Honbike UNI4: Gutes Stadt-Pedelec mit Bremsschwäche
Das Honbike Uni4 ist eine verpasste Chance. Eigentlich hat es alles, was wir bei einem einfachen Pedelec für die Stadt brauchen. Einige Design-Entscheidungen und vor allem die sehr preisbewusste Komponentenwahl machen den guten ersten Eindruck jedoch zunichte.
Fangen wir gleich beim Aussehen an: Das ist natürlich Geschmackssache, auf jeden Fall sieht das Rad einzigartig aus. Wir hatten bei dem gebogenen Alurahmen die Assoziation zu einem Ausflug in die Sanitärabteilung eines Baumarktes, wo man PVC-Abflussrohre mit Anschlussstücken in exakt diese Form bringen könnte. Aber wir bekamen auch einige Komplimente auf unseren Ausflügen. Besonders die Kompaktheit und die Cleverness der Rahmengestaltung fielen auf.
Sitzt man auf dem Rad, hat man zunächst den Eindruck, der Lenker sei verstellt, weil das Oberrohr schräg verläuft. Ansonsten ist das Honbike Uni4 schnörkellos gestaltet und die sechsspeichigen Räder lassen es zweifellos modern wirken. Seine großzügige maximal zulässige Zuladung von 120 Kilogramm sieht man dem kompakten Rad nicht an.
Technisch ist das Pedelec ebenso zweckmäßig wie stadtfreundlich ausgestattet. Es gibt keine Gangschaltung, aber einen Riemenantrieb, der mit dem 250 Watt starken Motor in der Hinterachse gekoppelt ist. Die Übersetzung ist so gewählt, dass beim Anfahren nur wenig Kraft vonnöten ist. Ein Drehmomentsensor fehlt nämlich, sodass die Unterstützung nicht gemäß der eingesetzten Kraft dosiert wird. Dafür gibt es einen Neigungssensor, der Anstiege erkennen und dann für mehr Schub sorgen soll.

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Einen robusten Ständer hat das Rad zwar, dafür fehlte uns ein Gepäckträger. Er kann jedoch beim Hersteller geordert(öffnet im neuen Fenster) werden. Für Eigenumbauten fehlen die Bohrungen und Befestigungsmöglichkeiten am Rahmen. Im Übrigen mussten wir das Rad zumindest teilweise selbst mit dem mitgelieferten Werkzeug zusammenbauen, was auch für Ungeübte unkompliziert von der Hand gehen sollte. Dabei halfen ein echtes, gedrucktes Handbuch ebenso wie einige Youtube-Videos des Herstellers.
Zeit für eine erste Inspektion.
Gute Fahrt, aber nicht sehr smart
Der Lenker wirkt mit seinen zwei Bremshebeln, dem Moduswahlschalter, einem einfachen Display und einer Klingel sehr aufgeräumt. Was uns gut gefallen hat: Das Rad war im Auslieferungszustand StVZO-konform, außerdem gibt es nützliche Details wie den lumineszierenden Moduswahlschalter und eine Dimmung des einfachen beleuchteten LC-Displays, sobald das Licht eingeschaltet wird.
Ein weiterer Hebel am Lenker erschien uns eher überflüssig, er gibt Schub, auch wenn nicht pedaliert wird. In anderen Ländern ist damit vermutlich auch eine Art Moped-Modus möglich, in Deutschland ist er auf Schrittgeschwindigkeit begrenzt und dient so lediglich als Schiebehilfe. Die ist bei dem mit 20 Kilogramm noch tragbaren Rad allerdings eher überflüssig – und sie kann auch mit einem längeren Druck auf die Modustaste aktiviert werden.
Als wir uns auch den bequemen Sattel schwangen, fiel uns nach einigen hundert Metern die Übersetzung auf. Sie ist wie gesagt sehr anfahrtauglich gewählt, bei längeren Strecken strampelten wir aber ganz schön. Nach einer Weile hatten wir uns zwar daran gewöhnt, für richtig lange Touren finden wir sie jedoch untauglich.
Untauglich ist leider das Wort, das uns zu den mechanischen Scheibenbremsen in den Sinn kam. Die schwache Bremskraft und das laute Quietschen fiel uns an jeder Ampel auf – und anderen Verkehrsteilnehmern ebenso.
Das ist schade, denn das Honbike Uni4 machte sich mit einem leisen Motor und dem lautlosen Riemen im Stadtverkehr sehr gut. Die drei Unterstützungsmodi sind kraftvoll und das Rad ließ sich agil durch die Straßen manövrieren, selbst wenn der Lenker nicht komplett eingeschlagen werden kann und eine Federung fehlt. Verstellen lässt sich der Lenker übrigens auch nicht, aber das dürfte auf den kurzen Strecken, für die das Pedelec gedacht ist, kaum ins Gewicht fallen.
