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Ein Tag Homeoffice pro Woche: Mercedes-Benz will mehr Büropräsenz

Der Vorstand von Mercedes-Benz hat eine großzügige Homeoffice-Regelung gekündigt. Firmenchef Källenius wollte sogar noch weiter gehen.
/ Friedhelm Greis
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Mercedes-Chef Ola Källenius fordert mehr Büropräsenz von seinen Mitarbeitern. (Bild: Angelika Warmuth/Reuters)
Mercedes-Chef Ola Källenius fordert mehr Büropräsenz von seinen Mitarbeitern. Bild: Angelika Warmuth/Reuters

Der Autohersteller Mercedes-Benz will seine Mitarbeiter zu einer stärkeren Büropräsenz verpflichten. Einem Bericht des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge soll nur noch an einem von fünf Tagen pro Woche das Homeoffice erlaubt werden. Die bisherige Regelung mit dem Betriebsrat sah vor, dass an fünf Tagen von zu Hause oder von unterwegs aus gearbeitet werden konnte.

Dem Bericht zufolge kündigte der Vorstand die aus dem Jahr 2016 stammende Vereinbarung. Die neue Regelung solle zum 1. Januar 2027 in Kraft treten und es "Führungskräften ermöglichen, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche ohne Begründung festzulegen", zitiert die Zeitung aus einer E-Mail vom 29. September 2026 an die Mitarbeiter.

In besonderen Fällen sind demnach Ausnahmen möglich. Vier Tage sollten jedoch der Standard werden. Ein Sprecher teilte dem Handelsblatt mit: "Wir stellen damit persönliche Zusammenarbeit, direkten Austausch und Teamgeist wieder stärker in den Mittelpunkt."

Sparpläne und höhere Arbeitszeiten

Hintergrund des Vorgehens sind wirtschaftliche Probleme bei dem Autohersteller. Aus diesem Grund brachte Vorstandschef Ola Källenius vor wenigen Wochen die Abschaffung der 35-Stunden-Woche in der Produktion ins Spiel.

Letztgenannte Forderung ist dem Bericht zufolge einer der Gründe dafür, dass der Konzernbetriebsrat der neuen Regelung zugestimmt habe. Der Fokus solle auf Diskussionen über die Wochenarbeitszeit liegen. Zudem hätte die Gefahr bestanden, dass die Homeoffice-Regelung komplett gestrichen worden wäre. Das wäre auch der Fall, wenn die einzelnen Standorte die Regelung ablehnten. Laut Handelsblatt läge das sogar im Interesse von Källenius, der ursprünglich sämtliche Homeoffice-Tage streichen wollte.

Auch andere große Firmen rücken inzwischen von großzügigen Homeoffice-Regelungen ab, die vor allem während der Coronapandemie etabliert wurden. So plant die Deutsche Bahn ebenfalls eine stärkere Präsenzpflicht für ihre Mitarbeiter. Unter anderem sollen in der Zentrale in Berlin künftig offenbar wieder drei Tage Anwesenheitspflicht gelten – eine Vorgabe, die die Regionaltochter DB Regio bereits einführte. Derzeit ist konzernweit ein Tag pro Woche vorgegeben, an dem sich Teams persönlich treffen sollen.


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