Hotspot 2.0: Nahtloses WLAN ohne SSID und Passwort

Cisco liefert für Provider die ersten Access Points und Router für "Hotspot 2.0" aus. Dahinter steckt eine standardisierte Technik, mit der Anwender unbemerkt zwischen Mobilfunk und WLANs wechseln sollen. Manuelles Einloggen ist dann nicht mehr nötig.

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Mehrbandrouter von Cisco
Mehrbandrouter von Cisco (Bild: Cisco)

Wer sein Smartphone auf das Erkennen offener WLANs eingestellt hat, kennt das Problem: Beim Surfen unterwegs, beispielsweise im Bus, erscheint statt der angeforderten Webseite plötzlich ein Loginformular. Das Handy hat seine Datenverbindung vom Mobilfunk wie UMTS (3G) auf WLAN umgestellt, obwohl es nicht weiß, ob es auf das WLAN überhaupt vollen Zugriff hat.

Das passiert etwa bei T-Mobile selbst dann, wenn das Smartphone schon für den Hotspot-Dienst des Providers freigeschaltet ist. Der Nutzer muss sich jedes Mal mit langen Zugangsdaten einloggen. Um das zu umgehen, gibt es zwar schon lange internationale Roaming-Dienste mit eigenen Apps, diese Angebote sind jedoch meist so teuer, dass sie nur für professionelle Anwender attraktiv sind.

Besser wäre es, wenn ein Smartphone oder auch ein Tablet nur die WLANs verwenden würde, von denen es vorher weiß, dass es sie auch sinnvoll nutzen kann - und möglichst ohne Login. Der Wechsel vom Mobilfunknetz zum WLAN wäre dann so nahtlos möglich wie von einem Handysendemast zum anderen. Den bekommt der Kunde schließlich auch in der Regel nicht mit.

WLAN ohne Einloggen

Damit das funktioniert, haben die beiden Industriegremien Wifi-Alliance und die Wireless Broadband Alliance (WBA) eine Spezifikation namens "Hotspot 2.0" erarbeitet, die auch unter dem Namen "Next Generation Hotspot" (NGH) bekannt ist. Dabei soll die Authentifizierung an den Hotspots über Mobilfunkinformationen erfolgen, ohne dass der Anwender selbst etwas tun müsste. Gängige Verschlüsselungen wie WPA2 bleiben erhalten.

Am Beispiel von T-Mobile würde das bedeuten, dass ein Hotspot, auch der eines Roaming-Partners des Providers, das T-Mobile-Handy erkennt und ihm sofort vollen Zugriff auf sein WLAN erlaubt.

Cisco zufolge werden die ersten Access Points und Router mit NGH nun an Provider ausgeliefert. Es handelt sich um die Serie ASR 5000, die schon länger verfügbar ist. Auch ein Großteil älterer Geräte anderer Serien soll sich aufrüsten lassen, verspricht Cisco. Weltweit sind laut Angaben des Unternehmens über 12 Millionen seiner Zugangspunkte im Einsatz.

Nicht nur die Anwender haben ein Interesse an einfacheren WLAN-Zugängen, die Technik kann auch die Provider entlasten, die mit dem Ausbau ihrer Mobilfunknetze kaum hinterherkommen. Die Verlagerung des Datenverkehrs auf WLANs könnte hier Linderung bringen. Dazu müssen aber auch die Smartphones mitspielen, noch ist nicht klar, ob für genügend viele Geräte ein Softwareupdate reicht. Erste Feldversuche hat Cisco bereits abgeschlossen, einer der beteiligten Provider war PCCW in Hongkong.

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