Hotspot Temperatur: Einige Radeon RX 7900 können überhitzen
Zu hohe Temperaturen in Teilbereichen der Grafikkarte können mehrere Ursachen haben. Inzwischen gibt es erste Analysen dazu. Vermutlich ist ein defekter Kühler die Ursache.
Nachdem ein Reddit-Nutzer seine Grafikkarte wegen zu hoher Temperaturen bei AMD reklamiert hatte, meldeten sich auch andere Nutzer mit hohen Hotspot-Temperaturen. Der Hotspot ist der heißeste Wert aus mehreren Sensorwerten, die über die GPU verteilt verbaut sind. AMD hat hier ein Limit von 110 °C gesetzt, ab dem die GPU ihre Leistung drosselt, um diesen Wert nicht zu überschreiten.
Mehrere Nutzer erreichen diese Temperatur offenbar im normalen Gaming-Betrieb. Nachdem AMD die Reklamationsanfrage zunächst ablehnte, hat der Hersteller inzwischen die Meinung geändert und bittet Kunden, die von dem Problem betroffen sind, um Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice.
Sicherlich steht es aus Nutzersicht außer Frage, dass eine Reduzierung der Taktrate durch Schutzmechanismen im normalen Betrieb insbesondere bei einer neuen und somit staubfreien Grafikkarte nicht vorkommen sollte. Fraglich ist aktuell noch, wie viele Nutzer überhaupt betroffen sind. Ähnlich Nvidias Problematik mit dem 12VHPWR-Stecker ist es schwer einzuschätzen, wie hoch die Fehlerquote liegt.
Das Kühlerdesign funktioniert normalerweise gut
Ein grundsätzlicher Konstruktionsfehler ist eher unwahrscheinlich, da baugleiche Karten ohne besonders hohe Temperaturen im Umlauf sind. Außerdem ist eine Vaporchamber auch für AMD-GPUs nicht ungewöhnlich. Wahrscheinlicher ist daher entweder ein Materialfehler oder ein Produktionsfehler. Auf dem Youtube-Kanal Der8auer ist dazu eine Analyse zu sehen, wonach die Orientierung der Karte bei einigen Modellen entscheidend für die Kühlleistung ist. Bei vertikalem Einbau tritt das Problem nicht auf, beim standardmäßigen horizontalen Einbau überhitzt die Karte.
Neu aufgetragene Wärmeleitpaste oder veränderter Anpressdruck des Kühlers brachten keine Besserung. Auch führte ein Kippen der Karte zum Überhitzen, wurde sie anschließend wieder vertikal aufgestellt blieb die Kühlleistung schlecht. Daraus schließt der Youtuber und Overclocking-Experte, dass die am Kühler verbaute Vaporchamber die Probleme verursachen muss.
Auch Igor's Lab kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, konnte allerdings mit höherem Anpressdruck eine Verbesserung erreichen. Was genau das Problem daran ist, lässt sich also noch nicht sagen. Vermutlich wird AMD die entsprechenden Karten austauschen müssen. Betroffen sind auch Karten von Partnerherstellern, sofern sie AMDs Referenzdesign verwenden. Karten mit Wasserkühlung oder mit vom Partner entworfenem Kühler hingegen haben das Problem nicht.
Ob die eigene GPU davon betroffen ist, lässt sich mit dem kostenlosen Tool GPU-Z relativ leicht überprüfen. Unter dem Reiter Sensoren ist neben der GPU-Temperatur auch die Hotspot-Temperatur auslesbar. Lässt man das Programm eine Weile während einer Spielsession im Hintergrund laufen, kann man dort ablesen, ob die Maximaltemperatur von 110 °C erreicht wurde. Zu beachten ist dabei, dass vermeintlich hohe Temperaturen von über 90 °C unter hoher Last durchaus vorkommen, das schnelle Erreichen der Maximaltemperatur hingegen ist nicht normal.