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Hopper H100: USA schränken Export von Supercomputer-GPUs nach China ein

Die US-Regierung fürchtet, dass die GPUs für militärische Zwecke genutzt werden. Der Export wird eingeschränkt, Nvidia bereitet das Probleme.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Seine kommende Rechen-GPU H100, hier auf einem SXM5-Modul, darf Nvidia nur mit Genehmigung der US-Regierung nach China exportieren. (Bild: Nvidia)

Kein Monat vergeht ohne neue Handelsbeschränkungen der US-Regierung gegen China. Aktuelles Ziel sind für Supercomputer bestimmte Grafikkarten, die als Rechenbeschleuniger eingesetzt werden. Speziell bei künstlicher Intelligenz sind diese kaum noch wegzudenken. Nvidia muss sich Exporte seiner A100- und H100-GPUs sowie der damit bestückten DGX-Systeme künftig von der US-Regierung genehmigen lassen.

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Bekannt wurde dies durch eine Einreichung von Nvidia an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission). Bei Ereignissen, die für Investoren relevant sind, müssen Unternehmen in den USA ein sogenanntes Form 8-K einreichen.

Für Nvidia bedeuten die Exportkontrollen erst einmal absehbare finanzielle Einbußen durch wegfallende Einnahmen. Im Ausblick auf das dritte Quartal ging das Unternehmen von Experten mit einem Umfang von 400 Millionen US-Dollar in die Volksrepublik aus. Darüber hinaus wird in der Einreichung erwähnt, dass die Fertigstellung der H100-Beschleuniger gefährdet sei.

Für die H100 gibt es aber bereits Entwarnung: Nvidia erhielt von der US-Regierung die Erlaubnis für Exporte, die zur Fertigstellung der H100 erforderlich sind. Auch zur Belieferung von US-Kunden mit A100-Karten dürfen Exporte bis zum 1. März 2023 weiterlaufen – danach müssen laut Nvidia "bestimmte Operationen aus China verlagert" werden. Das könnte Teile der Fertigung betreffen.

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Auch AMD betroffen, China empört

Die GPU-Exportkontrollen betreffen nicht nur Nvidia. Auch AMD darf seine Instinct MI250X nicht länger ohne Absprache mit der US-Regierung nach China exportieren. Da das Unternehmen mit seinen Rechenbeschleunigern weniger verdient, sah man sich dort allerdings nicht zur Information der SEC verpflichtet.

Die Regierung der Volksrepublik China zeigte sich erwartbar unerfreut. Ein Vertreter des Handelsministeriums sprach von einer "technologischen Blockade" gegen das Land. Ein Sprecher des Handelsministeriums teilte mit, die Exporteinschränkungen verletzten die "legitimen Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen".

Diese stehen nun vor dem Problem, dass geplante Anschaffungen neuer oder Erweiterungen bestehender Systeme unmöglich werden könnten. Zwar hat das chinesische Unternehmen Biren mit dem BR100 und BR104 konkurrenzfähige Rechenbeschleuniger entwickelt. Ob es die entstehende Lücke füllen kann, ist allerdings fraglich.

Die US-Regierung begründet die Exportbeschränkungen mit der Sorge, dass die Hardware für militärische Zwecke genutzt werden könnte. Auch ist nicht nur China Ziel der Beschränkungen, auch nach Russland dürfen die erwähnten Rechenbeschleuniger nicht mehr geliefert werden. Nach eigenen Angaben hat Nvidia die Belieferung russischer Kunden aber bereits eingestellt.