HPs neuer Supercomputer: NREL beheizt Gebäude mit Warmwasser des Apollo 8000

Das National Renewable Energy Laboratory (NREL) arbeitet schon länger daran, die Abwärme seines Rechenzentrums anderweitig zu verwenden. Nun wird HPs neuer Supercomputer Apollo 8000 dort mit Warmwasserkühlung (24 Grad Celsius) eingesetzt und schafft es vielleicht in die Topliste der Supercomputer.

Artikel veröffentlicht am ,
HPs neues Apollo-8000-System soll in der Oberliga der Supercomputer spielen.
HPs neues Apollo-8000-System soll in der Oberliga der Supercomputer spielen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Wer einen Supercomputer betreibt, hat normalerweise ein großes Problem: die Abwärme. Das NREL arbeitet schon lange daran, diese Abwärme besser zu nutzen. Dabei setzt das US-Labor NREL, das im Auftrag der US-Regierung an erneuerbaren Energien und besonderer Effizienz forscht, auf HPs neue Apollo-8000-Systeme. Sie waren zuvor nur als HPs Server der nächsten Generation bekannt.

  • HPs Apollo 8000... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... nutzt Warmwasser für die Kühlung. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die innere Außenwand besteht aus dickem Metall. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Aaf der rechten Seite des Einschubs befindet sich der Wasserkanal, ebenfalls von Metall eingeschlossen, damit die Hardware nicht geflutet werden kann. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Hier ist der abgeschottete Warmwasserfluss zu sehen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Je Server braucht es eine Kühlzufuhr. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Kühlmodul für die Server selbst... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... arbeitet mit Heatpipes. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
HPs Apollo 8000... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Product-Owner IT-Security Detection & Response (m/w/d)
    Amprion GmbH, Dortmund
  2. Scrum-Master (m/w/d)
    Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), verschiedene Standorte
Detailsuche

Diese Supercomputer-Racks werden mit dem bereits vorher entwickelten Warmwasser-Kühlsystem auf Arbeitstemperatur gehalten. Der Wasserzufluss ist dabei vergleichsweise warm: 75 Grad Fahrenheit, also etwa 23,9 Grad Celsius, kommen im Zufluss an. Das spart Energie, da die Kühlflüssigkeit nicht so stark abgekühlt werden muss. Auf der anderen Seite der Rack-Installation kommt das Wasser mit 95 Grad Fahrenheit (35 Grad Celsius) wieder heraus. Auch höhere Temperaturen sind möglich, wie uns ein Mitarbeiter des Apollo-Projekts erklärte. Die Abwärme Tausender Ivy-Bridge-CPU-Kerne wird weiterverwendet. Der Supercomputer steht in der recht kühlen Stadt Golden nahe Denver, Colorado. Um die Effizienz weiter zu steigern, wird die Abwärme genutzt, um das Gebäude zu beheizen, ähnlich dem Fernwärme-Prinzip, bei dem ebenfalls ein Abfallprodukt als Heizung weiterverwendet wird. Im Sommer wird die überschüssige Wärme nicht genutzt.

Allein durch die eigene Heizanlage in Form von Servern verspricht sich das NREL eine jährliche Ersparnis bei der Gebäudeversorgung von 200.000 US-Dollar.

