Homosexualität in Spielen: Bug oder Feature?

Im Spiel Tomodachi Collection: New Life für den Nintendo 3DS ist es möglich, dass Männer einander heiraten. Nintendo bezeichnet das als Bug - und erntet dafür Empörung.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Ein schwules Pärchen im Spiel Tomodachi Collection: New Life
Ein schwules Pärchen im Spiel Tomodachi Collection: New Life (Bild: AshLynxJ/Screenshot: Golem.de)

Unfreiwillig ist der japanische Videospielekonzern Nintendo in eine Debatte um die Homoehe geraten. Wie einige Spieler festgestellt haben, ist es im 3DS-Spiel Tomodachi Collection: New Life möglich, dass Männer heiraten. Das Spiel ist eine Simulation des Lebens und gilt als Nintendos Versuch, an den Erfolg der Spieleserie Die Sims anzuknüpfen.

Stellenmarkt
  1. IT Service Manager (m/w/d)
    nicos AG, Münster
  2. Systemarchitekt für Fahrwerksysteme (m/w/d)
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, 91074 Herzogenaurach
Detailsuche

Nintendo hat nun ein Update für das Spiel veröffentlicht. In einer Ankündigung schreibt das Unternehmen, dass darin "menschliche Beziehungen, die seltsam werden", nicht mehr möglich sein sollen. Das entfacht Empörung. Die Gamer-Webseite Kotaku kommentiert: "Manche würden sagen, dass Nintendo seltsam ist." Nintendo war auf Anfrage von Kotaku zu keiner Stellungnahme bereit.

Lesbische Ehen ebenfalls erwünscht

Zahlreiche Spieler finden Gefallen an der ungeplanten Möglichkeit und tauschen auf Twitter Bilder ihrer virtuellen homosexuellen Paare aus. Ein Blogger schlägt vor, Nintendo solle den Bug doch korrekt beheben und zusätzlich eine Funktion zur Heirat von Frauen mit Frauen einbauen.

Es ist nicht selten, dass Spieler Fehler in Videospielen ausnutzen, um ungeplante Dinge zu erreichen. Eine aktive Szene sucht nach sogenannten "Glitches". Diese werden beispielsweise oft benutzt, um in einem Speedrun ein Spiel schneller zu beenden als vorgesehen.

Langsames Umdenken

Golem Akademie
  1. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27.–28. Januar 2022, Virtuell
  2. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Nintendo stand schon in der Vergangenheit in der Kritik für seinen Umgang mit Homosexualität in Videospielen. Bei Spielekonsolen ist es üblich, dass der Hersteller eine gewisse Kontrolle über die Inhalte ausübt, auch wenn diese von Drittherstellern stammen. 1992 musste Enix aus dem Super-Nintendo-Spiel Dragon Warrior 3 eine Schwulenbar entfernen. Acht Jahre später hatte das Unternehmen aber eine liberalere Einstellung zum Thema. In einer Neuauflage des Spiels für den Game Boy Color, das im Jahr 2000 erschien, durfte die Schwulenbar zurückkehren.

Auch das Mario-Universum hatte schon eine Auseinandersetzung um Geschlechterfragen: Das japanische Spiel Yume: Doki Doki Panic wurde für die USA und den europäischen Markt mit Mario-Figuren ausgestattet und als Super Mario Bros. 2 ausgeliefert. Der dortige Endgegner Birdo wurde in einer ersten Ausgabe der US-Spieleanleitung als "Mann, der eigentlich eine Frau sein möchte" beschrieben. Spätere Versionen des Spiels enthielten keinen derartigen Hinweis mehr.

In Japan ist bislang eine gleichgeschlechtliche Ehe im Normalfall rechtlich nicht vorgesehen. Seit 2009 ist es jedoch für heiratswillige Homosexuelle legal möglich, im Ausland zu heiraten, falls die dortigen Gesetze das zulassen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Z101 08. Mai 2014

Das "seltsam" bezog sich nicht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen, die waren in dem...

Z101 08. Mai 2014

Es war mit der Formulierung "seltsam" auch keine gleichgeschlechtlichen Beziehungen...

Z101 08. Mai 2014

Es war in dem Spiel nie möglich gleichgeschlechtliche Beziehungen einzugehen. Auch andere...

DrWatson 21. Mai 2013

Alles was ich nicht kenne, alles was nicht so ist wie ich ist krank :D Da hat aber...

wombat_2 18. Mai 2013

Die Homoehe in dem Spiel ist ein Bug. Lies bitte die Definition von Bug oder siehe den...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Softwarepatent
Uraltpatent könnte Microsoft Millionen kosten

Microsoft hat eine Klage um ein Software-Patent vor dem BGH verloren. Das Patent beschreibt Grundlagentechnik und könnte zahlreiche weitere Cloud-Anbieter betreffen.
Ein Bericht von Stefan Krempl

Softwarepatent: Uraltpatent könnte Microsoft Millionen kosten
Artikel
  1. Krypto: Angeblicher Nakamoto darf 1,1 Millionen Bitcoins behalten
    Krypto
    Angeblicher Nakamoto darf 1,1 Millionen Bitcoins behalten

    Ein Gericht hat entschieden, dass Craig Wright der Familie seines Geschäftspartners keine Bitcoins schuldet - kommt jetzt der Beweis, dass er Satoshi Nakamoto ist?

  2. Stellantis: Opel-Mutter will mit Software Milliarden machen
    Stellantis
    Opel-Mutter will mit Software Milliarden machen

    Stellantis will über Marken wie Opel, Ford oder Peugeot Software-Abos verkaufen. Auch eigene Chips und eine Versicherung sollen Gewinn bringen.

  3. Spielfilm: Matrix trifft Unreal Engine 5
    Spielfilm
    Matrix trifft Unreal Engine 5

    Ist der echt? Neo taucht in einem interaktiven Programm auf Basis der Unreal Engine 5 auf. Der Preload ist bereits möglich.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM Weihnachtsgeschenkt (u. a. 3 Spiele kaufen, nur 2 bezahlen) • PS5 & Xbox Series X mit o2-Vertrag bestellbar • Apple Days bei Saturn (u. a. MacBook Air M1 949€) • Switch OLED 349,99€ • Saturn-Advent: HP Reverb G2 + Controller 499,99€ • Logitech MX Keys Mini 89,99€ [Werbung]
    •  /