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Homeoffice wegen Corona: Von der IT-Branche lernen

In der Coronakrise fällt vielen Chefs auf: Mit der richtigen Planung ist es gar nicht nötig, jeden Tag im Büro zu sitzen. IT-Firmen verzichten seit Jahren auf feste Arbeitsräume und zeigen, wie es klappt.

Ein Bericht von Maja Hoock veröffentlicht am
Im Doppel-Homeoffice
Im Doppel-Homeoffice (Bild: Gabe Karp)

Fumiko Inakuma vermisst ihr Großraumbüro mit den ständig klingelnden Telefonen überhaupt nicht. Auch nicht, von Bahnmitarbeitern mit weißen Handschuhen in die Tokioter U-Bahn geschoben zu werden, um dann zwei Stunden dicht an dicht mit anderen Pendlern durch die Stadt zu fahren. In der Arbeit sei sie oft sehr müde gewesen, besonders nachmittags, sagt sie.

Wie aktuell Tausende Menschen auf der ganzen Welt, die aufgrund von Corona im Homeoffice arbeiten, spart auch sie sich den langen Weg zur Arbeit. Ihre Firma Asobu hat allerdings schon seit Jahren kein Büro mehr und die Kollegen leben über die ganze Welt verteilt.

Die japanische Architekturfirma erstellt Environmental Simulations sowie neue 3D- und VR-Modelle. Fumiko Inakuma organisiert Onlinestrukturen und das Projektmanagement. Dazu sitzt sie am liebsten mit ihrem Laptop im Café der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, wo leiser Jazz läuft und Kaffee in zarten Tassen serviert wird. In Corona-Zeiten arbeitet sie von ihrem Büro zu Hause aus.

  • In Fumiko Inakumas Firma gibt es kein festes Büro mehr. (Bild: Maja Hoock)
  • Tanay Pant und Kaury Ramos von crate.io im Videochat (Bild: privat)
In Fumiko Inakumas Firma gibt es kein festes Büro mehr. (Bild: Maja Hoock)

"Ich wusste früher gar nicht, wie gerne ich eigentlich arbeite", sagt sie und schiebt Aufgaben auf ihrem Laptop von der Spalte "in Arbeit" nach "erledigt". "Wenn ich lange über einem Problem sitze, hilft es mir sehr, den Standort zu wechseln. Dann gehe ich spazieren. Das ändert meine Perspektive und ich komme schneller auf Lösungen. Ich habe auch schon meine Familie in Japan einen Monat lang besucht und konnte dort arbeiten. Das motiviert."

Allein Github listet 80 Remote-Arbeitgeber

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Mit der jüngsten Welle an New-Work-Ansätzen wuchsen auch die Möglichkeiten, von unterschiedlichen Orten wie Cafés oder sogar balinesischen Digitalnomaden-Coworking-Spaces aus zu arbeiten. Kurz: Es spielt mittlerweile kaum eine Rolle mehr, wo man seine Aufgaben erledigt.

Mittlerweile verzichten so viele IT-Firmen auf feste Arbeitsorte, dass die Liste vertrauenswürdiger Remote-Arbeitgeber von Github rund 80 Unternehmen führt und ständig erweitert wird: Der Roadmap-Hersteller Aha!, der E-Learning-Anbieter Articulate, Bandcamp, Basecamp, Trello oder auch Wikimedia haben ihre Büros zum Teil aufgegeben.

Auch von den rund 1.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Mozilla arbeitet die Hälfte nach Unternehmensangaben remote, bei steigender Tendenz. Github selbst stellt ebenfalls weltweit Menschen ein, die außerhalb des Büros programmieren.

Der Trend hat eine riesige Masse an flexiblen Miet-Arbeitsplätzen mit sich gebracht: Gab es 2005 nur drei bekannte Coworking Spaces, sind es weltweit 2020 laut Statista schon 26.300. Pressholzschreibtische mit guter Internetverbindung und ein bisschen Ruhe sind in deutschen Großstädten plötzlich bis zu 400 Euro im Monat wert. "Coworking ist aber auch für unsere Firma nötig", sagt Fumiko Inakuma. Denn ohne einen neutralen Ort für Kunden-Meetings und Gespräche mit Praktikanten wäre das Remote-Modell nur schwer umsetzbar.

Auf die Idee, das Büro abzuschaffen, kam Fumiko Inakumas Mann und Firmenmitgründer Masato Kaneda, als er sah, wie viele Angestellte in Berlin mehrere Wochen am Stück im Homeoffice arbeiten, ohne dass Chaos ausbricht.

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Mittel gegen Chaos im Homeoffice 
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Enter the Nexus 06. Apr 2020

Er hat doch recht: Wenn ich im Home Office bin und auf die Kinder aufpassen muss, dann...

Enter the Nexus 06. Apr 2020

Vielleicht hat er einfach ein Bürozimmer dageim? Für Home Office muss man nicht im...

Enter the Nexus 06. Apr 2020

Wenn ich am Prüfstand und mit teurer Messgeräten arbeite, muss ich trotzdem auch noch am...

Enter the Nexus 06. Apr 2020

Volle Zustimmung! Ist bei mir genauso. Das, was man auf dem Bild sieht, ist sicher kein...

Hallonator 01. Apr 2020

Ja, sowas kenne ich auch. Beste war mal: Ich sollte mit einem Rest-Service beim Kunden...


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