Homeoffice in der Coronapandemie: Ministerien setzen auf Wechselmodelle

Experten sehen bei der öffentlichen Verwaltung in Bezug auf Homeoffice Handlungsbedarf.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Für viele ist Homeoffice zur Regel geworden.
Für viele ist Homeoffice zur Regel geworden. (Bild: Pixabay)

In der Coronapandemie ist Homeoffice für viele Unternehmen das Gebot der Stunde - auch Sachsens Regierungsbehörden setzen auf mobiles Arbeiten von zu Hause aus. Die Ministerien greifen in unterschiedlichem Maß darauf zurück. So haben etwa von rund 360 Mitarbeitern im Finanzministerium seit Herbst vergangenen Jahres 46 Prozent im Homeoffice gearbeitet.

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Im Januar 2021 stieg diser Anteil nach Angaben des Ministeriums auf 50 bis 55 Prozent. Vor der Pandemie habe es nur in Ausnahmefällen Telearbeitsplätze gegeben, sagte ein Sprecherin. Mittlerweile wurden alle Angestellten mit Laptops ausgestattet, so dass mobiles Arbeiten möglich ist. Je nach Aufgabenbereich wird im Wechsel oder durchgängig von zu Hause aus gearbeitet.

Nach den Bund-Länder-Beratungen zu einem verlängerten Lockdown hatten Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Gesundheitsministerin Petra Köpping (beide SPD) an die Arbeitgeber appelliert, mehr mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Im Haus des Wirtschaftsministers sind den Angaben zufolge 88 Prozent der 420 Beschäftigten in der Lage, im Homeoffice zu arbeiten. Im Laufe des Jahres soll der Anteil durch technische Anschaffungen auf 92 Prozent erhöht werden. Überall dort, wo es möglich ist, soll die Präsenz im Büro auf ein Minimum reduziert werden.

Bitkom fordert mehr Homeoffice

Im Sozialministerium arbeiten 430 Bedienstete, von denen die meisten mit mobiler Technik ausgerüstet wurden. Damit sollen sie im Homeoffice vollen Zugriff auf die Daten haben. Genaue Zahlen konnte die Behörde allerdings nicht nennen. Das Zeiterfassungssystem unterscheide nicht zwischen einer Anmeldung aus dem Büro oder dem Homeoffice, hieß es zur Begründung.

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Der Digitalverband Bitkom sieht in der öffentlichen Verwaltung noch Handlungsbedarf. "Die Politik sollte jetzt Homeoffice nicht nur von den Unternehmen einfordern, sondern vor allem in ihrem originären Verantwortungsbereich - der Verwaltung - in aller Breite einführen", forderte Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Mehrzahl der fünf Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst könnte von ihrer Tätigkeit her im Homeoffice arbeiten und sollte das zumindest in den kommenden Monaten auch tun, sagte Berg.

Laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Bitkom vom Dezember 2020 arbeitet aktuell jeder vierte Berufstätige in Deutschland ausschließlich im Homeoffice. Das sind rund 10,5 Millionen Personen. Auf weitere 20 Prozent der Beschäftigten trifft das zumindest teilweise zu. Vor Beginn der Pandemie hatten nur drei Prozent der Berufstätigen ausschließlich im Homeoffice gearbeitet, 15 Prozent teilweise.

Homeoffice, wenn es möglich ist

Das Innenministerium verwies darauf, dass überall dort, wo mit sensitiven Daten gearbeitet werde, kein Homeoffice möglich sei. So dürften etwa Personal- und Strafakten nicht mit nach Hause genommen werden. Mitte Dezember arbeiteten etwa 60 Prozent der Bediensteten daheim, die anderen wegen der Einstufung als "betriebsnotwendig" mit Hygienekonzept vor Ort.

Mit dem verschärften Lockdown seit dem 11. Januar 2021 dürfte die Zahl der Bediensteten in der Dienststelle weiter gesunken sein, schätzte die Sprecherin ein. Im Justizministerium wird von der Möglichkeit der Heimarbeit durch die 242 Mitarbeiter unterschiedlich Gebrauch gemacht. Zeitweise arbeitet das Personal bis zur Hälfte im Homeoffice. Ausnahmen: Die Arbeit mit vertraulichen Personalakten, im Pforten- oder Hausmeisterdienst und in der IT-Betreuung.

In der sächsischen Staatskanzlei arbeiten derzeit knapp 250 Beschäftigte. In wechselnder Besetzung sind etwa 35 bis 40 Prozent von ihnen im Büro. Die Beschäftigten wurden gebeten, noch srärker vom Homeoffice Gebrauch zu machen. Auch hier gibt es Bereiche, in denen Homeoffice nur eingeschränkt möglich ist, etwa Abteilungen zur Bewältigung der Coronapandemie.

Langsames Internet auf dem Land ist ein Problem

Nach Einschätzung des Sächsischen Beamtenbundes (SBB) ist in den Ministerien ein Großteil der Mitarbeiter im Homeoffice. Viele müssten die Arbeit mit der Kinderbetreuung "unter einen Hut" bringen, sagte die Landesvorsitzende Nannette Seidler. Dafür gebe es "sehr flexible Lösungen". Insgesamt stelle sich das Bild im öffentlichen Dienst und in den nachgeordneten Behörden differenzierter dar. Dort fehle es schon eher an technischer Ausstattung oder entsprechenden Software-Lösungen.

Hinzu kommt laut Seidler, dass es gerade auf dem Land, "wo ja auch Behörden ansässig sind und auch Bedienstete wohnen", nicht überall schnelles Internet gibt. Der Beamtenbund mahnte, Regelungen für Notfälle dauerhaft weiterzuentwickeln, um gerüstet zu sein. "Bis sich zu Beginn der Pandemie alles organisatorisch und personell gefunden und eingespielt hatte - das war wohl der größte und zeitintensivste Kraftakt".

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ths4bc 22. Jan 2021

Dass es sich um ein privates DECT Mobilteil handelt oder der Arbeitgeber seine...

theFiend 18. Jan 2021

So ist es... VS-NfD findest Du bei der BW leichter als Klopapier :D

minnime 18. Jan 2021

Und bei den meisten Telefonanlagen kann man Rufumleitung auch deaktivieren und das werden...

theFiend 18. Jan 2021

Du armes Schnuffi ;) Die Meisten werden Geführt...



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