House of the Dragon: HBO reagiert auf Spannungen mit George R. R. Martin

Nach öffentlicher Kritik von George R. R. Martin, dem Autor der Romanvorlage, hat sich nun erstmals HBO offiziell zu den Spannungen rund um die Serie House of the Dragon geäußert, wie die US-amerikanische Entertainment-Website Collider(öffnet im neuen Fenster) berichtet. In einem Interview erklärte Casey Bloys, Chief Content Officer des US-Bezahlsenders, wie das Unternehmen das inzwischen belastete Verhältnis zwischen Martin und Showrunner Ryan Condal bewertet.
Kreative Konflikte
Bloys bemühte sich um einen diplomatischen Ton, machte jedoch deutlich, dass kreative Konflikte bei der Adaption eines so umfangreichen Werks kaum zu vermeiden seien. Martin habe Condal als geeigneten Showrunner vorgeschlagen, sagte Bloys, und HBO stehe weiterhin hinter dessen kreativen Entscheidungen. Zwei Künstler müssten nicht zwangsläufig immer einer Meinung sein, das gehöre zum Prozess.
Zuvor hatte Martin in einem Blogeintrag und in Interviews öffentlich erklärt, dass sich die Zusammenarbeit mit Condal nach der ersten Staffel verschlechtert habe. Während er anfangs intensiv in Drehbuchentwürfe eingebunden gewesen sei, seien seine Anmerkungen in der zweiten Staffel zunehmend ignoriert worden. Schließlich habe HBO ihn gebeten, Anmerkungen nur noch über den Sender weiterzugeben, statt direkt mit dem Showrunner zu kommunizieren.
Die Auseinandersetzungen wurden auch deshalb öffentlich, weil Martin zeitweise einen kritischen Blogpost zu Änderungen in Staffel zwei veröffentlichte, diesen später aber wieder entfernte. Nach eigenen Angaben habe sich die öffentliche Debatte fast ausschließlich auf negative Passagen konzentriert, obwohl der Text überwiegend lobend gewesen sei. In einer Besprechung zur geplanten dritten Staffel habe Martin schließlich erklärt, es sei "nicht mehr meine Geschichte" .
Weiterhin vertraglich an HBO gebunden
Trotzdem bleibt Martin weiterhin vertraglich an HBO gebunden. Bloys bestätigte, dass der Autor aktuell seinen Schwerpunkt auf eine andere Serienadaption legt: The Knight of the Seven Kingdoms, basierend auf Martins Dunk-und-Egg-Novellen.