Hope Probe: Marsatmosphäre ganz anders als angenommen

Die VAE schickten mit "Hope Probe" ihre erste Raumsonde zu einem fremden Planeten. Ihre Daten modernisieren aktuelle Modelle des Mars.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Die Raumsonde "Hope" der Vereinigten Arabischen Emirate am Mars als künstlerische Darstellung.
Die Raumsonde "Hope" der Vereinigten Arabischen Emirate am Mars als künstlerische Darstellung. (Bild: UAESA, MBRSC)

Groß wurde die Mars-Mission der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angekündigt und durchgeführt. Seit ihrer Ankunft im Februar und dem Einschwenken in eine wissenschaftliche Marsumlaufbahn wurde es aber eher still um die Hope-Probe-Mission (engl. Raumsonde Hoffnung) der Emirate. Seitdem werden wissenschaftliche Daten über die Marsatmosphäre und ihre Wettermuster gesammelt und veröffentlicht.

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Dafür befindet sich die Sonde in einer Höhe zwischen 20.000 und 43.000 Kilometern und konnte dadurch eine ganze Hemisphäre untersuchen. Dies tat sie mit ihren an Bord befindlichen Geräten wie dem Multiband-Imager, Infrarotspektrometer und Ultraviolett-Spektrometer - wodurch auch der Umgang mit den Geräten trainiert wird. Immerhin ist es die erste Raumfahrtmission zu einem fremden Planeten für die Raumfahrtagentur UAESA und das Muhammad-bin-Raschid-Raumfahrtzentrum.

Wetterdaten und ein neues Atmosphärenmodell vom Mars?

Zu den bisherigen Erkenntnissen gehört beispielsweise, dass sich der Sauerstoff nicht wie angenommen gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt. Laut den Forschenden schwanke die Sauerstoffkonzentration in der oberen Atmosphäre um mehr als 50 Prozent.

Somit sei der Mars-Sauerstoff nur ein molekulares Spurengas, obwohl die dünne Atmosphäre des Planeten überwiegend aus Kohlendioxid bestehe. Ähnliche Schwankungen wurden auch bei Kohlenmonoxid beobachtet. Nun wollen die Forschenden herausfinden, wie diese Schwankungen entstehen - denn sie passen nicht zu den bisherigen Modellen der Marsatmosphäre.

  • Die Sonde zeichnete die Temperatur der Atmosphäre auf und verfolgte, wie sie sich im Laufe des Vormittags erwärmte (Bild: Emirates Mars Mission, EMIRS).
  • Das Emirates-Ultraviolett-Spektrometer kartierte die Verteilung von atomarem Sauerstoff in der oberen Atmosphäre des Planeten (Bild: Emirates Mars Mission, EMUS).
Die Sonde zeichnete die Temperatur der Atmosphäre auf und verfolgte, wie sie sich im Laufe des Vormittags erwärmte (Bild: Emirates Mars Mission, EMIRS).
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Außerdem liefert die Mission Wetterdaten über den Planeten. Das klingt zunächst ungewöhnlich, aber tatsächlich soll die Sonde der erste Wettersatellit des Planeten sein. Zwar stellt die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA einen Mars-Wetterkanal bereit. Deren Daten stammen aber beispielsweise von Rovern, die auf der Planetenoberfläche herumfahren. So liefert Curiosity einige Daten, die neben den Temperaturdaten von Insight abrufbar sind; vom Jezero-Krater schickt Perseverance Wetterdaten.

Die Wetterbedingungen bei Landungen waren bisher weniger wichtig. Vor allem ging es darum, einen sicheren Landeplatz zu finden. Entsprechend war das Auffinden von Steinen und Felsen am Landeort wichtiger. Die neuen Wetterdaten können für zukünftige Missionen dennoch ein wichtiges Instrument sein, denn mit ihnen können die Risiken bei einer Landung minimiert werden.

Frei zugängliche Daten

Sarah Bint Yousif Al Amiri, Staatsministerin für fortgeschrittene Wissenschaften und Vorsitzende der UAESA, macht deutlich: "Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Entwicklung von Innovationen und wissensbasierten Unternehmen in den Emiraten beschleunigen." Dies ist aber nur ein Ziel der Mission. Auch die gesammelten Daten sollen jedem und jeder frei zugänglich gemacht werden.

Dafür muss man sich im Science Data Center auf der Missionsseite registrieren. Dort erhält man den Zugang zu den Rohbildern, zu denen alle drei Monate neue Datensätze hinzukommen sollen. Das wird noch eine Weile so sein, denn die Mission wurde ursprünglich auf zwei Jahre angelegt.

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