Ein Wasserschaden soll vermieden werden

Die Apollo-8000-Systeme arbeiten zwar mit Wasserkühlung, HP stellt allerdings sicher, dass das Wasser nicht in die Nähe der Hardware kommt. Die Konstruktion beinhaltet Heatpipes, die etwa zur CPU und später auch zu GPUs geführt werden. Diese wiederum sind an einen Metallblock angeschlossen und geben ihre Wärme dort ab. Dieser Metallblock, von denen es pro Servereinschub vier Stück gibt, ist gleichzeitig die innere Außenwand der Hardware. Der Aufbau sieht demnach so aus, dass zwischen zwei Servereinschüben in einer Höheneinheit ein Schacht verläuft. Dieser Schacht ist ebenfalls aus einem Metall und beinhaltet die Wasserleitung. So kann es bei der Entnahme eines Servereinschubs nicht zu einem Wassereinbruch kommen, da die Serveraußenwand nur die metallene Außenwand der Wasserleitung berührt. Das Ganze übrigens ohne Wärmeleitpaste. Der Wärmeübergang muss also präzise gefertigt werden, trotz leichter Wartbarkeit. Narrensicherheit sei eines der Ziele der Entwicklung gewesen, sagt HP.

HP will mit Apollo ganz oben mitspielen

Golem Karrierewelt
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    17.-19.01.2023, Virtuell
  2. Git Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

HP scheint sich sicher zu sein, mit Apollo 8000 und dem NREL einen hohen Platz in der Top-500-Liste der Supercomputer zu erreichen. Auf der Discover gab ein Sprecher zu Protokoll, dass ein einziges Rack genügen würde, um einen Platz im Bereich der Nummer 150 zu erreichen. Mehr als 250 Tflops soll ein Rack leisten können. Auch in der Effizienz sieht sich der Konzern gut aufgestellt und als Konkurrenz zu IBMs Blue-Gene-Systemen. In der November-2013-Liste nimmt IBM immerhin den dritten Platz ein. Zudem soll der Server an sich bereits sehr effizient sein mit einer PUE (Power Usage Effectiveness) von 1,06. Der PUE-Wert berücksichtigt nicht die Zweitverwertung der Abwärme. Ein paar Logos der Partner deuteten darauf hin, dass das System es ebenfalls in die Green 500 schaffen würde.

Neue Supercomputerliste erscheint bald

Die neue Liste der Supercomputer wird am 23. Juni 2014 in Leipzig vorgestellt. Die Stadt, deren Messegelände in der IT-Welt durch die Games Convention bekanntgeworden ist, ist zum zweiten Mal Austragungsort der International Supercomputing Conference.

Apollo-8000-Systeme können bereits bestellt werden. Einen Preis nennt HP nicht, da die Server individuell für den Kunden zusammengestellt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Mars Attacks!
"Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz"

Viele Amerikaner fanden Tim Burtons Mars Attacks! nicht so witzig, aber der Rest der Welt lacht umso mehr - bis heute, der Film ist grandios gealtert.
Von Peter Osteried

25 Jahre Mars Attacks!: Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz
Artikel
  1. Auch ZTE betroffen: USA verbieten Verkauf und Import von Huawei-Geräten
    Auch ZTE betroffen
    USA verbieten Verkauf und Import von Huawei-Geräten

    Neben Geräten von Huawei darf auch ZTE künftig nicht mehr auf dem US-Markt agieren, wie die FCC nun beschlossen hat.

  2. Artemis I: Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt
    Artemis I
    Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt

    Die Testmission für Mondlandungen der Nasa Artemis I hat den Mond erreicht. In den kommenden Tagen macht sich die Orion-Kapsel auf den Rückweg.

  3. NIS 2 und Compliance vs. Security: Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?
    NIS 2 und Compliance vs. Security
    Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?

    Mit der NIS-2-Richtlinie will der Gesetzgeber für IT-Sicherheit sorgen. Doch gut gemeinte Regeln kommen in der Praxis nicht immer unbedingt auch gut an.
    Von Nils Brinker

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday bei Mindfactory, MediaMarkt & Saturn • Prime-Filme leihen für je 0,99€ • WD_BLACK SN770 500GB 49,99€ • GIGABYTE Z690 AORUS ELITE 179€ • Seagate FireCuda 530 1TB 119,90€ • Crucial P3 Plus 1TB 81,99 & P2 1TB 67,99€ • Alpenföhn Wing Boost 3 ARGB 120 3er-Pack 42,89€ [Werbung]
    •  /