher Sorge wegen DVB-T-Abschaltung

  8. Partnerprogramm

    Geld verdienen auf Youtube wird schwieriger

  9. Nur beratendes Gremium

    Bundestag setzt wieder Digitalausschuss ein

  10. Eclipse Foundation

    Erster EE4J-Code leitet Java-EE-Migration ein



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nachbarschaftsnetzwerke: Nebenan statt mittendrin
Nachbarschaftsnetzwerke
Nebenan statt mittendrin
  1. Facebook Wieder mehr Haustierbilder statt Hass
  2. Nextdoor Das soziale Netzwerk für den Blockwart
  3. Hasskommentare Neuer Eco-Chef Süme will nicht mit AfD reden

Sgnl im Hands on: Sieht blöd aus, funktioniert aber
Sgnl im Hands on
Sieht blöd aus, funktioniert aber
  1. NGSFF alias M.3 Adata zeigt seine erste SSD mit breiterer Platine
  2. Displaytechnik Samsung soll faltbares Smartphone auf CES gezeigt haben
  3. Vuzix Blade im Hands on Neue Datenbrille mit einem scharfen und hellen Bild

EU-Urheberrechtsreform: Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
EU-Urheberrechtsreform
Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
  1. Leistungsschutzrecht EU-Kommission hält kritische Studie zurück
  2. Leistungsschutzrecht EU-Staaten uneins bei Urheberrechtsreform

  1. Re: Sieht interessant aus

    david_rieger | 08:21

  2. Problem: Laden Zuhause

    Oktavian | 08:20

  3. Re: SUV wie ein Ferrari aussehen und anfühlen muss

    ArcherV | 08:19

  4. Re: So viel Geld für das bisschen Auto?

    laolamia | 08:18

  5. Einziger Hersteller Moto Z hat exakt das selbe...

    techatdd | 08:17


  1. 08:26

  2. 08:11

  3. 07:55

  4. 07:30

  5. 00:02

  6. 19:25

  7. 19:18

  8. 18:34


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel