Homeoffice: Betriebsräte bekommen mehr Mitsprache bei Telearbeit

Das Betriebsrätemodernisierungsgesetz soll auch nach der Pandemie Homeoffice erleichtern und eine bessere Absicherung bei Unfällen garantieren.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Arbeitnehmer im Homeoffice sollen besser geschützt werden.
Arbeitnehmer im Homeoffice sollen besser geschützt werden. (Bild: Pixabay/Pixabay-Lizenz)

Beschäftigte im Homeoffice sollen in Deutschland künftig mehr Rechte und Mitsprache haben. So sollen Betriebsräte künftig bei Geräten und Geld fürs Homeoffice stärker mitreden dürfen. Arbeitnehmer werden zudem bei Unfällen auf dem Weg zur Kita des Kindes auch von der Unfallversicherung geschützt - anders als bisher.

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Der Bundestag hat dazu am 21. Mai 2021 das Betriebsrätemodernisierungsgesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) beschlossen. Generell soll das Gesetz die Bildung von Betriebsräten erleichtern, einige Teile beziehen sich aber direkt auf das Arbeiten von Zuhause aus. Für das Gesetz stimmten die Abgeordneten der Koalition und der Grünen. Die Linke enthielt sich. AfD und FDP stimmten dagegen.

Betriebsräte sollen dank des Gesetzes beim Homeoffice mitbestimmen können - etwa wenn es um die Erfassung der Arbeitszeit, um die Ausrüstung mit Geräten oder das Entgelt des Arbeitgebers für die Nutzung privaten Wohnraums geht. Das könnte für Millionen Beschäftigte wichtig werden, wenn in den Betrieben nach dem pandemiebedingten Homeoffice Regeln für die Zukunft aufgestellt werden.

Viele Angestellte wollen mehr Homeoffice machen

Laut einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY wollen die meisten Beschäftigten weiter zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten. 38 Prozent bevorzugen demnach wöchentlich drei bis vier, 36 Prozent nur noch ein bis zwei Büroarbeitstage.

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Mit dem Gesetz soll Betriebsräten auch erleichtert werden, ihre Sitzungen per Video- oder Telefonkonferenz abzuhalten. Grüne und Gewerkschaften monierten, wichtig sei in der digitalen Arbeitswelt auch ein digitales Zugangsrecht für die Gewerkschaften zu den Beschäftigten.

Mit dem Gesetz wurde auch eine bessere Absicherung von Beschäftigten im Homeoffice bei Unfällen beschlossen. Ausgeweitet wird der Versicherungsschutz auf dem Weg im eigenen Haushalt zur Nahrungsaufnahme oder zum Toilettengang.

Auch soll es Versicherungsschutz für Unfälle auf Wegen geben, die die Beschäftigten zur Betreuung ihrer Kinder außer Haus zurücklegen, zum Beispiel zur Kita. Heil hatte Homeoffice über die Pandemie hinaus ursprünglich auf weitergehende gesetzliche Grundlagen stellen wollen, war aber in der Koalition an der Union gescheitert.

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Weitere Punkte des neuen Gesetzes sollen die Gründung von Betriebsräten erleichtern und entsprechen tätige Mitarbeiter besser schützen. Die Gewerkschaften begrüßen das Gesetz im Grundsatz, der Bundesrat muss sich noch abschließend damit befassen.

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