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Lenovo stellt zwei neue Marken vor.
Lenovo stellt zwei neue Marken vor. (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)

HPC und Rechenzentren: Lenovo ruft die vierte Revolution der IT aus

Lenovo stellt zwei neue Marken vor.
Lenovo stellt zwei neue Marken vor. (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)

Nachdem die letzten Reste von IBMs x86-Sparte integriert sind, meint es Lenovo richtig ernst: Das Unternehmen will zum größten Anbieter von allen möglichen Servern und anderen professionellen PCs werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, wie die Konferenz Transform in New York zeigt.
Von Nico Ernst

Nach Spitzenreiter HPE mit 144 Rechnern ist Lenovo in der neuen Liste der schnellsten Supercomputer mit 88 Systemen die Nummer zwei. Und dieses Verhältnis spiegelt sich auch bei kleineren Systemen wider. Je nachdem, welche Kategorie von Servern für ein Rechenzentrum man betrachtet, ist Lenovo mal die Nummer zwei oder drei, immer hinter HPE und Dell.

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  • Thinksystem SR850 (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)
  • Neues Thinksystem (Foto: Nico Ernst)
  • Neues Thinksystem (Foto: Nico Ernst)
  • Thinksystem SR850 (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)
  • Thinksystem SR850 (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)
  • Neues HPC-Portfolio (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)
Thinksystem SR850 (Bild: Lenovo/Screenshot: Nico Ernst)

Und das soll sich ändern, meinen CEO Yuanqing Yang und Kirk Skaugen. Letzterer ist vor sechs Monaten nach 24 Jahren Tätigkeit bei Intel als Datacenter-Chef zu Lenovo gewechselt. Neue Besen kehren bekanntlich gut, also gibt es bei Lenovo neben neuen Produkten auch zwei neue Marken: Alle Server, auch die, die früher als System X von IBM bekannt waren, heißen nun Thinksystem. Und die Software, die Lenovo selbst auf etablierte Lösungen wie SAP/HANA oder Microsoft Azure aufsetzt, trägt den Namen Thinkagile.

Nicht das ganze Rechenzentrum aus einer Hand

Ein bisschen wird unter diesen Marken versteckt, dass Lenovo nicht das ganze Rechenzentrum aus einer Hand anbieten kann wie beispielsweise HPE. Die ersten Switches von Big L - denn diesen Namen will sich die Firma offenbar verdienen - kommen gerade erst auf den Markt, und an anderen Komponenten wie einem SAN mangelt es noch. Dafür arbeitet Lenovo mit Firmen wie Juniper zusammen. Auch weitere Joint Ventures mit anderen Anbietern sind geplant, wie CEO Yang in New York sagte.

Dass man keine Altlasten, englisch netter ausgedrückt als "legacy", mitschleppen muss, sieht Lenovo nicht als Nach-, sondern Vorteil. So sei man flexibler, sagte Kirk Skaugen. Und in einem weiteren Gespräch mit Golem.de betonte Yang dann auf Nachfrage, dass man sich durchaus auch Übernahmen vorstellen könne, aber dafür "muss immer die richtige Gelegenheit da sein". Übersetzt heißt das wohl, dass der Preis stimmen muss.

SDN als "vierte Revolution der IT"

Der Kern der Strategie ist ein Software Defined Network, und das ist dann die vierte Revolution der IT, sagt Yang. Die ersten waren der PC als Einzelplatzrechner für jeden, die zweite die Vernetzung inklusive Internet und dann das mobile Internet. Nun steht die Integration von Hardware, jeder Form von Cloud und dem Netzwerk auf Softwarebasis an. Dadurch sollen Unternehmen mehr Dienstleistungen - Stichwort Thinkagile - und nicht nur spezielle Lösungen für einen Zweck mieten können.

Ein vereinfachtes Beispiel, das Lenovo so nicht erwähnte, wären Datenbankserver, die tagsüber das Unternehmen am Laufen halten und nachts für Backups der PCs genutzt werden. Das erinnert ein bisschen an die Universalserver der 1990er Jahre, bedeutet in diesem Fall aber, dass man sich ein NAS oder SAN sparen kann. Durch Spiegelungen in die Cloud lassen sich die Daten trotzdem doppelt sichern.

Lenovo stellt Thinksystem S vor

Am Ende braucht es aber doch Hardware, und die stellte Lenovo in Form der neuen Serie Thinksystem S vor. Darin stecken exklusiv Intels Skylake-SP-Xeons, auch die neuen Platinum- und Gold-Modelle (Skylake-SP mit bis zu 28 Kernen), die Intel erst in einigen Wochen offiziell vorstellen will. Je nach Ausbaustufe sind auch GPUs als Beschleuniger für HPC-Anwendungen möglich, und viele Thinksystems haben ein D2-Chassis.

In diesem steckt ein Modul für CPU und RAM, das ausgetauscht werden kann. I/O und Netzwerk bleiben gleich, weil sie über Intels Omni-Path angebunden sind. Bei einer neuen Prozessorgeneration muss also nicht der ganze Rackeinschub getauscht werden. Günstig für den Kunden, der sich so aber langfristig an Lenovo bindet. Die Server sollen im Sommer 2017 - also nach Intels Launch - verfügbar sein.

Um zu wachsen, will Lenovo seinen Kunden zwei Dienstleistungen mit jedem Thinksystem anbieten. Zum einen wird der Rechner auf Wunsch vor Ort aufgestellt und in Betrieb genommen. Das soll nichts extra kosten, betonte Skaugen. Zum anderen gibt es eine dedizierte Telefonnummer mit Level-2-Support, also quasi keine Warteschleifen mehr. Für all das wird es aber vermutlich Voraussetzungen wie ein professionelles Rechenzentrum und eine vorherige Offenlegung von dessen Dokumentation geben müssen.

Nicht erwähnt wurde auf Lenovos Konferenz Transform die nur 24 Stunden zuvor angekündigten Epyc-Prozessoren von AMD, der es auf bis zu 32 Kerne bringen soll und Nachfolger des Opteron ist. Das verwundert kaum: Intel ist der einzige Platin-Sponsor von Lenovos Veranstaltung.


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ap (Golem.de) 21. Jun 2017

Bitte schicken Sie doch eine Mail an technik (at) golem.de und nennen uns noch genauere...

pk_erchner 21. Jun 2017

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