Mit ARM ab in die Unabhängigkeit

Konkret ist die Rede von Neoverse, das im Endeffekt eine Blaupause für ARM-basierte Server-Prozessoren darstellt. Die bekannteste Implementierung dürfte Annapurna Labs' Graviton-Serie sein, welche die Amazon-Tochter für AWS entwickelt hat. Der Graviton1 war mit seinen 16 Kernen eher ein Testlauf, der Graviton2 mit 64 Kernen auf Basis von Neoverse N1 hingegen direkt ein großer Erfolg: Die damit versehenen Instanzen schnitten zum Start insbesondere beim Preis-Leistungs-Verhältnis exzellent ab, womit AWS neue Kunden angelockt und andere zum Wechsel bewegt hat.

Stellenmarkt
  1. (Wirtschafts-)Informatikerin als IT-Serviceverantwortliche (m/w/d) für den Bereich Netzwerk
    Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., München
  2. IT-Mitarbeiter (m/w/d) für klinische Anwendungen und Digitalisierungsprojekte
    Diakonie-Klinikum Stuttgart, Stuttgart
Detailsuche

Intel wiederum gefällt das gar nicht, weshalb der Hersteller extra eine Unterseite samt FAQs bewirbt, welche auf neuere sowie schnellere m6i-Instanzen mit Ice Lake SP verweist und AWS' eigene Aussage zum besseren PLV verglichen mit den älteren M5-Instanzen als irreführend bezeichnet. Weitere Argumente aus Intel-Sicht sind die nicht triviale Portierung von x86-Code auf ARM plus die eingeschränkte Performance sowie Verfügbarkeit bestimmter Software, etwa für das Enterprise- und das HPC-Segment.

Etwas anderes bleibt Intel auch gar nicht übrig, denn abseits von AMDs Epyc-x86-CPUs ist die förmliche Schwemme an ARM-basierten Server-Prozessoren durchaus ein Risiko für den Marktführer: Der erneut 64-kernige Graviton3 mit Neoverse V1 legt bei der Leistung mächtig zu, Hyperscaler haben mit dem 128-kernigen Ampere Altra Max eine interessante Alternative für Cloud-Systeme und Nvidia baut mit dem Grace sogar ein speziell auf die eigenen Beschleuniger zugeschnittenes Supercomputer-Design, welches multiple NV-Links 4.0 zugunsten einer besonders schnellen Anbindung aufweist.

China beschreitet eigene Wege

Ohnehin ist gerade das Cloud/Supercomputer-Segment eines, in dem Homegrown-Chips immer gefragter sind: So hat Tesla mit dem D1 für das eigene Dojo-System einen Prozessor entwickelt, das mit über einem Exaflops an BF16-Geschwindigkeit für künstliche Intelligenz ausgelegt ist und die Algorithmen für die eigenen Fahrzeuge trainieren soll. Außerhalb der USA werden selbst entworfene Designs vor allem dazu verwendet, sich von der Abhängigkeit eben dieser zu lösen - viel zu lange haben Hersteller aus Nordamerika den Markt dominiert, was sich künftig aber ändern dürfte.

  • Die M-Serie bringt ARM64 statt x86-64 für Macbooks. (Bild: Apple)
  • Samsungs M1 war noch effizient, der M2 und der M3 nicht mehr. (Bild: Samsung)
  • Das Tensor-SoC ist ein Exynos mit zusätzlicher TPU für Inferencing. (Bild: Google)
  • Nuvia entwickelte mit dem Phoenix ursprünglich einen Server-CPU-Kern. (Bild: Nuvia)
  • Qualcomms Centriq mit Falkor-Core erwies sich als Flop. (Bild: Qualcomm)
  • Der 64-kernige Graviton2 überzeugt vor allem beim Preis pro Stunde. (Bild: AWS)
  • Instanzen damit schlugen zum Start ihre Intel-Pendants. (Bild: AWS)
  • Der Graviton3 hat auch 64C, ist aber dennoch signifikant schneller. (Bild: AWS)
  • Integer legt 25% zu, Float gar 60%.  (Bild: AWS)
  • Nvidia baut mit Grace eine Supercomputer-CPU mit NV Link 4.0 für Beschleuniger.  (Bild: Nvidia)
  • Der D1-Chip ist für Training ausgelegt, ... (Bild: Tesla)
  • ... wobei 25 davon eine Training Tile bilden, ... (Bild: Tesla)
  • ... welche wiederum den Dojo-Supercomputer für BF16 ergeben. (Bild: Tesla)
  • Der Rhea ist der Supercomputer-Chip der EU. (Bild: SiPearl)
  • China hat für den Sunway Ocean Light eigene Prozessoren entwickelt. (Bild: NRCPC)
  • Die SW26010 Pro liefern eine sehr hohe Performance. (Bild: NRCPC)
Der 64-kernige Graviton2 überzeugt vor allem beim Preis pro Stunde. (Bild: AWS)
Golem Akademie
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

