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Nachbau einer sogenannten Turing-Bombe zum Knacken der Enigma-Verschlüsselung
Nachbau einer sogenannten Turing-Bombe zum Knacken der Enigma-Verschlüsselung (Bild: Alessia Pierdomenico/Reuters)

Homosexualität: Queen begnadigt Alan Turing

Nachbau einer sogenannten Turing-Bombe zum Knacken der Enigma-Verschlüsselung
Nachbau einer sogenannten Turing-Bombe zum Knacken der Enigma-Verschlüsselung (Bild: Alessia Pierdomenico/Reuters)

60 Jahre nach seinem Tod ist Computerpionier Alan Turing rehabilitiert worden. Queen Elizabeth hob eine Verurteilung wegen dessen Homosexualität auf.

Er war einer wichtigsten Theoretiker der frühen Computerwissenschaft und entscheidender Kopf hinter der Entschlüsselung der deutschen Chiffriermaschine Enigma. Das hatte den Mathematiker und Kryptologen Alan Turing nach dem Zweiten Weltkrieg nicht davor bewahrt, wegen seiner Homosexualität verurteilt und einer Hormonbehandlung unterzogen zu werden. Mehr als 60 Jahre nach der Verurteilung sprach nun die britische Königin Elizabeth II. auf Vorschlag von Justizminister Chris Grayling einen Gnadenerlass aus und hob dessen Verurteilung auf.

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Turing verdiene es, wegen seines "fantastischen Beitrags" zum Kriegsgeschehen und seines Beitrags zur Wissenschaft in Erinnerung zu bleiben, sagte Grayling zur Begründung. Der Gnadenerlass der Königin sei eine angemessene Ehrung dieses außergewöhnlichen Mannes. Premierminister David Cameron würdigte Turing als "bemerkenswerten Menschen, der durch das Knacken des deutschen Enigma-Codes eine Schlüsselrolle darin spielte, dieses Land im Zweiten Weltkrieg zu retten". Sein Handeln habe zahlreiche Menschenleben gerettet.

Turing arbeitete im Zweiten Weltkrieg für den britischen Geheimdienst GCHQ, der durch die Enthüllungen Edward Snowdens in den vergangenen Monaten in die Kritik geraten ist. 1952 wurde er wegen "homosexueller Aktivitäten" angeklagt, was in Großbritannien seinerzeit noch unter Strafe stand. Er entging einer Gefängnisstrafe nur deshalb, weil er einer Behandlung mit weiblichen Hormonen, einer sogenannten chemischen Kastration, zustimmte. Die Verurteilung habe nicht nur zu körperlichen und seelischen Schäden geführt. Turing sei zudem die Sicherheitsfreigabe für den GCHQ wieder entzogen worden, so dass er nicht mehr für den Geheimdienst habe arbeiten können, teilte das Justizministerium weiter mit. 1954 starb er im Alter von 41 Jahren nach dem Verzehr eines mit Zyanid vergifteten Apfels. Mutmaßlich hatte er den Apfel selbst präpariert. Zweifel an dieser Darstellung gibt es aber bis heute.

Gnade für außergewöhnliche Errungenschaften

Der Gnadenerlass wird laut Justizministerium normalerweise nur in Fällen zuerkannt, in denen sich Vorwürfe als unzutreffend erweisen und berechtigte Personen, wie Familienmitglieder, dies beantragen. Bei Turing wurde jedoch eine Ausnahme gemacht, um die außergewöhnliche Art seiner Errungenschaften zu berücksichtigen.

Bereits 2009 hatte sich der damalige Premierminister Gordon Brown im Namen seiner Regierung für die beschämende Behandlung Turings entschuldigt. Eine offizielle Rehabilitierung Turings stand aber noch aus. Noch im vergangenen Jahr hatte sich die gegenwärtige Regierung unter Browns Nachfolger Cameron geweigert, 49.000 Schwule, die nach dem Criminal Law Amendment Act aus dem Jahr 1885 verurteilt worden waren, postum zu begnadigen. Darunter war auch der bekannte Schriftsteller Oscar Wilde.


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azeu 31. Dez 2013

Nachtrag: Eine General-Amnestie wäre gar nicht nötig, wenn das damalige Urteil einfach...

PhilSt 29. Dez 2013

Jede Gesellschaft nimmt für sich in Anspruch, die Wahrheit zu kennen und Recht zu haben...

Moe479 29. Dez 2013

Stimmt, das darf nicht so weitergehen, deswegen wird es wieder Zeit für nen richtigen...

Replay 28. Dez 2013

Der Begriff sagt's ja. Gnade. Gnade vor Recht. Und das ist eine Verhöhnung erster Güte.

Replay 28. Dez 2013

Stimmt. Allerdings hat Turing die Turing-Maschine erdacht, welche immer noch aktuell ist.



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