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Honor 9 im Hands on: Huawei macht das P10 überflüssig

Das Honor 9 ist da - und wieder macht sich Huawei mit dem Smartphone selbst Konkurrenz: Es ist fast genauso ausgestattet wie das Topmodell P10, aber viel günstiger. Verzichten müssen Käufer dabei auf kaum etwas.
/ Ingo Pakalski
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Honor 9 mit Dual-Kamera (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Honor 9 mit Dual-Kamera Bild: Martin Wolf/Golem.de

Das Honor 9 ist offiziell für den europäischen Markt vorgestellt worden - und das gerade mal zwei Wochen nach der Markteinführung in China. Bisher konnten auch schon mal ein paar Monate vergehen zwischen der ersten Präsentation in China und dem Start in Europa. Das Smartphone ist im Grunde genommen die günstigere Version von Huaweis Topmodell P10 und hat eine vergleichbare Dual-Kamera-Lösung. Zwar erhalten Käufer des Honor 9 keine Leica-Linsen, große Auswirkungen auf die Bildqualität sind davon aber nicht zu erwarten.

Honor 9 - Hands on
Honor 9 - Hands on (01:13)

Dualkamera mit 12 und 20 Megapixeln

Eins der Objektive der Dual-Kamera verfügt über einen Farbsensor, das andere über einen monochromen Bildsensor. Der Farbsensor bietet eine Auflösung von 12 Megapixeln, der Monochromsensor schafft 20 Megapixel. Beide Sensoren werden kombiniert und versprechen eine hohe Schärfe und eine bessere Ausleuchtung. Damit sollen gute Nacht- und Porträtaufnahmen mit einer deutlichen Tiefenschärfe gelingen, die mittels Software berechnet wird. Nachträglich lassen sich der Fokuspunkt und die Tiefenschärfe verändern.

Die beiden Kameras haben verschiedene Brennweiten. Dadurch können Objekte dichter herangeholt werden - es steht eine Art Zoom-Funktion bereit. Leica-Linsen nutzen sie im Gegensatz zum P10 nicht, doch das dürfte sich nicht besonders negativ auswirken. Auch beim Vorgänger, dem Honor 8 fehlen die Leica-Linsen, die Bildqualität ist aber ähnlich wie beim teureren Huawei P9. Es wird also kaum Gründe geben, noch zum P10 zu greifen. Mit der Qualität der P10-Kamera waren wir sehr zufrieden.

Anders als beim Honor 8 gibt es jetzt auch den Monochrom-Modus für gute Schwarzweißaufnahmen. Die Frontkamera verfügt über 8 Megapixel und verspricht entsprechend gute Selbstporträts.

5,15-Zoll-Display und Kirin 960

Das Honor 9 hat einen 5,15 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln, der minimal größer als der des P10 mit einer Diagonale von 5,1 Zoll. Das Display zeigt Inhalte scharf an und macht einen guten Eindruck, nur ist es wohl nicht sonderlich hell, wie erste Vergleiche zeigen.

Die weitere technische Ausstattung ist nahezu identisch zum P10. Es gibt den Kirin-960-Prozessor, der mit einer Taktrate von bis zu 2,4 GHz läuft und eine entsprechend hohe Geschwindigkeit verspricht. Im Geekbench erreicht der Prozessor einen Single-Wert von 1.865 Punkten und einen Multi-Wert von 6.544 Zählern und liegt damit nur etwa 100 Punkte hinter dem Snapdragon 835 von Qualcomm, der unter anderem im Oneplus Five und in Sonys Xperia XZ Premium verwendet wird - die beide durch hohe Geschwindigkeiten auffallen. An die guten Werte des 3DMark reicht das Honor 9 allerdings nicht heran. Statt der 40.497 Punkte schafft das Honor 9 hier mit 26.354 Punkten weniger, aber fast so viel wie Samsungs Galaxy S8 mit 28.389 Punkten.

Das Honor 9 hat eine gute Speicherbestückung.

