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Mancherorts fehlt es schon am schnellen Internet

Mit Stand 17. März nutzten laut HPI bundesweit 125 Schulen aus dem MINT-EC-Verbund, darunter sieben Berliner Gymnasien, die Schul-Cloud. Dazu kommen 51 Bildungseinrichtungen in Brandenburg, 45 in Niedersachsen und neun in Thüringen. Lernvideos können prinzipiell in alle Kurse eingebunden werden. In der niedersächsischen Bildungscloud, die auf der Infrastruktur aufsetzt, können seit Kurzem auch Videokonferenzen über die Open-Source-Software Big Blue Button durchgeführt werden.

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Demnächst soll diese Funktion auch in allen anderen Instanzen ausgerollt werden. Einige auch für Schulen geeignete Online-Kurse etwa zu Webtechnologien, Internetsicherheit oder Programmiersprachen sind als Streaming-Angebote über die Plattform OpenHPI verfügbar.

Die Coronanotlage hat auch für diese Schul-Cloud Folgen. Als sich der Lockdown abgezeichnete, bot das HPI nach Angaben der Institutssprecherin Christiane Rosenbach den Projektpartnern an, die Lösung "sehr schnell weiteren interessierten Schulen in ihrem Verantwortungsbereich" verfügbar zu machen. Thüringen habe diese Offerte als erstes Bundesland angenommen und die dortige Version jetzt allen interessierten Bildungsstätten zugänglich gemacht.

Allgemein freue sich das Team "über deutlich höhere Zugriffszahlen" auf die Cloud, sagt Rosenbach. "Wir sehen im Vergleich zur letzten Woche mehr als eine Verzehnfachung der Nutzung der HPI-Schul-Cloud durch die bestehenden Nutzer."

Die Freude bei neuen Anwendern, die dem Rechnerverbund gerade händeringend beizutreten versuchen, hält sich dagegen in Grenzen: Eine wütende Mutter aus Berlin beschwerte sich bei Golem.de, dass ihre die 10. Klasse besuchende Tochter nun zwar immerhin Aufgaben über die HPI-Cloud bekommen solle. Die Zuständigen hätten es aber auch nach vier Tagen wegen ständiger Überlastung noch nicht geschafft, den Schülern und Lehrern Zugriff auf die Plattform zu gewähren. In den Zwangsferien bleiben so etwa nur das Bildungsfernsehen der Öffentlich-Rechtlichen oder die wachsende Anzahl an Apps, die sich nun als vom Sofa abrufbarer Tutor zu etablieren versuchen.

Schüler bemängeln technische Ausstattung

Doch ist Deutschland überhaupt generell gerüstet für die von Virologen und Politikern verordnete Online-Bildungsrevolution? Laut Statistischem Bundesamt gibt es hierzulande rund 43.000 Schulen mit insgesamt elf Millionen Schülern, die momentan an ihren Bildschirmen und Aufgabenheften sitzen und zu lernen versuchen. Die Situation und digitale Ausstattung an den Schulen und in den Haushalten unterscheidet sich sehr stark.

Es gibt einen Flickenteppich an unterschiedlichen digitalen Lösungen: Bayern etwa setzt auf Mebis. Baden-Württemberg versuchte es mit Ella, Nordrein-Westfalen mit Logineo, doch beide Großprojekte blieben - nicht zuletzt aufgrund Bedenken rund um den Datenschutz - bislang eingeschränkt. Viele Länder hätten so keine eigenen Plattformen, stellt Rosenbach fest: "Nicht zuletzt, weil es auch 2020 noch kein schnelles Internet in vielen Teilen Deutschlands gibt."

59 Prozent der Schüler in Deutschland sehen den fehlenden Einsatz digitaler Medien im Unterricht als eines der dringlichsten Probleme an. 56 Prozent bemängeln eine schlechte technische Ausstattung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 503 Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren in weiterführenden Schulen hierzulande, die der Digitalverband Bitkom im Januar und Februar dieses Jahres in Auftrag gegeben hatte.

Diese Zahlen müssten gerade angesichts der Schulschließungen wachrütteln, mahnt der Präsident des Zusammenschlusses, Achim Berg. "Überall dort, wo digitale Medien noch nicht fester Bestandteil des Unterrichts sind, wird es nun besonders schwer sein, die Schüler erfolgreich durch die nächsten Wochen und Monate zu führen." Frankreich habe dagegen eine staatliche Webschule mit virtuellen Klassenzimmern eingerichtet, Dänemark verpflichte alle Kommunen, Fernunterricht anzubieten.

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