Holocam: Zeiss macht Glasfläche zu Kameras
Monitor, Windschutzscheibe, Glastür: Das deutsche Unternehmen Zeiss stellt auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eine Technik vor, die aus jeder Glasfläche eine Kamera machen kann.
Multifunktionales Smartes Glas(öffnet im neuen Fenster) nennt Zeiss die Technik. Sie ermögliche "die optische Aktivierung transparenter Medien und kombiniert vier Grundfunktionen – Projektion, Detektion, Beleuchtung und Filterung" . Anwendungsbereiche dafür gibt es laut Zeiss viele: vom Head-up-Display im Auto über neuartige Formen der Wohnraumbeleuchtung bis hin zur unsichtbaren Kamera.
Die transparente Kamera, Holocam genannt, nutzt laut Zeiss(öffnet im neuen Fenster) holografische Einkopplungs-, Lichtleit- und Auskoppelelemente im Glas, die das einfallende Licht auf einen Bildsensor leiten. Dadurch wird jede beliebige Glasfläche zu einer Kamera.
Zeiss will die Holocam im Auto einsetzen
Anwendungen sieht Zeiss in erster Linie im Automobilbereich, etwa für Kameras für den Abstandstempomaten oder den Parkpiloten sowie im Innenraum für Müdigkeitsassistenten. Vorteil sei, dass "keine Aussparungen oder Bauräume für Kameras oder Sensoren im sichtbaren Feld mehr vorgesehen werden" müssten.
Auch verschiedene Displays könnten mit der Holocam ausgestattet werden. Bei Smartphones werde dann die Notch wegfallen. In großen Bildschirmen könnte sie zentral integriert werden. Dann könnten sich Teilnehmer in Videokonferenzen direkt in die Augen schauen. Die Darstellungsqualität wird laut Zeiss durch die Holocam nicht beeinträchtigt.
In eine Glastür integriert, könnte mit der Kamera ein biometrisches Zugangskontrollsystem umgesetzt werden, das mit Gesichtserkennung arbeitet. Eine Holocam soll neben dem Bild auch "spektrale Anteile" erfassen. So wird sie zum Sensor, der die Umweltbelastung, etwa die Luftverschmutzung oder die ultraviolette Strahlung, detektieren kann.
Mit den holografischen Elementen im Glas lassen sich auch vielfältige weitere Funktionen umsetzen. So könnten Bedienelemente wie Schalter oder Regler auf Glasflächen holografisch, also durch Projektion, dargestellt werden. Fensterflächen könnten damit zu einem Bildschirm werden. Mit speziellen holografischen Einkopplungselementen wird das Fenster zum Leuchtmittel, das einen Raum nach Einbruch der Dunkelheit ähnlich wie tagsüber beleuchtet.
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