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Honorbuddy: Bossland will nicht an Blizzard zahlen

Rund 8,6 Millionen US-Dollar muss das deutsche Unternehmen Bossland laut einer Gerichtsentscheidung an Blizzard zahlen. Das wird nicht passieren, so der Chef von Bossland – der gleichzeitig die Geschäftsmethoden von Blizzard etwa in World of Warcraft angreift.
/ Peter Steinlechner
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Der Streit um Cheatprogramme in World of Warcraft geht weiter. (Bild: Blizzard)
Der Streit um Cheatprogramme in World of Warcraft geht weiter. Bild: Blizzard

Die aus Zwickau stammende Bossland GmbH(öffnet im neuen Fenster) will die Entscheidung eines kalifornischen Gerichts von Anfang April 2017 ignorieren – und die als Schadensersatz verhängten 8,6 Millionen US-Dollar an Blizzard nicht bezahlen. Das hat Firmenchef Zwetan Letschew zu Vice.com gesagt(öffnet im neuen Fenster) . Seiner Meinung nach ist das Gericht für sein Unternehmen schlicht nicht zuständig, weswegen er auch darauf verzichtet habe, sich in dem Fall zu verteidigen.

World of Warcraft Legion – Trailer (Fate of Azeroth)
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Außerdem handele es sich bei der Strafe um eine bestimmte Form des Schadensersatzes ( Punitive Damages(öffnet im neuen Fenster) ). Den gebe es bei Zivilprozessen in Europa aber nicht, weswegen das Geld auch nicht ohne weiteres eingetrieben werden könne, so Letschew. Blizzard könnte lediglich versuchen, auf Vermögenswerte in den USA zuzugreifen – aber anscheinend gibt es die nicht.

Letschew übt viel Kritik an Blizzard und erwartet weitere Rechtsstreitigkeiten. Unter anderem stört ihn, dass Blizzard immer wieder damit argumentiert, durch das angestrebte Verbot der Cheatprogramme von Bossland sollten faire Bedingungen für alle Spieler angestrebt werden. Gleichzeitig würde Blizzard aber in World of Warcraft selbst für 60 US-Dollar einen Charakter von Level 1 auf 100 hochstufen – mit Fair könne das ja wohl nichts zu tun haben.

Bosslands Armada von Buddys

Mit den kostenpflichtigen Bossland-Cheatprogrammen wie Honorbuddy, Demonbuddy und Stormbuddy war es Spielern in Overwatch oder World of Warcraft möglich, besonders schnell und einfach an Erfahrungspunkte oder Gold zu kommen. Beides konnte etwa durch skriptgesteuerte Avatare gesammelt werden. Blizzard ist der Auffassung, dass das andere Spieler abgeschreckt habe und diese deshalb auf ein Abo oder einen Kauf der eigenen Programme verzichtet hätten.

Seit 2011 gibt es zwischen Blizzard und Bossland einen Rechtsstreit nach dem anderen. Die Klagen wurden meist in Deutschland eingereicht und haben teilweise auf höchsten Instanzen stattgefunden. Einige der Prozesse hat Bossland gewonnen.


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