Abo
  • IT-Karriere:

HSTS: Google führt Liste von reinen HTTPS-Seiten

Für seinen Chrome-Browser führt Google eine Liste von Webseiten, die ausschließlich über HTTPS erreichbar sein sollen. Dort kann sich jeder Webseitenbetreiber eintragen, der die HSTS-Erweiterung nutzt.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Google-Entwickler werben für HTTPS überall.
Google-Entwickler werben für HTTPS überall. (Bild: Ilya Grigorik)

Google will offenbar die Verbreitung von Webseiten, die nur noch HTTPS-verschlüsselt abrufbar sind, massiv vorantreiben. Vor kurzem hatte der Konzern bereits angekündigt, HTTPS-Seiten künftig beim Suchmaschinen-Ranking zu bevorzugen. Ab sofort können sich Webseitenbetreiber, deren Webseite die HSTS-Erweiterung nutzt, in eine Liste des Chrome-Browsers eintragen. Diese Seiten können dann nicht mehr über HTTP abgerufen werden.

Stellenmarkt
  1. über experteer GmbH, Nürnberg
  2. itsc GmbH, Hannover

Webseiten, die ausschließlich verschlüsselt abrufbar sind, leiten üblicherweise Nutzer sofort auf die HTTPS-Version weiter, wenn diese versuchen, die Seite unverschlüsselt über HTTP abzurufen. Doch diese Methode hat einen Nachteil: Das sogenannte SSL-Stripping. Ein Angreifer kann mittels einer Man-in-the-Middle-Attacke verhindern, dass der Nutzer auf die HTTPS-Version weitergeleitet wird und dem Nutzer eine gefälschte Version der Seite via HTTP präsentieren.

Strict Transport Security-Header signalisiert Verschlüsselung

Um das zu verhindern, wurde die Erweiterung HTTP Strict Transport Security (HSTS) eingeführt, ein Header, der dem Browser signalisiert, dass eine Seite in Zukunft nur noch über HTTPS abrufbar sein soll. Der Browser speichert diese Information für einen im Header festgelegten Zeitraum. HSTS ist im RFC 6797 standardisiert.

HSTS funktioniert allerdings nur, wenn der Nutzer eine Seite bereits einmal über eine nicht manipulierte Verbindung abgerufen hat. Ein Angreifer kann weiterhin den allerersten Aufruf einer Seite mittels einer SSL-Stripping-Attacke manipulieren.

Um das zu verhindern, hat Google in den Chrome-Browser bestimmte Seiten voreingestellt, die nur noch über HTTPS abrufbar sind. Der Browser baut dann in keinem Fall eine HTTP-Verbindung auf. Die Liste wird inzwischen auch von Firefox und Safari verwendet. Die Möglichkeit, sich in die entsprechende Liste eintragen zu lassen, will der Konzern auch anderen Anbietern von Webservices ermöglichen.

Liste für reine HTTPS-Seiten

Um sich in diese Liste eintragen zu lassen, mussten Webseitenbetreiber bisher eine E-Mail an Google-Entwickler Adam Langley schreiben. Offenbar wurde zuletzt das Interesse immer größer und dieses Verfahren nicht mehr praktikabel. Google hat jetzt eine Webseite eingerichtet, auf der sich Webseitenbetreiber in die Liste eintragen lassen können. Geprüft werden die Anträge weiterhin manuell.

Um die eigene Webseite in die HSTS-Liste einzutragen, muss sie so konfiguriert sein, dass ein HSTS-Header mit einer Laufzeit von mindestens 18 Wochen gesendet wird. Außerdem müssen auch alle Subdomains über HTTPS erreichbar sein.

Keine Performanceprobleme mit HTTPS

Google verfolgt offenbar das Ziel, dass künftig ein Großteil des Internettraffics nur noch über HTTPS abgewickelt werden soll. Google-Entwickler Ilya Grigorik wirbt auf der Webseite istlsfastyet.com dafür, dass alle Webseiten über HTTPS ausgeliefert werden sollen. Performanceprobleme gebe es kaum noch, wenn die Einstellungen des Servers entsprechend optimiert sind. Grigorik hat kürzlich auf der Velocity-Konferenz einen Vortrag dazu gehalten, in dem auch einige Tipps für Serverbetreiber vorgestellt werden, die ihre TLS-Performance verbessern wollen. Bereits normale HTTPS-Verbindungen lassen sich laut Grigorik ohne große Leistungsverluste abwickeln. Wenn Serverbetreiber auf das von Google entwickelte SPDY-Protokoll wechseln, könnten sie sogar Leistungsgewinne durch den Einsatz von verschlüsselten Verbindungen erzielen.

Google hat bereits vor einigen Jahren angefangen, seine eigenen Webservices nur noch über HTTPS anzubieten. Zunächst galt das für Google Mail, später auch für die Google-Suche und zahlreiche andere Google-Services. Laut Adam Langley hat die Umstellung von Google Mail fast keine Performanceprobleme verursacht und keinerlei zusätzliche Hardware benötigt.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-78%) 11,00€
  2. 34,99€
  3. 44,99€
  4. 51,95€

FibreFoX 06. Okt 2014

Sry, aber startssl ist IMHO nicht wirklich vertrauenswürdig, zumal diverse Probleme bei...

__destruct() 18. Aug 2014

Https ist schon ein eigenes Protokoll. Es ist nur vom Aufbau genauso wie wie http und mit...


Folgen Sie uns
       


Ancestors - Fazit

Mehre Millionen Jahre in einem Spiel: Dieses mutige Ziel hat sich das Indiegame Ancestors - The Humankind Odyssee gesetzt.

Ancestors - Fazit Video aufrufen
Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

Verkehrssicherheit: Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall
Verkehrssicherheit
Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall

Soll man tonnenschwere SUV aus den Innenstädten verbannen? Oder sollten technische Systeme schärfer in die Fahrzeugsteuerung eingreifen? Nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin mangelt es nicht an radikalen Vorschlägen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Torc Robotics Daimler-Tochter testet selbstfahrende Lkw
  2. Edag Citybot Wandelbares Auto mit Rucksackmodulen gegen Verkehrsprobleme
  3. Tusimple UPS testet automatisiert fahrende Lkw

    •  /