• IT-Karriere:
  • Services:

Honeynet des TÜV Süd: Simuliertes Wasserwerk wurde sofort angegriffen

Kaum online kamen schon die ersten Zugriffe: Das Sicherheitsunternehmen TÜV Süd hat eine Wasserwerkssimulation als Honeynet aufgesetzt und acht Monate lang ins Internet gestellt. Auch Betreiber von kleinen und unbedeutenden Anlagen mit Internetanschluss seien unmittelbar gefährdet, folgern die Sicherheitsexperten.

Artikel veröffentlicht am ,
Honeynet Wasserwerkssimulation: Zugriffe über Standard- und Industrieprotokolle
Honeynet Wasserwerkssimulation: Zugriffe über Standard- und Industrieprotokolle (Bild: TÜV Süd)

Über das Internet anderen das Wasser abdrehen: Das haben Unbekannte in den vergangenen Monaten rund 60.000-mal versucht. Allerdings war das vermeintliche Wasserwerk in Wirklichkeit eine Simulation, die das Sicherheitsunternehmen TÜV Süd im Internet aufgesetzt hatte.

  • So sah das Honeynet des TÜV Süd aus. (Grafik: TÜV Süd)
  • Die meisten Zugriffe kamen von IP-Adressen aus China und den USA. (Grafik: TÜV Süd)
So sah das Honeynet des TÜV Süd aus. (Grafik: TÜV Süd)
Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Lemgo
  2. Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

Der TÜV hatte ein System eingerichtet, das das Wasserwerk einer deutschen Kleinstadt simuliert. Solche Systeme werden als Honeynet bezeichnet. Sie hätten "ein sogenanntes High-Interaction-Honeynet eingerichtet, das reale Hardware und Software mit einer simulierten Umgebung kombinierte", sagt Armin Pfoh, Leiter des Bereichs Strategie und Innovation beim TÜV Süd.

Die meisten Angreifer kamen aus China und den USA

Das System sei acht Monate am Netz gewesen, berichten die TÜV-Experten. In der Zeit sei über 60.000-mal zugegriffen worden. Die Zugriffe hätten sie in 150 Länder zurückverfolgen können. Mit Abstand die meisten kamen von IP-Adressen in China und Hongkong (2995) und den USA (2318), weit dahinter folgt Südkorea (934). 366 deutsche IP-Adressen protokollierten die Sicherheitsforscher. Allerdings ließen die IP-Adressen nur bedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Standort des Zugreifenden zu, schränkten sie ein. Zum Teil sei auch über verdeckte oder verschleierte IP-Adressen zugegriffen worden.

Auf das simulierte Wasserwerk sei nicht nur über Standardprotokolle, sondern auch über Industrieprotokolle wie Modbus TCP oder S7Comm zugegriffen worden. "Die Zugriffe über Industrieprotokolle waren zwar deutlich seltener, kamen aber ebenfalls aus der ganzen Welt", sagt Thomas Störtkuhl, Sicherheitsexperte beim TÜV Süd. Das bedeute, dass Sicherheitslücken in Steuerungsanlagen entdeckt würden und dass die Systeme gefährdet seien.

Das Honeynet fiel sofort auf

Die ersten Zugriffe hätten sie praktisch in dem Moment verzeichnet, als das Honeynet ans Netz gegangen sei, sagen die TÜV-Experten. Es werde also "selbst eine relativ unbedeutende Infrastruktur im Netz wahrgenommen und ausgeforscht", sagt Störtkuhl. Gefährdet seien aber nicht nur Versorgungseinrichtungen, sondern auch produzierende Unternehmen. "Auch kleine oder unbekannte Firmen werden entdeckt oder gesehen, weil ständig Ausspäh-Aktionen im Internet laufen."

Die TÜV-Experten raten, Versorger und Unternehmen sollten "ihre Gefährdungslage realistisch einschätzen und wirkungsvolle Schutzmaßnahmen entwickeln". Letztere sollten auch Industrieprotokolle mit einbeziehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 39,99€ (Release: 25. Juni)
  2. 699€ (Vergleichspreis 844€)
  3. (u. a. Samsung Galaxy Smartphones günstiger, Beauty-Bestseller von L'Oreal Men Expert und Garnier...

Johnmcenroe 31. Jul 2015

nichts Neues schaut mal hier: https://8ack.de/p/threatfeed/ Nettes Start-Up aus Kiel...

plutoniumsulfat 29. Jul 2015

nur, warum muss das der Verbraucher zahlen?

Moe479 29. Jul 2015

na wenigstens nen ende zu ende verschlüsselter tunnel duch die internet-wolke ... das...

Kleba 29. Jul 2015

Keine Ahnung wie die das gezählt haben, aber ungewöhnlich wäre das nicht. Als ich mir vor...

Bassa 29. Jul 2015

Es sagt zumindest etwas darüber aus, mit welchen Ländern die Leute sich gerne verschleiern ;)


Folgen Sie uns
       


Xiaomi Mi 10 Pro - Test

Das Mi 10 Pro ist Xiaomis jüngstes Top-Smartphone. Im Test überzeugt vor allem die Kamera.

Xiaomi Mi 10 Pro - Test Video aufrufen
Corona: Der Staat muss uns vor der Tracing-App schützen
Corona
Der Staat muss uns vor der Tracing-App schützen

Politiker wie Axel Voss fordern "Anreize" für die Nutzung der Corona-App. Doch das schafft nicht das notwendige Vertrauen in die staatliche Technik.
Ein Gastbeitrag von Stefan Brink und Clarissa Henning

  1. Schnittstelle installiert Android-Handys sind bereit für die Corona-Apps
  2. Corona-App Google und Apple stellen Bluetooth-API bereit
  3. Coronapandemie Quarantäne-App soll Gesundheitsämter entlasten

Big Blue Button: Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen
Big Blue Button
Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen

Ein Verein aus dem Umfeld des CCC zeigt in Berlin, wie sich Schulen mit Open Source digitalisieren lassen. Schüler, Eltern und Lehrer sind begeistert.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Mint-Allianz Wir bleiben schlau! Wir bleiben unwissend!
  2. Programmieren lernen Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex

Maneater im Test: Bissiger Blödsinn
Maneater im Test
Bissiger Blödsinn

Wer schon immer als Bullenhai auf Menschenjagd gehen wollte - hier entlang schwimmen bitte. Maneater legt aber auch die Flosse in die Wunde.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Mount and Blade 2 angespielt Der König ist tot, lang lebe der Bannerlord
  2. Arkade Blaster 3D-Shooter mit der Plastikkanone spielen
  3. Wolcen im Test Düster, lootig, wuchtig!

    •  /