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Hongkong: Blizzard-Chef findet Meinungsäußerung nur halb so schlimm

Ein halbes Jahr statt ein ganzes Jahr wird ein E-Sport-Profi gesperrt, der auf einem Turnier von Blizzard mit einem Ausruf für die Protestbewegung in Hongkong gekämpft hatte. Zwei dauerhaft entlassene Kommentatoren dürfen nach ebenfalls einem halben Jahr wieder arbeiten.
/ Peter Steinlechner
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Blizzard-Chef J. Allen Brack reduziert die Strafe für die Meinungsäußerung eines E-Sportlers. (Bild: Blizzard)
Blizzard-Chef J. Allen Brack reduziert die Strafe für die Meinungsäußerung eines E-Sportlers. Bild: Blizzard

Mit einem offenen Brief hat sich J. Allen Brack(öffnet im neuen Fenster) , Chef von Blizzard Entertainment, über die Vorgänge und die Strafen gegen den E-Sport-Profi Ng "Blitzchung" Wai Chung geäußert. Der hatte am 6. Oktober 2019 bei einem von Blizzard organisierten Hearthstone-Turnier bei einem Videointerview "Befreit Hongkong" gerufen. Darauf hin war er von Blizzard für ein Jahr für alle Veranstaltungen gesperrt worden, ebenso wurde sein Preisgeld in Höhe von rund 16.000 US-Dollar eingefroren. Die beiden Kommentatoren, die Blitzchung befragt hatten, wurden von Blizzard entlassen.

Brack kündigt nun an, dass sowohl Blitzchung als auch die Moderatoren nur ein halbes Jahr gesperrt würden. Der Sportler erhalte außerdem sein Preisgeld ausbezahlt. Ganz grundsätzlich verteidigt J. Allen Brack aber das harte Vorgehen gegen den Spieler und die Kommentatoren.

"Die offizielle Übertragung muss sich mit dem Turnier befassen und ein Ort sein, an dem alle willkommen sind" , schreibt Brack. "Um dies zu unterstützen, möchten wir die offiziellen Kanäle weiterhin auf das Spiel konzentrieren." Das sei so ausdrücklich in den Turnierregeln festgehalten worden, und Blitzchung habe das gewusst – was sicherlich richtig ist, weil der Profi selbst gesagt hat, mit derartigen Problemen gerechnet zu haben.

Ob die Erklärung von Brack und die Reduzierung der Strafe ausreicht, um die Community zu beruhigen, ist unklar. In sozialen Netzwerken und in Foren haben viele Spieler angekündigt, im Rahmen der Blizzard-Hausmesse Blizzcon Anfang 2019 möglichst lautstark zu protestieren.

Blizzard war für das harte Vorgehen massiv aus der Community, aber auch von Politikern kritisiert worden, darunter dem ehemaligen und immer noch sehr einflussreichen Senator Marco Rubio (Republikaner). Die Vermutung ist, dass Blizzard aus Rücksicht auf das wichtige Geschäft mit China versucht, jede Kritik an der Politik des Landes zu verhindern. Brack bestreitet das in seinem offenen Brief.

Der chinesische Technologienkonzern Tencent hält fünf Prozent der Anteile an Activision-Blizzard. Auch Blizzard-Angestellte, die mit den Entscheidungen der Führungsebene nicht einverstanden waren, sollen in der vergangenen Woche auf dem Firmengelände eine kleine Demo abgehalten haben.

Vertreter von anderen Firmen, an denen Tencent höhere Beteiligungen hält, haben Blizzard aber kritisiert. Tim Sweeney, Chef von Epic Games – Tencent hält rund 40 Prozent an dem Studo -, hat auf Twitter gesagt(öffnet im neuen Fenster) , dass Spieler von Fortnite frei über Politik und Menschenrechte reden können. Auf Nachfrage hat er dies ausdrücklich bestätigt.

Der Chef des Entwicklerstudios Riot Games hingegen hat sich in einer Erklärung(öffnet im neuen Fenster) vor einem großen Turnier mit League of Legends eher vage ausgedrückt. Ganz generell sollen Spieler und andere Beteiligte nur über das Spiel reden – klare Verbote oder Ähnliches spricht er aber nicht aus.

Hearthstone Rastakhans Rambazamba – Trailer (Blizzcon 2018)
Hearthstone Rastakhans Rambazamba – Trailer (Blizzcon 2018) (01:30)

Nach dem Turnier hatte es Indizien(öffnet im neuen Fenster) gegeben, dass Riot versucht hat, etwa die Nennung des Wortes "Hongkong" zu unterbinden, indem vorher aufgezeichnete statt live übertragene Videos gesendet wurden.

In einer Erklärung hat ein Sprecher von Riot Games(öffnet im neuen Fenster) inzwischen gesagt, dass es interne Verwirrung gegeben habe, ob bei einem Team namens Hongkong Attitude der vollständige Name oder die relativ gebräuchliche Abkürzung verwendet werden sollte. Mit Zensur habe das nichts zu tun gehabt.


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