Homann: Bundesnetzagentur warnt, 5G-Auktion künstlich zu verlängern
Der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann hat die Teilnehmer davor gewarnt, die laufende 5G-Frequenzauktion künstlich zu verlängern. "Wir sind jetzt in der 11. Woche, das ist nicht erfreulich", sagte Homann am 28. Mai 2019 auf dem Buglas Sommerfest(öffnet im neuen Fenster). Er warnt die Beteiligten davor, "die Auktion zu diskreditieren, indem sie das Bieterverfahren einfach künstlich in die Länge ziehen."
Wenn die Regulierungsbehörde allerdings jetzt eingreifen würde, wäre das das Ende der Auktion. Darauf würde von interessierter Seite nur gewartet, betonte Homann. Das Ergebnis der Auktion liegt derzeit mit der Runde 431(öffnet im neuen Fenster) bei 6,069 Milliarden Euro.
Telekom-Chef Tim Höttges hatte am 9. Mai die Kritik wiederholt, das für die Lizenzen zu zahlende Geld fehle letztlich beim Netzausbau. "Mit dem derzeit auf dem Tisch liegenden Geld hätten schon fast 50.000 Mobilfunkmasten in Deutschland gebaut werden können", sagte er.
Darauf erwiderte Homann am Dienstag: "Die Unternehmen wissen, dass sie die Auflagen auch erfüllen müssen, das ist in das Bieterfahren auch eingepreist." Ihm sei bewusst, dass die Firmen die Frequenzen lieber umsonst oder in einem Beauty Contest erhalten hätten. Doch die Bietenden sollten belegen, dass ihnen die Frequenzen etwas wert sind.
Höttges hatte auch scharf kritisiert, dass "100 Megahertz für Unternehmen außerhalb der Telekombranche reserviert wurden". Würden weniger Frequenzbereiche für regionale Campusnetze zurückgehalten, hätte die Auktion schon lange vorbei sein können, sagte Höttges. Man hätte hier ein Design gewählt, das einem deutschen Weg entspricht, damit der Staat möglichst hohe Einnahmen erziele.
Homann: Naturgesetze sind bindend
"Die lokalen Frequenzen eignen sich aus physikalischen Bedingungen dafür, mit Industrie 4.0 Sensoren zu verknüpfen. Das ist ein simpler physikalischer Fakt", hielt Homann dagegen. Er wolle keine möglichst hohen Einnahmen erzielen. Das deutsche Vorgehen stieße dagegen auch im Ausland auf Anfragen. Die Industrie habe großes Interesse an Campusnetzen. Dass eine Umfrage des Bitkom ein anderes Ergebnis erbrachte, liege daran, dass die Firmen ihre Betriebs- und Geschäftsgeheimisse schützen wollen.
"Den Weg in die Gigabitwelt schaffen wir nicht von heute auf morgen, sondern in den nächsten Jahren", kündigte Homann an. Dies sei aber nicht unabhängig von Zeit und Raum möglich.
Die Heilserwartung der Branche und der Medien an 5G seien in Wahlversprechungen umgewandelt worden. Die Politik sitzt nun in der Ankündigungsfalle. Es sei das "tägliche Leiden der Bundesnetzagentur, dies abfedern zu müssen".
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