HTC One A9 im Hands On: Marshmallow-Smartphone zum Anbeißen

Selten lädt ein neues Smartphone so sehr zu Wortspielen rund ums Essen ein wie das neue HTC One A9. Zum einen erscheint es Anfang November 2015 mit Android 6 alias Marshmallow, zum anderen erinnert es optisch an das aktuelle iPhone von Apple, und dann heißt die auffälligste Farbvariante, ein dunkles Rot, auch noch Deep Garnet - was die englische Bezeichnung für Granatäpfel ist.















Immerhin entpuppt sich das Gerät beim Hands On tatsächlich als lecker: Das 5.0-Zoll-Smartphone besteht laut HTC aus einer Aluminiumlegierung, die eigentlich im Flugzeugbau verwendet wird, was ein Gewicht von gerade mal 143 Gramm ergibt - das One A9 fühlt sich überraschend leicht an. Wir haben uns zwar nicht getraut, einen Biegetest durchzuführen, aber nach Aussagen des Herstellers hätten wir dabei wohl auch so gut wie keine Chance gehabt, das stabil anmutende Gehäuse tatsächlich zu beschädigen.
Und das, obwohl das Gehäuse nur 7,26 mm dick ist. Damit liegt es fast exakt zwischen dem aktuellen iPhone 6s Plus (7,3 mm) und dem normalen iPhone 6s (7,1 mm). Auch sonst wirkt das One A9 optisch wie eine Hommage an beide iPhones: Es hat eine Höhe von 145,75 mm und ist 70,8 mm breit, was ebenfalls Pi mal Daumen zwischen den beiden Geräten liegt. Überhaupt erinnert das A9 mit seinen abgerundeten Ecken, dem flachen Design und der ähnlich gestalteten Rückseite stark an die Hardware des Wettbewerbers.
Beim One A9 ist die Rückseite gebürstet, die Seiten sind poliert - den letzten Arbeitsschritt zur Finissierung führen laut HTC übrigens speziell dafür ausgebildete Fachkräfte in den Fabriken durch. Dank ihrer Arbeit liegt das One A9 gut in der Hand, ohne dass allzu große Rutschgefahr besteht.
Der AMOLED-Bildschirm ist durch Gorilla Glass 4 bedeckt - aktueller Topstandard also. Das Gerät ist spitzwassergeschützt (IPX 3), mehr als ein paar Regentropfen aus Versehen würden wir ihm dennoch nicht zumuten wollen - sicher ist sicher.
Hauptprozessor mit acht Kernen
HTC verbaut als Hauptprozessor einen Snapdragon 617 von Qualcomm. Vier der acht Kerne sind mit 1,5 GHz getaktet, die anderen vier mit 1,2 GHz. Bei unserem Hands On haben wir keine Benchmarks durchgeführt, aber das Öffnen und Bedienen der Standardanwendungen ging sehr flüssig vonstatten. HTC selbst bezeichnet den Chip als "guten Kompromiss aus Geschwindigkeit und Sparsamkeit" . Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß.















Dadurch soll das One A9 mit seinem 2.150 mAh großen Akku rund 9 Stunden Internetnutzung mit WLAN und eine Videowiedergabe von bis zu 12 Stunden schaffen. Audiodaten kann der Nutzer den offiziellen Angaben zufolge bis zu 60 Stunden anhören, die Gesprächszeit im UMTS-Betrieb liegt bei 16 Stunden und der Standby bei 18 Tagen. Der Akku unterstützt Qualcomms Quick Charge 2.0 und ist aufwärtskompatibel mit dem kommenden Quick Charge 3.0.
Ein Grund für die guten Akkuwerte: HTC bietet mit einer Auflösung von 1080p (1.980 x 1.080 Pixel) zwar für Alltagsanwendungen mehr als genug Bildpunkte, beteiligt sich aber nicht am derzeit stattfindenden Wettrüsten um die allerhöchste Pixeldichte.
Der Bildschirm hat trotzdem einen guten Eindruck hinterlassen. Der Nutzer kann ihn wahlweise im Normalmodus mit dem AMOLED-typischen, satten Schwarz verwenden. Oder zu einem SRGB-Farbprofil wechseln, das etwas natürlicher wirkt und besser bei Sonnenlicht geeignet ist.
HTC hat die üblichen Bewegungs- und Lichtsensoren verbaut. Das Entsperren funktioniert wahlweise per Fingerabdruck über einen Scanner im Homebutton, was beim Hands On ausgesprochen sicher und schnell funktioniert hat. Das Smartphone verfügt über 16 GByte Flash-Speicher und hat einen Steckplatz für Micro-SDXC-Karten mit bis zu 2 TByte Kapazität. Außerdem ist ein Micro-USB-2.0-Anschluss verbaut.
Kameras und Verfügbarkeit
HTC legt seit einigen Gerätegenerationen großen Wert auf die Kameras. Das ist auch beim One A9 so. Die mittig platzierte Hauptkamera - geschützt durch Saphirglas - verfügt über eine Auflösung von 13 Megapixeln, eine f/2.0 Blende und über einen optischen Bildstabilisator. Ein neues System namens Hyperlapse misst 8.000-mal pro Sekunde den Wackelfaktor und korrigiert dann laut HTC entsprechend nach.















Auf der Vorderseite befindet sich eine sehr weitwinklige und lichtstarke Kamera mit 4,1 Megapixeln, was gute Selbstporträts erlauben soll. Beide Kameras können auch Videos aufnehmen, allerdings mit einer maximalen Auflösung von 1080p; einen einfachen Videoeditor liefert HTC per App mit.
Das One A9 ist eines der ersten Smartphones mit Android 6, auch bekannt unter dem Projektnamen Marshmallow. Der Grund dafür ist offenbar, dass Google und HTC bei der Entwicklung sehr früh eng zusammengearbeitet haben. Die HTC-eigene Zusatzoberfläche Sense besteht nach Firmenangaben vor allem aus Apps, so dass die einzelnen Module schnell zusammengeführt werden konnten. Dem Nutzer bietet das die derzeit wohl sicherste Android-Version. Wie es mit künftigen Updates aussieht, steht derzeit noch nicht fest.
Das Smartphone verwendet den bekannten Qualcomm-8952 für Datenübertragungen, dank dem es bis zu LTE6 ermöglicht - also die derzeit schnellste verfügbare Ausbaustufe mit 300 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. Dazu kommen Bluetooth 4.1 und ac-WLAN.
Besonderen Wert legt HTC auch auf die Audio-Eigenschaften. Laut der Firma ist ein 24-Bit-Hires-Digitalprozessor verbaut, der 16-Bit-Musik auf 24-Bit-Musik hochskalieren kann - und zwar über die gesamte Kette, vom Signalprozessor über den Audiokonverter bis zum Verstärker. Die beiden Kopfhörer sind mit Keramikanteilen ausgestattet, was ebenfalls für guten Klang sorgen soll.
Das HTC One A9 soll in Carbon Grey (dunkelgrau) und Opal Silver (hellgrau) ab Anfang November 2015 erhältlich sein. Im Dezember folgen dann zwei weitere Farbvarianten: Topas Gold (hellgold) und Deep Garnet (dunkel-metallicrot); später soll es möglicherweise noch weitere Versionen geben, die aber möglicherweise nur in Asien zu haben sind. Es wird für 580 Euro auf den Markt kommen, womit das One A9 im derzeitigen Konkurrenzfeld gut mithalten können dürfte.