So arbeitet SiPearl in Frankreich am ARM-basierten Rhea-Chip für europäische Supercomputer, und mit dem EPAC (European Processor Accelerator) gibt es gleich noch den entsprechenden RISC-V-basierten Beschleuniger obendrauf. Am meisten aber legt sich China ins Zeug, denn spätestens, seitdem Ex-US-Präsident Trump und sein Nachfolger Biden einen Export-Bann via Blacklist verhängt haben, sind Alternativen gefragt.

Hohe Rabatte bei den Amazon Blitzangeboten

Durch diese - rückblickend wohl zu kurz gedachte - Entscheidung, wurde China erst recht angespornt, Eigenentwicklungen voranzutreiben. Als Resultat hat das Land das Exaflops-Supercomputer-Rennen gewonnen: Gleich zwei Systeme erreichen mehr als 1.000 Petaflops und in beiden stecken Homegrown-Chips, die anteilig sogar in chinesischen Fabs produziert werden.

Auch lokale Unternehmen wie Alibaba setzen auf eigene CPUs, etwa den 128-kernigen Yitian 710, statt Modelle von AMD/Intel einzukaufen. Was in den vergangenen Jahren als Trend begann, dürfte bald zum Standard werden - die Vorteile sind schlicht zu attraktiv und Geld spielt mit der chinesischen Regierung im Rücken ohnehin nur eine untergeordnete Rolle.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Nicht alle Designs sind erfolgreich
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


ms (Golem.de) 07. Jan 2022 / Themenstart

Du meinst 42W für das komplette System an der Steckdose oder 42W Package Power des M1...

ms (Golem.de) 17. Dez 2021 / Themenstart

Genau, bei Kosten/Stunde ist Graviton3 auch dann oft noch spannend, selbst wenn man erst...

ms (Golem.de) 17. Dez 2021 / Themenstart

Ja, die Kapazität ist gelinde ausgedruckt schei0e.

GwhE 16. Dez 2021 / Themenstart

Dann bleibt noch die frage nach moores law. Stimmt es wenn ich heute 2 Kartoffeln aufs...

fabiwanne 16. Dez 2021 / Themenstart

Anwendersoftware nutzt längst so viele unterschiedliche Funktionen und die Andwenderbase...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geforce RTX 3000 (Ampere)
Nvidia macht Founder's Editions teurer

Die Preise der FE-Ampere-Grafikkarten steigen um bis zu 100 Euro, laut Nvidia handelt es sich schlicht um eine Inflationsbereinigung.

Geforce RTX 3000 (Ampere): Nvidia macht Founder's Editions teurer
Artikel
  1. IBM E10180-Server: Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft
    IBM E10180-Server
    Watson Health anteilig für 1 Mrd. US-Dollar verkauft

    Mit Francisco Partners greift eine große Investmentgruppe zu, das Geschäft mit Watson Health soll laut IBM darunter aber nicht leiden.

  2. Xbox Cloud Gaming: Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden
    Xbox Cloud Gaming
    Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Netflix werden

    Call of Duty, Fallout oder Halo: Neue Spiele bequem am Business-Laptop via Stream zocken, klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist auch nicht wahr.
    Ein Erfahrungsbericht von Benjamin Sterbenz

  3. Lego Star Wars UCS AT-AT aufgebaut: Das ist kein Mond, das ist ein Lego-Modell
    Lego Star Wars UCS AT-AT aufgebaut
    "Das ist kein Mond, das ist ein Lego-Modell"

    Ganz wie der Imperator es wünscht: Der Lego UCS AT-AT ist riesig und imposant - und eines der besten Star-Wars-Modelle aus Klemmbausteinen.
    Ein Praxistest von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MediaMarkt & Saturn: Heute alle Produkte versandkostenfrei • Corsair Vengeance RGB RT 16-GB-Kit DDR4-4000 114,90€ • Alternate (u.a. DeepCool AS500 Plus 61,89€) • Acer XV282K UHD/144 Hz 724,61€ • MindStar (u.a. be quiet! Pure Power 11 CM 600W 59€) • Sony-TVs heute im Angebot [Werbung]
    •  /