Homeoffice: Warum die Telefonanlagen der Bundesbehörden zusammenbrechen

Ein Experte ist geschockt, dass Behördenmitarbeiter ihre private Nummer weitergeben sollen, weil die TK-Anlage an der Grenze der Belastung ist. Dazu gibt es Alternativen.

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Die Telekom prüft die neue Technik auch immer noch mit recht alten Geräten (rechts).
Die Telekom prüft die neue Technik auch immer noch mit recht alten Geräten (rechts). (Bild: Deutsche Telekom)

Durch viele Beschäftigte im Homeoffice sind bei mehreren Bundesbehörden die Telefonanlagen überlastet. Ein Experte der Deutschen Telekom sagte Golem.de auf Anfrage, dass eine Rufumleitung, die in der Telefonanlage eingestellt werde, die vorhandenen Kapazitäten auf die Hälfte reduziere.

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Demnach wird eine Leitung für den eingehenden Anruf benötigt und eine andere für den ausgehenden. Je nachdem, wie viel Kapazitäten vorhanden sind, wird es dann entsprechend eng. Das hängt davon ab, was der Kunde gebucht hat beziehungsweise was die Anlage verarbeiten kann.

"Hintergrund des Problems ist in der Regel, dass die Rufumleitung nicht direkt beim Provider ansetzt, sondern in der lokalen Telefonanlage", sagte Michael Neudert, bei Sipgate zuständig für Marketing, Golem.de am 9. März 2021. Wird der Anruf nicht beim Provider, sondern in der TK-Anlage umgeleitet, kommt er zunächst über eine Leitung in die TK-Anlage vor Ort. Bei einer Rufumleitung auf einen externen Anschluss muss die Anlage eine zusätzliche Leitung zum privaten Anschluss des Mitarbeiters aufbauen und beide zusammenführen.

"Bei älterer Infrastruktur ist die Anzahl der Leitungen einer TK-Anlage physisch beschränkt und die Kapazitätsgrenze wird durch diese Verdoppelung schnell erreicht. Wenn dann noch weniger persönliche Besuche möglich sind und es zu einem erhöhten Gesprächsaufkommen kommt, bricht das System zusammen. Mehr physische Leitungen vor Ort lassen sich in der Regel nur schwer realisieren", erklärte Neudert.

Grenzen von TK-Anlagen und Voice over IP

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Vermittele die TK-Anlage die Gespräche über VoIP, sei die Anzahl der Leitungen grundsätzlich nur virtuell durch die maximal verfügbare Bandbreite vor Ort beschränkt. Das sei bei der Breitbandsituation in Deutschland allerdings häufig auch ein Problem. Abhilfe könne da eine Cloud-TK-Anlage schaffen. "Diese ist dezentral und daher unabhängig von der Situation am Bürostandort. Sie kann quasi unbegrenzt aufgestockt werden, so dass es tatsächlich nur eine Geldfrage ist, ob externe Rufumleitungen genutzt werden können und kein Infrastrukturproblem", sagte Neudert.

Die Aufforderung des Bundesinnenministeriums, Beschäftigte sollten die Nummer ihres Diensthandys oder sogar ihre private Nummer weitergeben, habe ihn, "ehrlich gesagt, geschockt. Es mag daran liegen, dass ich mich tagtäglich mit den Möglichkeiten moderner Telefonie beschäftige. Aber auch in den Ministerien sollte bekannt sein, welche Alternativen es gibt. Allein mit VoIP-Diensten wie Satellite wäre es schon möglich, kostenlos eine direkt verfügbare und getrennte Nummer für dienstliche Gespräche auf dem privaten Smartphone zu nutzen".

Das ist nur ein Beispiel für technische Alternativen. Ein Golem.de-Leser berichtet, dass das Problem auch mit einem TK-Produkt gelöst werden kann, das das Feature Call Deflection unterstützt, so dass der eingehende Anruf nicht durch die PBX geht und zwei Amtsleitungen besetzt, sondern direkt mit einem "302 moved" und neuem Contactheader von der PBX zurück ans Netz gespielt werden kann.

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Nasenbaer 11. Mär 2021

Ach so ok, das hatte ich nicht mehr in Erinnerung - nachlesen konnte ichs aber auch...

sipgate 11. Mär 2021

Da ich "der sipgate Mensch" bin, möchte ich kurz antworten :) Geschockt hat mich vor...

gelöscht 11. Mär 2021

Aber WLAN telefonie ist doch mit dem Mobilfunk kombiniert. Wo du kein WLAN hast, hast du...

robinx999 10. Mär 2021

Ist aber evtl gewollt so kann dann auch der Laptop das vpn mit nutzen. Evtl kann auch...



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