Honor 9 mit viel Speicher

Das Honor 9 wird in Deutschland mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Flash-Speicher angeboten. Zusammen mit dem schnellen Kirin-Prozessor reagiert das Smartphone beim ersten Ausprobieren immer zügig, es gibt keine Ruckler oder Hänger. Prinzipiell ist es auch mit 6 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher erhältlich, aber nicht auf dem deutschen Markt. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist eingebaut.

Das Dual-SIM-Smartphone unterstützt LTE, WLAN nach 802.11ac und Bluetooth 4.2 LE. Zudem verfügt das Gerät über einen GPS-Empfänger und einen NFC-Chip sowie eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Anschluss von Kopfhörern. Auch ist wieder der Infrarotsensor mit dabei, den es auch beim Honor 8 gibt. Die Dual-SIM-Funktion geht auf Kosten der Erweiterbarkeit per Speicherkarte. Wenn eine Speicherkarte verwendet wird, kann keine zweite SIM-Karte genutzt werden und umgekehrt.

Keine Software-Navigationsleiste

Wie beim P10 ist der Fingerabdrucksensor seit dem Vorgängermodell auf die Gehäusevorderseite gewandert. Allerdings wurde beim Honor 9 komplett auf eine Software-Navigationsleiste verzichtet. Neben der Home-Taste befinden sich wie beim Oneplus Five zwei Sensorflächen. Die eine dient zum Zurückgehen, die andere zum Aufruf der zuletzt gestarteten Apps. Die Funktion der Sensorflächen kann getauscht werden.

Alternativ kann der Home-Button mittels Gesten mit den beiden Funktionen belegt werden. Anders als beim Oneplus Five lässt sich allerdings keine Software-Navigationsleiste zuschalten. Denn bei eingeschaltetem Gerät besteht die Gefahr, leicht an die nicht markierten Sensorflächen zu gelangen und ungewollt Befehle auszulösen.

Der Akku hat eine Nennladung von 3.200 mAh und sollte damit bei moderater Nutzung zwei Tage durchhalten. Das wäre ein guter, aber kein überragender Wert. Mittels Schnellladetechnik soll sich der Akku besonders zügig wieder aufladen lassen. Bei Maßen von 147,3 x 70,9 x 7,45 mm wiegt das Smartphone 155 Gramm. Wie beim Honor 8 hat es ein Gehäuse mit polierter und stark schimmernder Glasrückseite und Metallrändern. Die Rückseite ist wieder vergleichsweise rutschig geraten. Insgesamt liegt das Smartphone aber angenehm in der Hand und ist durch seine Größe gut mit einer Hand zu bedienen.

Honor 9 läuft mit Android 7.0

Das Honor 9 läuft mit Android 7.0 alias Nougat. Wann ein Update auf Android 7.1 erscheint, ist nicht bekannt. Wie bei den Huawei- und Honor-Smartphones läuft darauf die eigene Oberfläche namens Emotion UI und zwar in der Version 5.1.

Das Honor 9(öffnet im neuen Fenster) ist gleich zum Start zum Preis von 430 Euro in den Farben Grau, Blau und Schwarz im hauseigenen Onlineshop verfügbar. Es ist damit günstiger als das Oneplus Five, das 500 Euro kostet und deutlich günstiger als Huaweis Topmodell P10, das 600 Euro kostet. Das neue Honor-Modell ist aber teurer als das Honor 8 zur Markteinführung. Wer es bis zum 11. Juli 2017 kauft, erhält nach dem Kauf eine Gutschrift in Höhe von 30 Euro(öffnet im neuen Fenster) sowie den Fitnesstracker Band 3 im Wert von 70 Euro dazu. Das Smartphone gibt es in Kürze auch bei anderen Händlern und beim Mobilfunknetzbetreiber O2.

Fazit

Mit dem Honor 9 macht sich Huawei selbst enorm Konkurrenz: Auf den ersten Blick gibt es keinen nennenswerten Grund mehr, den Aufpreis für ein P10 zu bezahlen, das technisch fast identisch ausgestattet ist. Bereits beim Honor 8 machten sich die Leica-Linsen nicht nennenswert bemerkbar - damals fehlte uns der Monochrommodus der Dual-Kameras. Den gibt es mittlerweile auch bei den Honor-Geräten, und die Zoomfunktion des P10 ist ebenfalls vorhanden.


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