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Metager: das deutsche Universitätsprojekt

Metager ist die wohl älteste Suchmaschine in unserem Test. Das Projekt wurde ursprünglich von Mitarbeitern der Universität Hannover erdacht - auf einer Papierserviette beim Mittagessens auf der Cebit 1996. Es arbeitet seitdem inzwischen als ein Hybrid aus Metasuchmaschine und eigenem Index. Wie klassische Metasuchmaschinen durchforstet Metager auf Wunsch bis zu 50 verschiedene Quellen, kombiniert und gewichtet deren Ergebnisse neu und zeigt sie gemeinsam in einer Liste an. Darüber hinaus greift Metager nach Angaben ihres Gründers Wolfgang Sander-Beuermann aber auch auf eigene Indexer und Crawler zurück, mit denen Spezialfelder abgedeckt werden sollen.

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Zu den durchsuchten Quellen gehören bekannte Anbieter wie Yahoo und Yandex, aber auch Außergewöhnliches wie das europäische Kulturportal Europeana und das gesamte Archiv von Die Zeit und Zeit Online von 1946 bis heute. Google lässt Metager dabei bewusst links liegen, "denn dann hätten wir uns vertraglich verpflichten müssen, die jeweiligen Google-Ergebnisse genau so zu übernehmen, wie Google sie liefert. Also in keiner anderen Reihenfolge, keine Anwendung unseres eigenen Rankings, keine Aussortierung von Spam usw. Das ging uns zu weit", sagte Sander-Beuermann in einem Interview.

Installation gelingt erst beim zweiten Anlauf

Der Quellcode von Metager steht seit August 2016 frei zur Verfügung, wie Golem.de berichtete quasi als Alternative zu einem Datenschutz-Gütesiegel. Unser erster Versuch, Metager selbst zu installieren, scheiterte an der nicht mehr ganz taufrischen Dokumentation. Auf Nachfrage stellte der gemeinnützige SUMA-EV, der die Suchmaschine seit 2004 betreut und weiterentwickelt, aber binnen weniger Stunden eine aktualisierte Installationsanleitung zur Verfügung. Damit gelang die Installation problemlos.

Eine funktionsfähige Metager bekommt man damit leider aber noch nicht auf seinen Rechner. Dazu benötigt man gültige API-Zugangsdaten der zu durchsuchenden Indizes, die Metager aus vertragsrechtlichen Gründen nicht mitliefert. Anders als die anderen hier vorgestellten Metasuchmaschinen setzt Metager nämlich ganz auf die Kooperation mit ihren Quellen. Anstatt die Suchergebnisse beispielsweise per Screenscraping abzugreifen, nutzt Metager nach eigenen Angaben wo immer möglich die vom jeweiligen Anbieter bereitgestellten APIs.

  • Installation von Metager auf einer Linux-Kommandozeile. (Screenshot: Golem.de/Jan Weisensee)
  • Metager-Startseite (Screenshot: Golem.de/Jan Weisensee)
  • Suchresultate von Metager mit Werbeeinblendung in grün. (Screenshot: Golem.de/Jan Weisensee)
Metager-Startseite (Screenshot: Golem.de/Jan Weisensee)

Das bringe vor allem Rechtssicherheit: "Wir könnten ohne Kooperationsvereinbarungen auch abgemahnt und sogar schadensersatzpflichtig werden", argumentiert Sander-Beuermann und ergänzt: "Nur via API ist eine dauerhafte und stabile Datenübertragung gewährleistet." Andere Anbieter wie etwa die Entwickler von Searx (siehe unten) befürchten jedoch, dass die Nutzung der APIs zum User Profiling missbraucht und so persönliche Daten geleakt werden könnten. Für letzte Sicherheit könnte hier wohl nur eine umfangreiche Code-Review von APIs und Suchmaschine sorgen.

Die Oberfläche ist übersichtlich

Für dieses Howto nutzten wir die öffentlich zugängliche Instanz unter Metager.de. Deren Bedienoberfläche wirkt trotz einer Reihe an Optionen und einer Menüleiste am oberen Bildschirmrand aufgeräumt. Neben der normalen Websuche haben Nutzer direkten Zugriff auf eine Bildersuche, eine Produktsuche sowie Nachrichten- und Wissenschaftsquellen. Um den gemeinnützigen Betrieb von Metager zu finanzieren, schaltet die Suchmaschine in Kooperation mit Yahoo wenig aufdringliche textbasierte Werbung. Diese erscheint oberhalb der Suchergebnisse und ist deutlich als solche gekennzeichnet. User Profiling oder Tracking werde mit der Werbung nicht betrieben, verspricht Metager.

Die Suchergebnisse sind gut

Bei unserer ersten Testsuche nach der Entdeckung der Langsamkeit schlug sich Metager sehr gut. Sieben der ersten zehn Treffer führten direkt zu Seiten über das gesuchte Buch, darunter der deutsche Wikipedia-Eintrag und die entsprechenden Produktseiten bei Amazon und der Buch-Community Lovelybooks.de.

Auch bei den Mitgliedern des NSA-Untersuchungsausschusses konnte Metager überzeugen. Treffer 1 und 3 führten direkt zu entsprechenden Seiten des Deutschen Bundestags, der dazugehörige Wikipedia-Eintrag fand sich auf Platz 6. Die restlichen Treffer deckten mehr oder weniger relevante Artikel aus der Tageszeitung (taz), Die Zeit und Die Welt ab.

Bei unserer dritten Testsuche nach Schwachstellen in Apples iOS 10 patzte Metager lediglich ein bisschen, die ersten zehn Ergebnisse blieben aber insgesamt zufriedenstellend. 50 Prozent verlinkten zu einschlägigen Artikeln über die Schwächen in Apples Backup-System oder zu den etwas älteren Berichten über den unverschlüsselten Systemkern. Die andere Hälfte deckte die Themen Apple/Sicherheit leider nur allgemein ab, darunter auch die Wikipedia-Seite zu iOS 10.

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Daseuter 11. Okt 2017

Ich muss meinem Vorredner voll und ganz zustimmen. Ich bin von www.quadrazid.com auch...

crystalgazer 18. Okt 2016

aber es ist wie mit allem, man muß sich gewaltig dahinterklemmen um ein gutes System mit...

svGG_81 09. Okt 2016

Goldrichtig. Man muss keine Informatik studiert haben um sich ein paar Terminalbefehle...

igor37 09. Okt 2016

Nur muss ich dann einen Browser verwenden, der das unterstützt und auf 2 Geräten mit...

WeitWeitWeg 08. Okt 2016

Unterschiedliche Themengebiete: Was ist deine Messlatte für schlechte Ergebnisse? Wie...


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