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Hondo: AMDs Tablet-APU Z-60 mit 4,5 Watt ist fertig

Für x86-Tablets mit Windows 8 bietet AMD die APU Z-60 an. Der Dual-Core mit Bobcat-Architektur arbeitet mit 1 GHz pro Kern. Obwohl die Leistungsaufnahme höher als bei Intels Atoms liegt, sollen rund um den Z-60 attraktive und günstige Tablets entstehen.
/ Nico Ernst
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Convertibles ohne Kompromisse (Bild: AMD)
Convertibles ohne Kompromisse Bild: AMD

Als Konkurrent für Intels Atom Z2760 (Clover Trail) will AMD seinen Z-60 positionieren. Die unter dem Codenamen Hondo schon seit über einem Jahr bekannte APU hat der Chiphersteller nun offiziell vorgestellt. Der Z-60 ist der Nachfolger des Z-01 (Zacate) und des C-50 (Ontario), soll aber deutlich sparsamer sein.

Während die ersten Gerüchte zu Hondo noch von einer TDP von 5,5 Watt ausgingen, nennt AMD nun 4,5 Watt für die Kombination aus zwei Bobcat-Kernen mit je 1 GHz, der Radeon-GPU HD 6250 und dem Speichercontroller. Die in früheren inoffiziellen Roadmaps genannt e "App Power", also die tatsächliche Leistungsaufnahme bei laufenden Anwendungen, bezeichnet AMD nun nicht mehr so.

Dafür gibt das Unternehmen aber detaillierte Werte zum Energieverbrauch eines gesamten Systems an. Beim Websurfen soll ein Z-60 nur 1,12 Watt aufnehmen, und beim Abspielen von HD-Videos nur 1,57 Watt. Dazu kommt aber stets noch der Chipsatz – dessen Daten AMD noch nicht nennt -, er schlägt in den Messungen nur mit 0,55 bis 0,68 Watt zu Buche.

Was in den Diagrammen des Chipherstellers als "rest of system" beschrieben ist, besteht bei einem Tablet vor allem aus Display samt Touchscreen und Beleuchtung, Haupt- und Massenspeicher sowie Funkmodulen und Schnittstellen. All das benötigt laut AMD mehr Energie als APU und Chipsatz zusammen. Dabei ist aber zu beachten, dass es sich um Werte für eine Referenzplattform handelt, bei der unter anderem die Notebook-SSD 830 von Samsung genutzt wurde. Spezielle Tablet-SSDs als mSATA oder in proprietären Formfaktoren sind in der Regel deutlich sparsamer, aber auch langsamer.

8 Stunden Surfen mit x86-Tablet

Auf den Massenspeicher kommt es auch an, um Microsofts Vorgaben für ein Windows-8-Logo zu erfüllen. Dazu gehört ein Aufwachen aus dem Standby-Modus von 2 Sekunden, was der Z-60 schaffen soll, zudem kann er laut AMD Windows 8 in 25 Sekunden booten. Das wiederum bezieht sich auf eine schnelle SSD. Auch die Wiederherstellung der Verbindung mit einem WLAN soll in nur 1,5 Sekunden erfolgen – mit welchem WLAN-Modul, gibt AMD nicht an.

Insgesamt sollen sich mit einer Hondo-Plattform bei einem Akku von 30 Wattstunden 8 Stunden Websurfen oder 6 Stunden HD-Video erreichen lassen. Zum Vergleich: Der Akku des iPad 3 besitzt eine Kapazität von 42,5 Wattstunden. Trotzdem sollen Z-60-Tablets nicht ganz so dünn wie andere Geräte ausfallen, AMD strebt bei den genannten Laufzeiten Gehäusestärken von unter 10 Millimetern an.

Der Hauptansatzpunkt ist aber wieder einmal der Preis. Am Rande des IDF 2012 sagte das Unternehmen Golem.de, es werde "konkurrenzfähige Windows-8-Tablets unter 500 US-Dollar" auf Basis des Z-60 geben. Den Nachweis bleibt AMD bisher schuldig, denn noch konnte der Chiphersteller nicht einen Tablethersteller benennen, der solche Geräte bauen soll.

Bei Intels Atom Z2760 ist das anders, unter anderem Asus, Dell und HP haben ihre Windows-8-Tablets bereits gezeigt . Da beide Tablet-Bausteine noch nicht verfügbar sind, ist auch ein Vergleich der Rechen- und Grafikleistung noch nicht möglich.


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