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Hoymiles-Wechselrichter: Unzählige PV-Anlagen können per Funk gehackt werden

Ein Forscher hat Sicherheitslücken in Wechselrichtern von Hoymiles entdeckt. Angreifer können damit kleine PV-Anlagen abschalten und beschädigen.
/ Marc Stöckel
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In Wechselrichtern zahlreicher PV-Anlagen klaffen Sicherheitslücken. (Bild: pexels.com / Kindel Media)
In Wechselrichtern zahlreicher PV-Anlagen klaffen Sicherheitslücken. Bild: pexels.com / Kindel Media
Inhalt
  1. Hoymiles-Wechselrichter: Unzählige PV-Anlagen können per Funk gehackt werden
  2. Hersteller stellt sich taub

Der Chaos Computer Club (CCC) hat gefährliche Sicherheitslücken in Wechselrichtern des chinesischen Herstellers Hoymiles aufgedeckt. Wie aus einer Mitteilung des CCC(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, können Angreifer anfällige Balkon- und Dachsolaranlagen damit per Funk abschalten, eine manipulierte Firmware einspielen und die Anlagen sogar dauerhaft physisch beschädigen. Ein Patch ist in Arbeit, lässt aber wohl noch Monate auf sich warten.

Entdeckt wurden die Lücken von einem Sicherheitsforscher namens Benedikt Heinz, auch bekannt unter dem Namen Hunz. Dieser dokumentierte(öffnet im neuen Fenster) seine Funde in zwei Berichten(öffnet im neuen Fenster) ausführlich. Wer sich für technische Details interessiert, wird darin fündig.

Nach Angaben des CCC liegt die Ursache in der Kommunikation der Hoymiles-Wechselrichter über unsichere proprietäre Funkprotokolle. Der Datenaustausch findet dabei über die Frequenzbänder 868 MHz und 2,4 GHz statt. Darüber lassen sich etwa Statistikdaten für ein Dashboard auslesen. Aber auch eine vollständige Fernsteuerung der Wechselrichter soll möglich sein.

Der "ultrageheime" Schlüssel

Laut Mitteilung können die Wechselrichter beispielsweise per Funksignal ein- und ausgeschaltet werden. Zudem sollen Eingriffe in die Einspeisung und die Netzfrequenz sowie die Ausführung ganzer Firmware-Updates möglich sein. Zwar bedarf es nach Angaben des CCC für die Fernsteuerung eines "ultrageheimen Schlüssels", der mit den Anfragen übermittelt werden muss, dabei soll es sich aber lediglich um eine Seriennummer handeln.

Diese Seriennummern scheinen obendrein nicht einmal sonderlich gut geschützt zu sein. Hunz entdeckte in der Firmware ein undokumentiertes Feature, mit dem sich über eine Art Rundrufbefehl alle Hoymiles-Wechselrichter in Funkreichweite ermitteln lassen. Die Wechselrichter reagieren auf den Befehl wohl mit einem Antwort-Paket, welches die jeweilige Seriennummer in unverschlüsselter Form enthält.

Eine Verkettung dieser Sicherheitsprobleme führt im Endeffekt dazu, dass Angreifer mit einfacher Funkausrüstung in der Nähe befindliche Hoymiles-Wechselrichter erfassen und diese nach Belieben fernsteuern, abschalten oder sogar beschädigen können. Die dafür nötige Hardware soll sich einfach an einer Drohne befestigen lassen, so dass ein Angreifer nicht einmal persönlich vor Ort sein muss.


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