Remote-Zusammenarbeit funktioniert nicht von alleine

Gerade im Bereich der Softwareentwicklung ist eine Remote-Regelung relativ einfach. Die Entwicklung selbst kann remote stattfinden, wenn alle Beteiligten sich einig sind, dass die Endnutzer einen qualifizierten Softwaretest machen können. In vielen Unternehmen ist das gesamte Projektsetup über mehrere Städte, Länder oder sogar Kontinente verteilt. Die Chancen, überall auf der Welt geeignete Profis für die eigene Sache zu finden, sind ausgezeichnet.

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Ich habe im Laufe der Jahre viele solcher Projekte betreut und es immer wieder mit denselben Fragen zu tun gehabt: Wie funktioniert bei einem neuen Remote-Projekt die Einarbeitung? Wie lernen sich die Teammitglieder bestmöglich kennen? Wie baue ich eine vertrauensvolle Beziehung zu den Menschen auf, die mit mir arbeiten?

In den meisten meiner Projekte war die Antwort dann eben doch die persönliche Präsenz, zumindest in der Anfangszeit. Alle Teammitglieder persönlich kennenzulernen, beispielsweise einige Mittagspausen zusammen zu verbringen, hilft bei späteren Problemen und zwischenmenschlicher Kommunikation erheblich. Doch in der Coronakrise war das nicht möglich - und die Folgen machen sich oft erst nach einiger Zeit bemerkbar.

In einem meiner Projekte bestand das Team durch die lange Corona-Sperre geradezu darauf, sich außerhalb der Arbeitszeit einmal persönlich zu treffen - auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers, eben ganz privat. Der Arbeitgeber hatte aus Sicherheitsgründen nach wie vor die Vorschrift für Homeoffice ausgegeben. Da das Projekt allerdings schon mehrere Monate lief, traf sich das gesamte Team schließlich - mit genügend Abstand zueinander - in einem Biergarten.

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Die Zeit wurde genutzt, um sich einmal persönlich auszutauschen, Familienfotos zu zeigen oder über die aktuelle politische Lage im Land zu diskutieren. Es lässt sich schwer messen, aber ganz subjektiv empfand ich dieses Event als hilfreich für die gesamte Projektkommunikation. Alle waren spürbar lockerer miteinander, der informelle Austausch hat danach remote zugenommen.

Es wurde öfter nach der Familie gefragt, oder wie man die aktuelle Folge der gemeinsamen Lieblingsserie fand. Meiner Meinung nach hat das die Arbeit insgesamt produktiver gemacht. Viel öfter wurde sich nun gegenseitig Hilfe angeboten und die "Extrameile" für den Kollegen oder die Kollegin gegangen. Das Gefühl, einander zu kennen, kann nicht in Zahlen ausgedrückt werden, es motiviert meiner Erfahrung nach aber jedes Team. Informeller Austausch ist eine unterschätzte Größe, nicht nur in freiberuflicher Projektarbeit, sondern überall.

Wie also lassen sich persönliche Beziehungen online bilden, die für gemeinsame Projekte auch nachhaltig funktionieren?

Her mit der Hang-out-Kultur

Fakt ist, dass nichts den persönlichen Kontakt ersetzen kann. Es gibt jedoch Wege zu besseren Beziehungen, auch bei Remote-Projekten. Ich habe mich hier von meinem Privatleben inspirieren lassen.

Meine Freunde und ich treffen uns online. In Tools wie Discord oder Teamspeak hängen wir einfach rum und quatschen über alles Mögliche, verabreden uns kurzfristig in Watch2gether-Räumen um gemeinsam Youtube-Videos zu schauen oder spielen Browser-Games zusammen. Für uns hat das erstaunlich gut funktioniert. So gut, dass ich zu dem Schluss gekommen bin, dass in Remote-Projekten immer ein Zeitkontingent - auch freiwillig außerhalb der Arbeitszeit - eingeplant werden sollte, in dem die Kollegen in einen informellen Austausch gehen können. Zum Beispiel, indem sie gemeinsam online spielen, Videos schauen oder über Alltagsthemen reden.

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berritorre 13. Aug 2020

Das war schon klar. Nichts desto trotz... ;-)

berritorre 13. Aug 2020

Ich habe auch mit mehreren Firmenchefs gesprochen, bei denen Homeoffice nie zur Debatte...

crazypsycho 12. Aug 2020

Wieso ist das ein Nogo? Wenn der Kopf ohnehin gerade am platzen ist und man nicht...

Hotohori 11. Aug 2020

Ich schätze mal viele kennen so etwas wie Discord nicht mal oder generell nicht die...



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