HTC 10 im Hands on: HTCs neues Topmodell erhält wieder eine Ultrapixel-Kamera

HTCs neues Oberklasse-Smartphone heißt jetzt einfach 10. Auf Namenszusätze wie One verzichtet der Hersteller komplett. Viel Wert legt HTC bei seinem neuen Modell auf die eingebaute Kameratechnik. Anders als beim Vorgänger gibt es wieder eine Ultrapixel-Kamera, die mit dem ersten One-Modell eingeführt wurde. Allerdings wird auf eine Dual-Kamera verzichtet, weil diese laut HTC von den Kunden kaum verwendet wurde. Somit gibt es auf der Rückseite wieder nur eine Kameralinse.

Die neue Ultrapixel-Kamera liefert eine Auflösung von 12 Megapixeln und soll auch dank einer Anfangsblendenöffnung von f1,8 bei schlechten Lichtbedingungen noch gute Aufnahmen schießen können. Hierbei soll ein spezieller Laser-Autofokus besonders zuverlässig und zügig arbeiten, vor allem beim Nachführen. HTC verspricht, dass es keinen Pumpeffekt mehr gibt, beim ersten Ausprobieren arbeitete der Autofokus sehr schnell. Auch die Bildqualität machte einen guten Eindruck, abschließend wird sich die Fotoqualität erst im ausführlichen Test beurteilen lassen.
Frontkamera mit optischem Bildstabilisator
Etwas Besonderes hat sich HTC bei der Frontkamera einfallen lassen: Die 5-Megapixel-Kamera hat einen optischen Bildstabilisator und soll dadurch verwacklungsfreie Aufnahmen ermöglichen. Wer also das eine oder andere Selbstporträt auf Partys macht, wird sich freuen, dass die Aufnahmen nicht mehr so leicht verwackeln können. Mit einem BSI-Sensor und einer Anfangsblendenöffnung von f1,8 sollten auch bei schummrigem Licht noch passable Aufnahmen entstehen.








Auch das neue Modell unterstützt wieder HTCs Boomsound-Klangwiedergabetechnik, diesmal in der Hifi-Ausführung. Dafür hat das Smartphone zwei Lautsprecher, die nun einen eigenen Verstärker haben. Im Musikmodus wird der obere Lautsprecher zum Hochtöner, der untere übernimmt die Aufgaben eines Tieftöners und spielt die Mitten ab. Damit soll eine realistische Verteilung des Klangspektrums gelingen. Beim ersten Ausprobieren waren die Ergebnisse zufriedenstellend. Im Theatermodus gibt es stattdessen Stereoton und der Nutzer kann selbst festlegen, in welcher Betriebsart die Lautsprecher laufen.
Display mit sehr hoher Auflösung
Im Vergleich zum Vorgängermodell ist das 10 wieder gewachsen und hat jetzt einen 5,2 Zoll großen Touchscreen. Das Display liefert eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und zeigt Inhalte dementsprechend scharf an. Damit holt HTC zu Samsung und LG auf, die teilweise bereits länger auf diese hohe Displayauflösung setzen. Im Knopf auf der Displayseite ist wieder ein Fingerabdrucksensor enthalten, mit dem sich das Smartphone, unter anderem, entsperren lässt.
Verfügbarkeit und Fazit
Auch beim 10 bleibt HTC dem Grundkonzept treu, das Smartphone in ein Metallgehäuse zu stecken. Das Unibody-Gehäuse wird bei der Produktion aus einem Metallblock geschnitten und die Rückseite mit einem Sandstrahl behandelt. Die Maße betragen 146 x 72 x 9 mm, das Gewicht gibt HTC mit 161 Gramm an. Das Smartphone ist nach IP 53 vor Spritzwasser geschützt. Als erstes HTC-Smartphone hat das 10 einen USB-Typ-C-Anschluss samt USB 3.1.








Im Smartphone steckt Qualcomms Snapdragon 820, der mit einer Taktrate von bis zu 2,2 GHz läuft. Zudem gibt es üppige 4 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher. Außerdem steht ein Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 2 TByte zur Verfügung. Das LTE-Smartphone unterstützt WLAN-ac sowie Bluetooth 4.2 und hat einen NFC-Chip sowie einen GPS-Empfänger. Als Besonderheit darf die Unterstützung von Apples Airplay gelten, damit sollen sich Inhalte auf entsprechenden Endgeräten abspielen lassen.
Android 6.0 vorinstalliert
HTC liefert das 10 mit Android 6.0.1 alias Marshmallow aus. Darauf läuft HTCs eigene Oberfläche. Der Hersteller hat nach eigenen Angaben auf so viele Eigenentwicklungen wie möglich verzichtet. Wenn es für HTC vertretbar war, wurde auf die entsprechenden Google-Apps zurückgegriffen. So gibt es keine Foto-App von HTC, aber eine eigene Kamera-App, weil das Google-Pendant zu wenig leiste, heißt es vom Hersteller.
Mit diesem Schritt sollen Updates noch einmal schneller verteilt werden können, weil HTC damit nach eigenen Angaben weniger Nacharbeit leisten muss. Die Zukunft wird zeigen, ob Kunden davon schon beim nächsten großen Update profitieren.
Das 10 hat einen fest eingebauten 3.000-mAh-Akku, der zwei Tage lang durchhalten soll. Falls der Akku leer ist, sollen dank der Schnelladetechnik Quick Charge 3.0 bereits 30 Minuten am Netzteil genügen, damit das Smartphone wieder einen ganzen Tag lang genutzt werden kann. Nach dieser halben Stunde soll der Akku halb geladen sein.
HTC will das 10 Anfang Mai auf den Markt bringen, ab heute kann es für 700 Euro vorbestellt werden. Das Gerät wird mit einem besonders hochwertigen Headset ausgeliefert, wie der Hersteller verspricht.
Fazit
Das 10 bietet eine hervorragende technische Ausstattung, das hochwertige Metallgehäuse macht wieder einen sehr guten Eindruck. Auch die Verbesserungen bei der Kamera erscheinen vielversprechend, zumal der optische Bildstabilisator bei der Frontkamera sinnvoll ist. Mit einem Top-Prozessor, üppigem Speicher und einem Display mit besonders hoher Auflösung liegt das 10 auf der Höhe der Zeit.