Wir haben uns trotzdem auf einen 50-Kilometer-Trip begeben und kamen mit gemischten Modi und meist ebener Strecke gut voran. Der Akku zeigte bei Tourstart noch über 80 Prozent verbleibende Kapazität an. Das sollte genügen, dachten wir, denn der Hersteller gibt zwischen 90 und 100 Kilometern als Reichweite an. Als wir bei 17 Prozent angelangt waren, hatten wir noch 12 Kilometer vor uns.
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Akkuprobleme und Sparmaßnahmen
Fünf Minuten später wurden wir für unsere Gutgläubigkeit bestraft: Der Motor schaltete sich ab. Der Hersteller teilte uns mit, dass dies eigentlich erst bei fünf Prozent verbleibender Kapazität passieren sollte. Vermutlich lässt sich das Problem durch ein Software-Update beheben. Uns half das nicht, wir mussten den Rest der Strecke strampeln.
Dabei stellten wir fest, dass sich das Honbike Uni4 auch als Fahrrad passabel fahren lässt. Außerdem bleibt genügend Strom für die Beleuchtung. Wir machten jedoch einen weiteren Kritikpunkt aus: Die Rückleuchte ist nicht mit dem Fahrradakku gekoppelt, sondern besteht lediglich aus einem batteriebetriebenen Reflektor, der an den Sattel geklemmt ist und separat angeschaltet werden muss.
Weitere Sparmaßnahmen betreffen die Bereifung, die nicht pannensicher ist, und den einfach gehaltenen Ladeanschluss, in den ein Hohlstecker an einer schmutzanfälligen Stelle am Hinterrad eingesteckt wird. Das Rad lädt mit dem kompakten und leichten Netzteil bis zu viereinhalb Stunden, der 432-Wattstunden-Akku ist nicht abnehmbar.
Smart ist das Pedelec nur bedingt. Es vergisst nach Abschaltung den letzten Modus und den Beleuchtungsstatus. Immerhin bleibt der Kilometerstand erhalten. Der kann in der schlicht designten und übersichtlichen App ausgelesen werden, ebenso der genaue Akkustand. Es gibt keinen Alarm, aber der Motor lässt sich per App deaktivieren.
Verfügbarkeit und Fazit
Verfügbarkeit
Das Honbike Uni4 kann beim Hersteller für 1.800 Euro gekauft(öffnet im neuen Fenster) werden, verschiedene Versandhändler bieten es derzeit ab 1.600 Euro an.
Fazit
Schade. Das ist das Wort, das uns beim Testen des Honbike Uni4 häufiger in den Sinn kam.
Bei einem leichten, modernen Stadt-Pedelec für einen verhältnismäßig günstigen Preis hätten wir gern über einige Mankos hinweggesehen: Der fehlende Gepäckträger kann nachgerüstet werden, die billige Rückleuchte lässt sich durch ein besseres Modell ersetzen, die fehlende Gangschaltung macht im Stadtverkehr nicht allzu viel aus, die nicht pannensichere Bereifung ist behebbar.
Bei den Bremsen aber konnten wir nichts machen; sie ließen sich weder weniger lautstark noch kräftiger einstellen. Das liegt wahrscheinlich einfach daran, dass hier am falschen Ende gespart wurde.
Hätte man stattdessen den überflüssigen Gashebel eingespart und auf das im Lenkrad verbaute Display verzichtet, wäre vielleicht noch genug Budget für etwas bessere Komponenten drin gewesen. Die bei unserem Testrad offenbar fehlerhaft implementierte Abschaltung des Motors bei noch 15 Prozent verbleibendem Akkustand lässt sich bestimmt über ein Softwareupdate beheben, dennoch schmälerte sie unseren Eindruck zusätzlich.
| Fahrergröße/zul. Gesamtgewicht | 160-190 cm/140 kg |
| Reifen | 42 x 584 (27,5'') |
| Motorleistung | Heckmotor, 36 V, 250 W, 45 Nm |
| Akkukapazität | 432 Wh, nicht abnehmbar |
| Ladezeit | ca. 4,5 Stunden |
| Reichweite laut Hersteller | bis zu 120 km |
| Reichweite gemessen (normale Witterung, ebene Strecke) | über 90 km |
| Gewicht | 20 kg |
| Bremsen | mechanische Scheibenbremsen |
| Schaltung/Kette | keine/Gates-Carbon-Riemen |
| Material Rahmen | Aluminium |
| Lieferumfang StVZO-konform | ja |
| Preis | ca. 1.600 Euro |
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So verschenkte das Honbike Uni4 in unserem Test leider das Potenzial auf eine Empfehlung als Stadtrad mit der Option für einfache, aber ausgedehnte Touren am Wochenende.
Wer es trotzdem Probe fahren möchte, kann das in Deutschland unter anderem(öffnet im neuen Fenster) in Oldenburg und Schwerte.
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