Homeoffice: Videokonferenzen auf eigenen Servern mit Jitsi Meet

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind Videokonferenzen angesagt. Eine eigene Instanz der freien Videokonferenz-Software Jitsi Meet ist innerhalb von wenigen Minuten lauffähig, Golem.de stellt eine bereit.

Eine Anleitung von veröffentlicht am
Jitsi Meet ist eine einfache, freie Lösung für Videokonferenzen.
Jitsi Meet ist eine einfache, freie Lösung für Videokonferenzen. (Bild: Andrewi, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Angesichts des Coronavirus ist zurzeit Social Distancing angesagt. In unzähligen Unternehmen arbeiten inzwischen Mitarbeiter von zu Hause. Videokonferenzen dürften einen nie dagewesenen Boom erleben und Golem.de hat aus aktuellem Anlass verschiedene Systeme getestet.

Inhalt:
  1. Homeoffice: Videokonferenzen auf eigenen Servern mit Jitsi Meet
  2. Let's-Encrypt-Support für HTTPS ist leicht aktivierbar

Doch nicht jeder möchte auf die Systeme von kommerziellen Anbietern zurückgreifen. Eine relativ simple Lösung, um schnell Videokonferenzen im Browser aufzusetzen, ist Jitsi Meet.

Videochat im Browser

In einem Webinterface kann einfach Videokonferenzräume mit einem Namen angelegt werden. Anschließend kann die URL, die sich aus dem Hostnamen und dem Konferenznamen zusammensetzt, mit anderen geteilt werden - und es kann losgehen. Integriert ist auch ein simpler Chat und die Möglichkeit zum Screensharing. Für private Konferenzen kann man den jeweiligen Raum mit einem Passwort versehen.

Die Entwickler von Jitsi Meet betreiben selbst eine Instanz, die jeder nutzen kann. Doch wenig überraschend ist diese bereits am 13. März mehrfach überlastet. Wir haben getestet, wie schnell man sich selbst eine Instanz aufsetzen kann.

Komplexe Architektur

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Die Architektur von Jitsi Meet ist vergleichsweise komplex, im Hintergrund läuft beispielsweise ein XMPP-Server mit. Doch es gibt eine simple Möglichkeit, sich das Ganze via Docker Compose zu installieren.

Zum Testen haben wir einen Ubuntu-Server verwendet. Wer nur einzelne Chaträume benötigt, kann dafür auf günstige Server - egal ob virtuell oder nicht - zurückgreifen, die Systemlast ist nicht sehr hoch.

Auf dem Server müssen zunächst Git und Docker Compose installiert werden:

  1. apt update
  2. apt install git docker-compose

Anschließend folgen wir der Installationsanleitung; mit wenigen Befehlen haben wir unsere Instanz am Laufen:

  1. git clone https://github.com/jitsi/docker-jitsi-meet && cd docker-jitsi-meet
  2. cp env.example .env
  3. ./gen-passwords.sh
  4. mkdir -p ~/.jitsi-meet-cfg/{web/letsencrypt,transcripts,prosody,jicofo,jvb,jigasi,jibri}
  5. docker-compose up -d

Hierbei wird eine Standardkonfiguration erstellt, es werden Zufallspasswörter für verschiedene interne Dienste erzeugt und Konfigurationsverzeichnisse erstellt. Anschließend werden die Container gestartet.

Das reicht bereits aus; die Instanz lässt sich über den Port 8443 aufrufen. Doch bislang hat unsere Installation kein gültiges Zertifikat, daher kommt eine Warnmeldung im Browser.

Mit wenigen Änderungen in der .env-Datei können wir jedoch unsere Installation veranlassen, auf dem gewöhnlichen HTTPS-Port unter 443 mit einem gültigen Zertifikat zu laufen. Dafür setzen wir in der Datei .env die Variable HTTP_PORT auf 80 und HTTPS_PORT auf 443. Außerdem setzen wir ENABLE_HTTP_REDIRECT auf 1, damit HTTP-Anfragen automatisch auf HTTPS umgeleitet werden.

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Let's-Encrypt-Support für HTTPS ist leicht aktivierbar 
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voller-tan 09. Sep 2020

Nachdem ich herausgefunden habe, dass der Hostname durchaus nicht egal für Letsencrypt...

voller-tan 09. Sep 2020

Hi, im Prizip funktioniert das beinahe, denn der Jitsi Server trennt sich alle 10...

derwildetom 20. Mai 2020

Achja... wir sind bei www.jitsi-hosting.eu gelandet.

tgeimer 07. Mai 2020

Hi, ich habe vorgestern jitsi-meet auf meinem Pi 4 (4GB RAM) erfolgreich installiert...

Yurnero91 12. Apr 2020

Das mit der CMS-Groupware trifft es in dem Fall nicht so ganz. Openfire ist ein XMPP...



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